ANCHORS & HEARTS: „Campfire Chronicles“

Gregor Eder

Albumcover „Campfire Chronicles“ von Anchors & Hearts: Lagerfeuer mit Stühlen und Bus in einem Wald

Die 2012 in Niedersachsen gegründete Band Anchors & Hearts hat am 04.09.2026 ihr nun 6. Studioalbum veröffentlicht und es trägt den Namen „Campfire Chronicles“. Bevor man noch überhaupt in die Songs hineinhört, beeindruckt direkt das Albumcover. Darauf sieht man ein Lagerfeuer, welches nicht brennt, in einem Wald, mit vier Stühlen rundherum und einem Bus im Hintergrund. An sich nichts Außergewöhnliches, doch bei genauerer Betrachtung bemerkt man, dass der Wald lichterloh brennt.

Ein Bild, welches die Gesamtdynamik des Albums nicht besser einfangen könnte. Gestartet wird mit dem Song „Oblivion“, welcher passend mit Lagerfeuer-Geknister startet. Daraufhin wird gen Refrain aufgebaut und schon auf eher punkrockige Art und Weise zerlegt. Nach dem Opener wird es mit „Almost There“ dann schon etwas heftiger und man bekommt etwas Metalcore-artige Klänge um die Ohren gehauen. Wer bisher noch keine Lust zum Mitsingen verspürt hat, der wird spätestens bei den Chor-Passagen in „All Alive“ motiviert.

Bewertung: 9 von 10 Punkten
GENRE: Melodic Hardcore
VÖ: 04.09.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Label/Vertrieb: Redfield Records
Rezensent: Gregor
Albumcover „Campfire Chronicles“ von Anchors & Hearts: Lagerfeuer mit Stühlen und Bus in einem Wald

„Campfire Chronicles“ zwischen Gänsehaut und Nu-Metal

„Ghosts“ folgt mit einem sehr tanzbaren Beat und „You Should Know“ hat schon fast einen leichten Feine Sahne Fischfilet Vibe. An den ersten 5 Songs kann man schon erkennen, dass die Band nicht nur reinen Melodic-Hardcore spielt. Mit „Red Toy Car“ bekommt man einen Zwischenspieler zu Gehör, welcher einem die Gänsehaut aufsteigen lässt. Als Kind eines Musikers kenne ich Anrufe, in der Art wie man sie hier hören kann und somit haben mich die 50 Sekunden sehr berührt.

Auch der darauf folgende Song „On My Own“ geht unter die Haut. Abgesehen von der mitreißenden Dynamik der Komposition wird hier das Thema des Alleinseins gekonnt aufgearbeitet. „Terrified“ entschleunigt darauf gewaltig und lässt sich schon fast als Pop-Song bezeichnen. Mit „Lose It All / Suéltalo“ kommt dann ein gewaltiger Linkin Park-Vibe ins Spiel, wobei auch etwas Paramore mitschwingt. „Say It Louder“ bringt dann eine noch stärkere Ladung an Hardcore gemischt mit Nu-Metal-Elementen, bevor das Album mit „I’m Not Ready“ einen starken Abschluss hinlegt.

Fazit

Melodic Hardcore ist mir oft etwas zu sanft, da hier gerne im Vers hart gemartert und darauf im Refrain eher lieblich dahin gesungen wird. Nicht so bei Anchors & Hearts! Die insgesamt 11 Songs liefern fein abwechslungsreich ab und lassen sich nicht in dieses allzu bekannte Schema des Melodic Hardcore pressen. Neben dem wirklich gelungenen Sound gehen die Texte unter die Haut, regen zum Nachdenken, aber auch zum Mitsingen, an.

Die am Cover dargestellte Metapher könnte den gesamten Vibe des Albums nicht besser einfangen und die Message dahinter passt nur allzu gut in die heutige Zeit. „Campfire Chronicles“ ist ein wirklich gelungenes Album, welches aus meiner Sicht 9 von 10 Punkten verdient hat. Dankenswerterweise durfte ich im Rahmen der Veröffentlichung ein paar Fragen an Sänger Manuel Wintjen stellen. Was jener geantwortet hat könnt ihr hier nachlesen:

Tracklist

  1. Oblivion
  2. Almost There
  3. All Alive
  4. Ghosts
  5. You Should Know
  6. Red Toy Car
  7. On My Own
  8. Terrified
  9. Lose It All / Suéltalo
  10. Say It Louder
  11. I’m Not Ready

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