Sulingen, 25.04.2026 – Vom 23. bis 25. April 2026 verwandelte sich der Landkreis Diepholz in Niedersachsen erneut zur Bühne für einen der faszinierendsten Wettbewerbe im deutschen Motorsport: Die 37. ADAC Actronics Rallye Sulingen stand als zweiter Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) auf dem Programm – und bot einmal mehr ein Erlebnis der besonderen Art.
DRM © Nordevents
Eines der Highlights des Freitagabends war der beliebte Zuschauerrundkurs im Sulinger Gewerbegebiet Ost. Hier wurden die Autos mehrfach an denselben Punkten vorbeigeführt – ein entscheidender Vorteil für Fans, die nicht nur einmal kurz einen Blick auf die Fahrzeuge erhaschen wollten, sondern sie wirklich erleben wollten. Dreimal in Folge passierten die Fahrzeuge den Hauptzuschauerbereich, bevor es in den Auslauf ging. Wer also in der ersten Runde noch unsicher war, ob er alles richtig gesehen hatte, bekam seine Antwort in der zweiten – und dritten.
Als besonderes Comeback war in diesem Jahr der Volvo Euro Cup wieder Teil des Teilnehmerfeldes. Nach mehrjähriger Pause kehrten die charakteristischen Volvo-Fahrzeuge zurück und sorgten mit einer kleinen Show vor den Zuschauern für zusätzliche Unterhaltung.
Das IVG-Gelände – das Herzstück der Rallye
Am Samstag standen elf Wertungsprüfungen auf dem Programm, und das berühmte IVG-Gelände in der Eickhofer Heide war dabei das absolute Herzstück. Das ehemalige Munitionsdepot bei Liebenau – einst unter dem Namen „Anlage Karl“ bekannt – erwies sich erneut als eine der anspruchsvollsten und zugleich faszinierendsten Kulissen des deutschen Rallyesports. Ein dichtes Netz enger Betonwege, Kuppen, scharfe Kurven, wechselnde Gripverhältnisse und teils kaum einsehbare Engstellen machten diesen Streckenabschnitt zu einem echten Gradmesser für Mensch und Maschine.
Das IVG-Gelände musste zweimal vollständig befahren werden, was zusammen rund 50 Kilometer härtester Wertungskilometer ergab. Kein Wunder, dass Kenner dieser Prüfung im Laufe der Jahre einen regelrechten Kult-Status verliehen haben. Wer hier Bestzeiten setzte, hatte fast immer die besten Karten für die Gesamtwertung.
Ein Wochenende mit über 140 Wertungskilometern
Neben dem IVG-Gelände erwarteten die Fahrer klassische Schotterpisten und schnelle Forststraßen. Am Samstagvormittag standen die Prüfungen rund um Brake und die Voigtei-Region auf dem Programm, bevor es am Nachmittag in die Region um Bahrenborstel und den Rundkurs in Barenburg ging. Insgesamt knapp 140 Wertungskilometer galt es zu bewältigen – keine leichte Aufgabe, die körperliche Ausdauer und fahrerische Präzision in gleichem Maße forderte.
Nah dran am Sport
Was Sulingen von vielen anderen Rallyes unterscheidet, ist die außergewöhnliche Nähe zwischen Fans und Sport. Der Servicepark auf dem Informa-Gelände war an allen drei Tagen für die Öffentlichkeit zugänglich. Wer wollte, konnte den Teams direkt bei der Arbeit zuschauen – ein Einblick hinter die Kulissen des Motorsports, den man so nicht überall bekommt. Die Siegerehrung fand am Samstagabend gegen 18:00 Uhr auf der Zielrampe in der Langen Straße statt – mitten in der Stadt, direkt vor dem Publikum.
Sulingen ist eine Rallye, die lebt. Nicht nur durch die Prüfungen, sondern durch das gesamte Umfeld, das diese Veranstaltung zu etwas Besonderem macht – für Fahrer und Zuschauer gleichermaßen.







































































