Es ist ja schon etwas länger her, dass ich eine EP rezensiert habe, aber wenn plötzlich jemand wie U2 auftaucht und eine aus dem Nichts veröffentlicht, dann muss ich natürlich auch etwas meinen Senf dazu abgeben. Die aus Dublin stammenden Rock-Giganten haben sich nach der Veröffentlichung von „Song Of Surrender“ etwas rar gemacht und uns auf neuen Stoff warten lassen. Am 18.02.2026 erschien dann plötzlich „Days Of Ash“, eine 6 Track lange EP, welche neben grantigen Rock auch noch einige interessante Featurings liefert.
Gestartet wird mit dem Song „American Obituary“, welcher schon am Titel erkennen lässt in welche Richtung es gehen wird. Der doch für U2-Verhältnisse deftige Rocksong überzeugt nicht nur mit direkten Zeilen, sondern auch einem schön satten Sound. Der Song setzt sich mit der Ermordung von Renee Good durch die US-Einwanderungsbehörde ICE auseinander und so setzt die Band ihren unermüdlichen Kampf gegen die unglaublichen Missstände dieser Welt fort. „The Tears Of Things“ folgt mit eher ruhiger Attitüde und eingängiger Melodie.

U2 sind auch mit „Song For The Future“ zu dem ihnen eigenen Protestrock zurückgekehrt, denn jener würdigt das Leben der durch Sicherheitskräfte im Iran getöteten Sarina Esmailzadeh, welche leider nur 16 Jahre alt wurde. Mit dem Stück „Wildpeace“ von Yehuda Amichai, welches von Adeola über Musik von U2 und Jacknife Lee gelesen wurde, bekommt man ein Interlude geliefert, welche andächtig stimmt. „One Life At A Time“ bringt im Anschluss etwas hallige Vocals von Bono und einen atmosphärischen Sound.
Diesen Song hat die Band Odeh Hadalin, einem palästinensischen Aktivisten gewidmet, welcher letztes Jahr im Westjordanland getötet wurde. Bei all der Schwere der EP haben sich U2 die letzte Nummer für einen kleinen Lichtblick aufgehoben. „Yours Eternally“ wurde mit Taras Topolia, einem ukrainischen Musiker und Soldaten, aufgenommen und auch Ed Sheeran hat sich hier beteiligt. Der Song soll zum Abschluss noch etwas Hoffnung und Mut bringen.
Fazit:
Ich hoffe, dass U2 endlich wieder etwas in Fahrt kommen und uns weiterhin mit politkritischem Rock versorgt. Die EP ist aus meiner Sicht einmal ein guter Anfang und zeigt, dass die Truppe noch immer Dampf und das Zeitgeschehen im Auge hat. Mir persönlich gefällt nicht nur aus welchem Hintergrund die jeweiligen Songs entstanden sind, sondern auch wie unterschiedlich die Songs sind. Mit „Wildpeace“ hat mich die Truppe jedenfalls sehr überrascht. Insgesamt gibt mir die EP etwas Hoffnung und vergebe daher satte 8 von 10 Punkten.
Tracklist
- American Obituary
- The Tears Of Things
- Song Of The Future
- Wildpeace – von Yehuda Amichai, gelesen von Adeola, mit Musik von U2 und Jacknife Lee
- One Life At A Time
- Yours Eternally ft. Ed Sheeran & Taras Topolia













