Vellahn, 29.08.2026 – Spannender Motorsport, eine nahezu vollständig einsehbare Strecke und eine ausgesprochen familienfreundliche Organisation: Das ADAC MX Masters bot am Samstag auf der Vellahner Heide beste Bedingungen für Fahrer und Besucher. Jörgen-Matthias Talviku gewann den ersten Wertungslauf der Masters-Klasse. Lediglich die überschaubare Zuschauerzahl wollte nicht recht zur Qualität der Veranstaltung passen.
Nach einem Jahr Pause kehrte das ADAC MX Masters am Wochenende zum MC Vellahn nach Mecklenburg-Vorpommern zurück. Bei der vorletzten Veranstaltung der Meisterschaft traten Fahrer aus mehr als 25 Nationen in vier Klassen an. Bereits am Samstag wurden in drei Wertungsläufen die ersten Meisterschaftspunkte des Wochenendes vergeben.
Sportlich sorgte vor allem Jörgen-Matthias Talviku für die Geschichte des Tages. Der Este vom Team SHR Motorsports by Hartje feierte im ADAC MX Masters seinen ersten Laufsieg in der Serie. Als schnellster Fahrer der Qualifikation sicherte er sich zunächst den Red Bull Holeshot und setzte sich an die Spitze des Feldes.
Hinter Talviku entwickelte sich ein abwechslungsreicher Kampf um die weiteren Positionen. Zunächst lagen Noah Ludwig und Jere Haavisto hinter dem Esten, nach der ersten Runde hatten sich jedoch Tom Koch und Roan van de Moosdijk auf die ersten Verfolgerplätze geschoben. Tabellenführer van de Moosdijk überholte Koch in der folgenden Runde und übernahm Rang zwei.
Auch Haavisto arbeitete sich wieder nach vorne. Zur Rennmitte lag er auf Platz vier, bevor er in der achten Runde an Koch vorbeizog. Maximilian Spies hatte sich zwischenzeitlich ebenfalls bis auf die fünfte Position verbessert. Nach einem Sturz von Spies wurde das Rennen vorzeitig abgebrochen und nach zehn absolvierten Runden gewertet. Talviku gewann vor van de Moosdijk und Haavisto. Koch und Ludwig komplettierten die ersten fünf Plätze.
ADAC MX Masters © Nordevents
Ein besonders umkämpftes Rennen erlebten die Zuschauer im ADAC MX Youngster Cup. Mick Kennedy gelang zwar der beste Start, doch Klassen-Neuling Ryan Oppliger übernahm unmittelbar danach die Führung. In der ersten Rennhälfte blieb das Feld an der Spitze eng zusammen.
Nicolai Skovbjerg benötigte zunächst etwas Zeit, um geeignete Stellen für seine Angriffe zu finden. Dann arbeitete sich der Däne innerhalb von drei Runden vom fünften auf den ersten Platz vor. Hinter ihm verbesserte sich Gyan Doensen innerhalb einer Runde von Rang fünf auf die zweite Position. Levi Townley überholte Oppliger in der Schlussrunde und sicherte sich Platz drei.
Skovbjerg gewann vor Doensen, Townley, Oppliger und Nico Stenberg. Damit machte der Spitzenreiter einen weiteren großen Schritt in Richtung eines möglichen vorzeitigen Titelgewinns.
Im ADAC MX Junior Cup 85 prägten die Zwillinge Martins und Patriks Cirulis das Rennen. Martins Cirulis übernahm zunächst die Führung, während sich sein Bruder bereits in der zweiten Runde an seine Fersen heftete. Drei Runden vor dem Ende gelang Patriks Cirulis schließlich das entscheidende Überholmanöver. Er gewann vor Martins Cirulis, Harry Dale, Jaggar Townley und Conrad Pinchon.
Im ADAC MX Junior Cup 125 stand am Samstag noch kein Wertungslauf auf dem Programm. Tabellenführer Lucas Leok fuhr im Zeittraining die schnellste Runde und sicherte sich damit die Poleposition für die Rennen am Sonntag. Hinter ihm folgten Emil Ziemer und Finn Lange.
Eine Strecke wie gemacht für Zuschauer
Nicht nur auf der Strecke überzeugte die Veranstaltung. Aus Zuschauersicht erwies sich die Vellahner Heide als ausgesprochen gelungener Austragungsort. Von fast jedem Standort ließ sich nahezu die gesamte Strecke überblicken. Dadurch konnten die Besucher die Rennen über weite Teile verfolgen, anstatt lediglich einen einzelnen Streckenabschnitt zu sehen.
Das Wetter spielte am Samstag ebenfalls weitgehend mit. Bei Temperaturen um 24 Grad herrschten trotz eines Regenschauers angenehme Bedingungen. Einige Fans standen mit Fahnen und Tröten an der Strecke und unterstützten die Fahrer. Insgesamt blieb die Atmosphäre jedoch eher ruhig.
Besonders positiv fiel die Organisation auf. Auf dem Gelände waren zahlreiche Rettungskräfte, Security-Mitarbeiter und Ordner präsent. Die Abläufe wirkten durchdacht und professionell. Gleichzeitig blieb die Veranstaltung angenehm bodenständig. Für das leibliche Wohl war mit verschiedenen Angeboten gesorgt – vom Bäckerwagen bis zum Softeis. Auch die Preise bewegten sich in einem erfreulich moderaten Rahmen.
Für Familien und Kinder bot das ADAC MX Masters ebenfalls sehr gute Bedingungen. Das weitläufige Gelände, die gute Sicht auf die Strecke und die unkomplizierte Versorgung machten den Besuch auch abseits des reinen Renngeschehens angenehm. Junge Gäste konnten zudem auf einem Yamaha-Parcours kleine Quads und PW50-Motorräder ausprobieren.
Umso bedauerlicher war, dass nach dem persönlichen Eindruck vor Ort vergleichsweise wenige Zuschauer den Weg nach Vellahn fanden. Denn das Gesamtpaket stimmte: internationale Fahrerfelder, spannende Rennen, eine zuschauerfreundliche Strecke und eine Organisation, die kaum Wünsche offenließ. Das ADAC MX Masters auf der Vellahner Heide hätte deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient – nicht nur von eingefleischten Motocross-Fans, sondern auch von Familien und Ausflüglern aus der Region.
Unser Bericht vom –> MX Cup Albersdorf.









































































































































