DINOSAUR JR.: „There Near“

Gregor Eder

Albumcover von Dinosaur Jr.: „There Near“ – dunkle Malerei mit geisterhaften Figuren und Totenkopfmotiven auf schwarzem Grund

Kommen wir zu einem speziellen Gusto-Stück für Freunde des Alternative Rock. Eine Band, die von Nirvana als Inspiration angeführt wurde, muss man heutzutage nicht mehr vorstellen. Dinosaur Jr. haben über die Jahre ihres Bestehens, abgesehen von der Pause zwischen 1997 und 2005, die Welt des Alternative Rock geprägt wie fast keine andere Band. Am 28.08.2026 war es endlich wieder so weit, dass uns die legendäre Truppe, bestehend aus J Mascis, Murph und Lou Barlow, ein neues Album geschenkt hat.

Vor 5 Jahren gab es mit „Sweep It Into Space“ eine wirklich feine Klangreise und auch das frische Werk „There Near“, erschienen bei Jagjaguwar, bringt nicht minder interessante Klänge. Gestartet wird mit „Several Got Away“, einem Stück, welches direkt mit fetzigem 90er-Vibe aufwartet und Lust auf mehr macht. Hier werden schön angeranzte Vocals und ein Gitarrensolo, welches nur so durch den Gehörgang saust, dargeboten. „No Friends“ schlägt eine etwas melancholischere Schiene ein, hat aber auch gewaltig Druck und verführt mit nachdenklich stimmenden Zeilen.

Bewertung: 9 von 10 Punkten
GENRE: Alternative Rock
VÖ: 28.08.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: Jagjaguwar
Vertrieb: Cargo
Rezensent: Gregor
Album kaufen: Dinosaur Jr.

Darauf bringt „Everything At Once“ eine schon fast seltsam positive Stimmung auf, auch wenn irgendwie eine gewisse Schwere mitschwingt, welche verdeutlicht, wie es sein kann, wenn man alles auf einmal serviert bekommt. „Take Me With You“ legt im Anschluss einen Zahn zu und überzeugt mit fetzigen, aber auch „mellow“ Riffs. Bei einem Titel wie „Blowin’ Up“ erwartet man eigentlich einen deftigen Track, doch Dinosaur Jr. überraschen mit einem eher getragenen fuzzigen Sound, bei welchem man wieder versteht, welche Bands die Truppe noch so beeinflusst hat. „Gone Off“ motiviert zum Headbangen und bringt einen schönen old-school Punk-Rock-Vibe, bevor „Clam Along“ etwas wilder loslegt.

Hier wird nochmal fein abgerockt, bevor „Walk Me Back“ wieder entschleunigt. Mit einem Sound, welcher hinsichtlich der Instrumentalsektion schon fast an The Cure erinnert, geht es dann in „Read The Room“ weiter. „Put It Down“ wartet darauf mit schon bluesig souliger Attitüde auf, bevor das Album mit „No One’s Ready“ schon fast eher mit einem Classic-Rock-Sound, welcher an R.E.M. erinnert, abgeschlossen wird.

Fazit

Schon der erste Track hat mich in das wohlige Gefühl der Aufbruchsstimmung der 90er versetzt. Ja, ich weiß, dass ich die 90er nur noch 3 Jahre mitbekommen habe, aber zumindest klingt das Album so, wie ich mir die Zeit vorstelle. Eine Mischung aus Teenage-Angst, Sehnsucht nach Freiheit und dem klaren Blick auf die Härte der Welt.

Ehrlich gesagt gab es bisher fast kein Dinosaur-Jr.-Album, welches mir nicht gefallen hat und diesmal hat die Band einmal wieder derartig fein abgeliefert, dass „There Near“ schon fast zu meinen Favoriten in der Diskografie der Band zählt. Ein absolut frisches Album mit gekonnt nostalgischem Vibe, welcher nicht zu dick aufträgt! Daher gibt es meinerseits 9 von 10 Punkten.

Tracklist von „There Near“

  1. Several Got Away
  2. No Friends
  3. Everything At Once
  4. Take Me With You
  5. Blowin’ Up
  6. Gone Off
  7. Clam Along
  8. Walk Me Back
  9. Read The Room
  10. Put It Down
  11. No One’s Ready

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