Victory live beim Ballroom Hamburg Birthday Bash 2026

Sascha Beckmann

Hamburg, 10.01.2026 – Der Auftritt von Victory beim Ballroom Hamburg Birthday Bash 2026 im Hamburger Knust stand ganz im Zeichen eines Umbruchs – und gleichzeitig eines erstaunlich geschlossenen Bandauftritts. Die Hannoveraner Metal-Veteranen zeigten im gut gefüllten Ballroom, dass Erfahrung, Spielfreude und ein stabiler Kern auch in personell bewegten Zeiten tragen können.

Musikalisch präsentierte sich Victory von Beginn an souverän. Herman Frank, prägendes Gründungsmitglied und Gitarrist, führte die Band mit gewohnt schneidendem Riffing an, unterstützt von Mike Pesin, dessen zweite Gitarre für Druck und Tiefe sorgte. Im Rhythmuszentrum hielten Malte Frederik Burkert am Bass und Michael Stein am Schlagzeug den Laden zusammen – präzise, kraftvoll und mit genau der Portion Groove, die Victorys Sound seit jeher auszeichnet. Die Band wirkte eingespielt, fokussiert und sichtbar entschlossen, dem Publikum einen vollwertigen Victory-Abend zu liefern.

Victory © Nordevents

Dyan Mair – mehr als nur ein Lückenfüller

Besonderes Augenmerk lag natürlich auf der Position am Mikrofon. Nach dem Ausstieg von Gianni Pontillo Ende 2025 standen Victory für die Januar-Konzerte ohne festen Frontmann da. Für diese Phase sprang Dyan Mair ein – ein Sänger, der in der Szene kein Unbekannter ist. Mair hat sich vor allem als Sänger der Band Bonfire sowie durch diverse Live- und Studioprojekte einen Namen gemacht und bringt eine Stimme mit, die klassische Heavy-Metal-Wurzeln mit moderner Durchsetzungskraft verbindet.

Im Knust zeigte sich schnell: Mair ist kein bloßer Notnagel. Seine Stimme ist rau, kraftvoll und ausreichend flexibel, um sowohl die hymnischen Refrains als auch die härteren Passagen des Victory-Materials glaubwürdig zu transportieren. Er verzichtete bewusst auf übertriebene Kopien früherer Sänger und setzte stattdessen auf eine eigenständige Interpretation – ein Ansatz, der vom Publikum spürbar honoriert wurde.

Geschlossenheit statt Übergangsstimmung

Zwar war an manchen Stellen erkennbar, dass es sich um eine Übergangslösung handelt und nicht um eine jahrelang gewachsene Konstellation, doch gerade diese leichte Unschärfe verlieh dem Auftritt zusätzliche Spannung. Mair agierte präsent, suchte den Kontakt zu den Fans und fügte sich erstaunlich nahtlos in die Banddynamik ein. Vielleicht ja doch eine Dauerlösung? Wer weiß?!

Was besonders auffiel: Victory spielten nicht wie eine Band auf der Suche, sondern wie eine Band mit klarem Selbstverständnis. Die Chemie zwischen den Musikern stimmte, der Sound war kompakt und druckvoll, und vor allem die Klassiker entfalteten ihre volle Wirkung – begleitet von lautem Mitsingen, Headbanging und ehrlicher Begeisterung im Publikum.

Fazit

Victory lieferten beim Ballroom Hamburg Birthday Bash 2026 im Knust einen überzeugenden Auftritt in einer Phase des personellen Wandels. Mit Dyan Mair als starkem Gastsänger, einem routinierten Line-up um Herman Frank, Mike Pesin, Malte Frederik Burkert und Michael Stein sowie einem spürbar loyalen Publikum zeigte sich: Diese Band steht weiterhin stabil – und ist bereit, ihr nächstes Kapitel selbstbewusst anzugehen.


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