Endlich einmal wieder gute musikalische Kost aus der Heimat, wenn auch nicht ganz. Die in Hamburg gegründete Band Agassi hat mich im ersten Moment eigentlich an den Tennisspieler erinnert. Hinter dem Namen versteckt sich aber eine Alternative-Rock- beziehungsweise Post-Punk Band mit britischem Sänger. Diese Kombination klingt schon einmal interessant und was die Truppe so zu Gehör bringt, durfte man mit dem frischen Album „Arcade Melodies” vernehmen.
Die Scheibe erschien am 05.06.2026 und enthält insgesamt 10 Songs, auf welche wir uns direkt stürzen werden. Ben Galliers, Nina Müller (Jupiter Jones, Co-Autorin des ESC-Songs „You Let Me Walk Alone“ für Michael Schulte), Matthias Koschnitzke, Mark Tavassol (Wir Sind Helden & Gloria) und Jonas Böcker haben sich daran gemacht in knapp 3 Minuten langen Songs den Hamburger Vibe mit britischer Attitüde zu vermengen und „My Favourite Batman” bringt in Kürze, aber mit Würze ein gutes Beispiel dafür.
Mit gehetztem Beat und schon fast gerapten Vocals wird das Album gestartet. Darüber ob Michael Keaton der beste Batman war, kann man streiten, über die motivierende Wirkung der Nummer aber nicht. Zur Überraschung gibt es mit „Keine Energie geht verloren” auch eine deutschsprachige Nummer auf dem Album, welche zwar von englischen Zeilen eingeleitet wird, doch schlussendlich im Refrain eine ganz klare Message liefert. Nach den doch eher schnellen Songs wird mit „Coin Pusher” etwas entschleunigt und die Richtung Pop-Rock eingeschlagen.

Der Track wirkt schon etwas verträumt, hat aber auch irgendwo eine Spannung inne, welche dafür sorgt, dass der Hörer am Ball bleibt. „The Whole Shebang” zieht gemütlich durch die Ohren und serviert ein sehr simples aber wirkungsvolles Solo. Die zurückhaltende „Solierweise” macht einen schon ganz gierig auf den nächsten Ton. Der Song endet sehr abrupt, doch „Shortcomings” fängt einen mit interessanten Vocal-Effekten und ruhigem Synthesizer auf. Der Song baut sich langsam auf und sorgt für etwas Entspannung. Natürlich kann ein Song namens „The Riot In The Back” nicht ebenso ruhig weiterlaufen.
Hier wird eine interessante Mischung des 70er- und 90er-Brit-Rock vorgelegt, bevor „Boy Wonder” mit eher getragenem atmosphärischen Sound aufwartet. „Last Ditch” hebt die Stimmung dann wieder, bringt aber auch eine gewisse Melancholie wie man es eigentlich von The Cure kennt. Eine gewisse träumerische Grundeinstellung, gemischt mit der Melancholie die entsteht, wenn man das unvermeidliche Ende denkt. Die aufgekommene Schwere wird dann kurzzeitig in „White Lights“ noch weitergetragen, bis sie aufbricht und rege Motivation ausbricht. Mit dem wohl ruhigsten Song, „Trying To Loose My Feet”, wird das Album eher nachdenklich und verhalten abgeschlossen.
Fazit:
Ich würde das Album schon fast als gelungenen Brit-Rock mit Hamburger Wurzeln bezeichnen, doch schlussendlich schlägt die poppige Seite etwas stark durch. Textlich zeigt sich die Band einerseits sehr lebensnahe, andererseits wird auch eine gewisse humorvolle Seite gezeigt, wie beispielsweise mit dem „Akward Break” in „The Whole Shebang”.
Die eher ruhigen Songs regen zum Zurücklehnen und Entspannen an und sorgen somit für eine ausgeglichene Dynamik am Album. Im Großen und Ganzen ist „Arcade Machine” ein Album, welches man jedem Brit-Rock/Pop-Fan empfehlen kann und so vergebe ich 8 von 10 Punkten.
Tracklist
- My Favourite Batman
- Keine Energie geht verloren
- Coin Pusher
- The Whole Shebang
- Shortcomings
- The Riot In The Black
- Boy Wonder
- Last Ditch
- White Lights
- Trying To Lose My Feet













