Bremen, 19.09.2025 – Am Freitagabend war es wieder so weit: Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo empfingen im Bremer „3nach9“-Studio eine hochkarätige Gästerunde. Mit viel Charme, klugen Fragen und der gewohnt lockeren Atmosphäre führten sie durch einen Abend, der unterhaltsam, bewegend und nachdenklich zugleich war.
Zu Beginn sorgten die Moderatoren gleich für eine persönliche Note: Sie fragten ihre Gäste, wie sie den Sommer verbracht hatten. Hendrik Wüst erzählte, dass er die Ferien mit seiner kleinen Tochter am Meer verbracht und Sandburgen gebaut habe – ein Bild, das ihn als Familienmenschen greifbar machte. Fedor Holz überraschte mit einer romantischen Beichte: Er hatte seiner Freundin in Portugal einen Heiratsantrag gemacht. Michel Abdollahi berichtete von Reisen nach Spanien und Mecklenburg-Vorpommern, wo er an der Fortsetzung seiner TV-Dokumentation „Das Nazi-Dorf“ arbeitete – zehn Jahre nach dem ersten Teil. Stefanie Heinzmann erklärte, dass Urlaube für sie im Sommer kaum möglich seien, weil sie die Festivalbühnen rockt. Und Lisa Marie Krätschmer blickte stolz auf ihre Teilnahme am Ironman in Duisburg zurück.
3nach9 © Nordevents
Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt Franziska van Almsick, die Ikone des deutschen Schwimmsports. Sie sprach offen über ihre beeindruckende Karriere, die bereits in frühester Kindheit begann, und über die Verantwortung, die sie heute mit ihrer Stiftung „Schwimmkids e.V.“ übernimmt. Beeindruckend war, wie gelassen und selbstkritisch sie auf ihre Zeit als Leistungssportlerin zurückblickte – und wie ernst es ihr mit dem Ziel ist, Kindern die lebenswichtige Fähigkeit des Schwimmens zu vermitteln.
Politisch wurde es mit Hendrik Wüst, dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen. Er gewährte sehr persönliche Einblicke in seine Kindheit, erzählte von der engen Bindung zu seiner Mutter und dem Verlust, den er schon als Jugendlicher verkraften musste. Für Heiterkeit sorgte eine Anekdote aus seiner Jugend: Eigentlich habe er Bäcker oder sogar Papst werden wollen. Doch seine Mutter habe ihm prophezeit, dass er irgendwann Mädchen nicht mehr doof finden würde – und „dann hätte er als Papst ein echtes Problem“. Zugleich zeigte sich Wüst von seiner privaten Seite, als er berichtete, dass er samstagabends regelmäßig mit Freunden ausgeht – einer Runde aus der Gegenwart und einer zweiten, mit der er seit seiner Jugend eng verbunden ist.
Natürlich blieb auch die Politik nicht außen vor: Auf die Frage nach dem starken Zuspruch für die AfD in Nordrhein-Westfalen erklärte Wüst, dass nicht alle AfD-Wähler klassische Nazis seien. Er betonte die Notwendigkeit, die Gründe für diese Wahlentscheidungen ernst zu nehmen und gesellschaftlich zu diskutieren.
Für die musikalischen Highlights des Abends sorgte Stefanie Heinzmann. Mit ihrer unverwechselbaren Soul-Stimme erfüllte sie das Studio mit Energie und Emotion. Gleichzeitig sprach sie bemerkenswert offen über die Tiefpunkte in ihrem Leben – ihre Jugendkrise, den Aufenthalt in einer Klinik – und machte deutlich, wie sehr auch dunkle Zeiten prägen und stärken können. Ihr Auftritt verband Leichtigkeit mit Tiefe und war zweifellos ein Höhepunkt der Sendung.
Ein weiteres Highlight war der Auftritt von Michel Abdollahi, der als Moderator, Autor und politischer Entertainer für klare Worte bekannt ist. Mit Nachdruck schilderte er seine Erfahrungen mit Alltagsrassismus und gab Einblicke in sein neues Buch, in dem er die gesellschaftlichen Spannungen unserer Zeit analysiert. Abdollahi beeindruckte mit Schärfe, aber auch mit Humor – eine Kombination, die dem Publikum wie immer den Spiegel vorhielt, ohne belehrend zu wirken.
Von einer ganz anderen Seite kam die junge Extremsportlerin Lisa Marie Krätschmer ins Studio. Sie erzählte ihre Geschichte, die mit dem Gefühl begann, noch nicht einmal 200 Meter laufen zu können – und inzwischen zu Marathons, Ironman und einer Solofahrt mit dem Rad von Heidelberg nach Barcelona geführt hat. Ihre Disziplin, ihr Mut und ihr jugendlicher Enthusiasmus steckten an und machten deutlich, wie viel Veränderung möglich ist, wenn man Grenzen überschreitet.
Für den internationalen Glamour am Pokertisch sorgte Fedor Holz, der als einer der erfolgreichsten Pokerspieler weltweit gilt. Er sprach darüber, wie er sich vom Außenseiter in Saarbrücken bis an die Weltspitze des Pokerspiels hochgearbeitet hat, und wie er heute als Unternehmer und Investor neue Wege geht. Besonders spannend waren seine Ausführungen darüber, was es bedeutet, in jungen Jahren Millionen zu gewinnen – und wie viel Disziplin, Strategie und innere Ruhe hinter dem vermeintlich reinen Glücksspiel steckt.
So bot die Sendung eine faszinierende Mischung: Sommerliche Anekdoten, politische Einblicke, sportliche Lebensgeschichten, musikalische Emotionen und Poker-Glamour – alles getragen von der lebendigen Moderation von Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo. „3nach9“ zeigte einmal mehr, warum diese Talkshow seit Jahrzehnten eine Institution ist: Sie vereint ernste Themen mit Leichtigkeit, persönliche Schicksale mit großen Erfolgen – und schafft es, das Publikum gleichzeitig zu unterhalten und zum Nachdenken zu bringen.



































