ELLI BERLIN: „ELLI BERLIN“

Gregor Eder

Kommen wir zu einer Künstlerin, welche es bisher geschafft hat unter meinem Radar durchzurutschen. Elisa Nürnberger, besser bekannt als Elli Berlin, hat am 27.04.2026 unter eben jenem Namen ihren ersten Longplayer veröffentlicht, welcher ebenso „Elli Berlin“ heißt. Zuvor hatte die Künstlerin nicht nur unter dem Namen einige Eps und ein Live-Album veröffentlicht, sondern auch mit Null Positiv, sowie unter dem Namen EliZa gearbeitet.

Alles etwas verwirrend, aber schlussendlich hat sich Elli Berlin nun durchgesetzt. Satte 10 Tracks wurden serviert und gestartet wird mit „Lebensretter“. Der Song zeigt sich inhaltlich sehr emotional und der Sound hat etwas Theatralisches. Der Opener lässt sich als solide Dark Rock Nummer beschreiben.

Für Platz 2 am Album hat Elli mit Brunhilde, welche auch auf der Albumtour als Opener mit von der Partie ist, zusammengearbeitet. „BANG BANG“ bringt eine interessante Mischung aus eher Industrial-Metal und Sprechgesang.

Bewertung: 6 von 10 Punkten
GENRE: Dark Rock / Industrial Metal
VÖ: 27.04.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: Metalville
Vertrieb: Kontor
Rezensent: Gregor

Der Track bringt motivierende Zeilen, welche auch mit dementsprechender Kraft vorgetragen werden. Mit „Zu wahr um schön zu sein“ wird es dann wieder etwas ruhiger und auch sehr melancholisch. Die Instrumentalsektion agiert hier sehr zurückhaltend und macht erst im Refrain etwas druck, was zu einer guten Dynamik beiträgt.

Etwas elektronischer und offensiver geht es dann mit „Lieder unserer Zeit“ weiter. Hier wird stimmlich recht lasziv gearbeitet und teilweise erinnern die Vocals etwas an unsere Queen Doro. „Wer bist du“ biegt dann mit atmosphärischen Sounds um die Ecke und wird erst zum Schluss etwas härter. Die Ruhe hält nicht lange an, denn mit „Aus der Asche“ wird es dann endlich richtig deftig. Mit „Gefallene Engel“ wird dann etwas in Richtung Power-Metal gewechselt, inklusive eines Gastbeitrages von Tanzwut-Sänger Teufel.

Etwas deftige Shouts werden dann noch mit „Mutterherz“ vorgelegt. Zu dem Song gibt es auch ein fein produziertes Video, in welchem niemand anderer als Knorkators Stumpen vertreten ist. „Hall Of Fame“ hält die aufgekommene Stimmung, mit mehr Melancholie, aufrecht, bis „Tief in der Dunkelheit“ einen Gang zurückschaltet und das Album eher zärtlich abschließt.

Fazit:

Wirklich abgeholt hat mich das Album nun nicht. Die Texte sind schon gut geschrieben, die Instrumentalisierung ist mir aber etwas zu mau. Rein musikalisch klingt das Ganze irgendwie bekannt und verliert dadurch recht schnell an Reiz, sodass auch die Vocals das Gesamte nicht mehr retten können.

Nachdem ich Elli Berlin durch das Album etwas im Auge hatte, habe ich natürlich auch die aktuelle Situation hinsichtlich diverser Vorwürfe mitbekommen. Konkret wurde ein Gig der Band abgesagt, weil jene auf einem Festival spielen soll, auf welchem Frei.Wild Frontmann Philipp Burger auch auftritt.

Die Band hat sich mit einem Statement von den Vorwürfen, Nähe zu gewissen Gedankengut zu haben, distanziert und nach nochmaliger Überfliegen der Text konnte ich darin auch nichts finden, was direkt auf eine politische Richtung schließen lässt. Ich wünsche der Truppe, dass sich das Thema bald klärt, distanziere mich schon vorab, falls die Vorwürfe doch stimmen sollten, und vergebe 6 von 10 Punkten für ein recht mittelmäßiges Album.

Tracklist
  1. Lebensretter
  2. BANG BANG ft. Brunhilde
  3. Zu wahr um schön zu sein
  4. Lieder unserer Zeit
  5. Wer bist du
  6. Aus der Asche
  7. Gefallene Engel
  8. Mutterherz
  9. Hall of Fame
  10. Tief in der Dunkelheit

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