Feuerwerk der Turnkunst 2026 brachte „wylde“ Artistik der Extraklasse

Wolfgang Karg

Bremerhaven, 17.03.2026 – Das Feuerwerk der Turnkunst geht 2026 wieder mit einem atemberaubenden Bühnenprogramm auf Tournee! Die Stadt Bremerhaven hat die Nutzung der Stadthalle trotz der anstehenden Umbauten offiziell genehmigt und damit den Weg für ein weiteres Show-Erlebnis freigemacht.

Seit über drei Jahrzehnten begeistert das Feuerwerk der Turnkunst mit immer neuen Konzepten. Die Produktionen verbinden sportliche Höchstleistung mit moderner Showinszenierung – ein Format, das mittlerweile weltweit Beachtung findet.

„WYLD“ lautet das neue on stage-Format von Europas erfolgreichster Turnshow, nachdem bereits in Bremen und Oldenburg die Arenen-Shows stattgefunden haben und Bremerhaven den Schlusspunkt der Tour setzt. Einmal mehr wurde in dieser Bühnenshow das klassische Turnen mit ungewöhnlichen, teils verrückten Darbietungen zu einer fetzigen Show verknüpft.

wyld © Nordevents – Antje und Wolfgang Karg

Die Macher*innen der Show haben wieder ein Ensemble der Extraklasse zusammengestellt. So wie das Jugendwort „wyld“ das Verrückte und Krasse beschreibt, so bewegten sich die Künstler*innen und Künstler mit ihren Darbietungen regelrecht außerhalb der Norm.

Wild, wilder, „wyld“

Neue Turngeräte, wie das „Barrolin“ der vierköpfigen Turnergruppe „Showproject“ – einer weltweit einzigartigen Konstruktion aus Trampolin und Parallelbarren – oder der Luftact an Ketten von Olga und Javier, zeigten die unglaubliche Kreativität und den großen Ideenreichtum der Artist*innen.

Ein Bühnenbild aus industriellen Elementenund LED-Wänden schafft eine Welt, in der sich futuristische Action und nostalgischer Charme begegnen.

Den roten Faden der Show bildet eine Figur, die zunächst wie ein leicht bekiffter Anti-Held wirkt: DJ Jerry Tremblay. Mit seiner skurrilen Art heizt er dem Publikum bereits vor Beginn der Show ein. Sobald er jedoch selbst auftritt, verwandelt sich der vermeintlich nervöse DJ in einen Artistik-Virtuosen auf einem Fahrrad und beweist eindrucksvoll, dass hinter Chaos oft pure Präzision steckt. Eröffnet wurde die Show wie immer durch eine regionale Turngruppen vom TSG Bremerhaven und TSV Lehe.

Die Illusionisten Sos & Victoria sorgen für staunende Gesichter: In rasanten Quick-Change-Nummern wechseln sie innerhalb von Sekunden ihre Kostüme und machten aus ihrem Act sozusagen eine Modenschau. Unter Einbezug eines Mannes aus dem Publikum gab es noch eine Fesselnummer.

Einen völlig anderen Ton schlug die Hairhang-Performance der polnischen Artistin Emilia Dawiec, erkennbar an einer Discokugel auf dem Kopf, an. Sie bewegte sich scheinbar schwerelos zwischen Himmel und Bühne und schaffte poetische Bilder, die Tanz und Zirkuskunst miteinander verbanden.

Schwerkraft? Egal!

Konstantin Mouraviev und Artem Ghazaryan, die seit über 20 Jahren in der internationalen Showszene aktiv sind, stehen regelmäßig bei Produktionen des Feuerwerks der Turnkunst auf der Bühne. Die Rhönrad-Darbietung von Mouraviev lebt von komischen Momenten und ironischer Selbstreflexion Thema Fitnesswahn und Selbstoptimierung. Ghazaryan tritt gemeinsam mit der vierköpfigen Gruppe Showproject auf. Deren Markenzeichen ist das sogenannte „Barrolin“, eine Kombination aus Parallelbarren und Trampolin. Mit dieser Konstruktion verknüpfen die Artisten turnerische und akrobatische Elemente auf ungewöhnliche Weise.

Akrobatik, Action, Emotionen

Hoch über der Bühne präsentierten Olga Golubeva & Javier Gama eine spektakuläre Luftakrobatik-Nummer. Mit scheinbar müheloser Eleganz schwingen sie an Ketten und Stangen durch die Luft und zeigen kraftvolle, riskante Figuren.

Auf einer kleinen Plattform zeigten Holler & Carmen spektakuläre Drehungen auf Rollschuhen. Besonders beeindruckend war der sogenannte Dental-Spin, bei dem sich die Artistin nur an den Zähnen ihres Partners festhält.

Mit beeindruckender Körperbeherrschung verbog Shak Alade seinen Körper in scheinbar unmögliche Positionen. Die Kombination aus Flexibilität und Ausdruck sorgt für Staunen im Publikum und mancher konnte bei diesen Körperverbiegungen nicht hinschauen.

Turnhalle war gestern

Mit unglaublicher Dynamik katapultierten sich die beiden Artisten von Pal’s Compagnie gegenseitig in ihrer Schleuderbrett-Akrobatik durch die Luft. Dabei zeigten sie waghalsige Saltos und Drehungen, die das Publikum immer wieder staunen ließ.

Die Tänzer des DDC Factory Showteams verbanden die einzelnen Acts miteinander und brachten zusätzliche Energie auf die Bühne. Mit modernen Beats und präzisen Bewegungen schafften sie eine mitreißende Showatmosphäre.

Besucher feierten die neue Turnkunst-Show

Was „WYLD“ besonders machte, war die Verbindung von Sport und Show. Die Athletinnen und Athleten präsentierten Höchstleistungen, aber gleichzeitig erzählten sie eine Geschichte – von Freiheit, Energie und der Faszination der Bewegung. Durch das Zusammenspiel von Licht, Musik und Bühnenbild entstand eine Welt, die für zwei Stunden alles um einen herum vergessen ließ.

Am Ende der Show standen noch einmal alle Mitwirkenden gemeinsam auf der Bühne und es gab reichlich Konfetti. Das Publikum erhebt sich zu stehenden Ovationen. Man spürt, wie sehr die Darsteller die Zuschauer mit ihrer Leidenschaft angesteckt haben. Was „wyld“ von vielen anderen Shows unterscheidet, ist die emotionale Bandbreite. Während einige Acts mit spektakulären Sprüngen und waghalsigen Balanceakten beeindruckten, setzten andere bewusst auf leise, berührende Momente. Als die Lichter wieder angingen, verließ man die Halle mit einem Lächeln – beeindruckt von der Kreativität, der sportlichen Leistung und der einzigartigen Atmosphäre.


Weitere Sportbeiträge
Schon geteilt?