Wildes Holz – Block Party in den Hapag-Hallen

Wolfgang Karg

Cuxhaven, 26.09.2026 – Sonst erzählen die Hapag-Hallen von Auswanderern und maritimer Vergangenheit. Am Samstagabend aber verwandelten sie sich für gut 2,5 Stunden in eine Bühne für pure Spielfreude. Nach drei Jahren Pause kehrte das Trio Wildes Holz mit seinem neuen Programm „Block Party“ zurück nach Cuxhaven. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, und das Publikum wusste genau, worauf es sich einließ. Eingeladen hatte der Jazz und Folk Cuxhaven e. V.

Wildes Holz: ein Instrumentarium, das seinesgleichen sucht

Kaum betraten Tobias Reisige, Johannes Behr und Markus Conrads im Ghetto-Style mit Trainingsanzügen, dicken Goldketten und Sonnenbrillen die Bühne, wurde klar: Hier ging es nicht um klassisches Konzertformat, sondern um ein Feuerwerk aus Klangwitz. Reisige hantierte mit einem ganzen Arsenal an Blockflöten. Die Spanne reichte von der winzigen Sopranino bis zur mannshohen Subgroßbassblockflöte, deren tiefes Brummen die Halle vibrieren ließ. Neben ihm sorgten Behr an der akustischen Gitarre und Conrads an Kontrabass und Mandoline für das Fundament. Und das pendelte zwischen Folk, Rock, Blues, Swing, Disco, Klassik und unverkennbarem Eigensinn.

Wildes Holz © Nordevents (Antje und Wolfgang Karg)

Party-Mucke aus vier Jahrhunderten

Das neue Programm hielt, was der Titel versprach: Musik aus vier Jahrhunderten, verpackt in Arrangements zwischen barocker Verspieltheit und rotzigem Rock-Drive. Immer wieder ließ das Trio anklingen, dass die Blockflöte weit mehr sein kann als das Schulinstrument aus Kindertagen. Denn in ihren Händen wurde sie zum echten Party-Instrument, wie es der Programmtext augenzwinkernd angekündigt hatte.

Wortwitz zwischen den Songs

Was Wildes Holz seit über 25 Jahren auszeichnet, bestätigte sich auch an diesem Abend: der beiläufige Humor, mit dem die drei Musiker durchs Programm führten. Sie erzählten skurrile Geschichten, teilten Seitenhiebe auf die eigenen „schrulligen Ticks“ aus und zeigten eine gehörige Portion Selbstironie. So wurde zwischen den virtuosen Instrumental-Passagen immer wieder herzhaft gelacht. Genau diese Mischung aus Können und Komik nahm das Publikum in den Hapag-Hallen von der ersten Minute an für sich ein.

Virtuosität, die überrascht

Besonders eindrücklich war jener Moment, in dem alle drei Musiker gleichzeitig ihre Instrumente wechselten. Binnen weniger Takte spannten sie einen völlig neuen Klangraum auf, von zartem Flötenspiel zu treibendem Rhythmus. Obwohl der Wechsel so schnell ging, riss die Spannung im Saal keinen Moment ab. Kraftvolle akustische Musik mit hinreißendem Drive, gespielt von einer Band, die rhythmisch auf den Punkt kommt. In einem Solopart spielte Riesiger Loops mit verschieden Flöten ein, die sich zu einem Song zusammen fügten.

Fazit: Wildes Holz in den Hapag-Hallen

Wildes Holz bewies in den Hapag-Hallen einmal mehr, warum das Trio seit weit über zwei Jahrzehnten sein Publikum begeistert. Mit „Block Party“ gelang eine Mischung aus musikalischer Finesse, unverkennbarem Humor und echter Spielfreude, die weit über das hinausging, was man von drei Holzinstrumenten erwarten würde. Wer an diesem Samstagabend in Cuxhaven dabei war, verließ die historischen Hallen mit einem Lächeln im Gesicht. Denn gute Livemusik braucht keine große Bühnenshow, sondern nur drei Musiker, die genau wissen, was sie tun.

Nach Standing Ovations gab es noch eine Zugabe: AC/DC`s „Highwway to Hell” samt Agnus Youngs’ s Duckwalk.

Wie gut die Hapag-Hallen als Konzertsaal funktionieren, zeigte zuletzt auch der Abend mit Danny Bryant; einen weiteren Bericht von dort gibt es vom Irish Heartbeat Festival.


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