ENTER SHIKARI: „Lose You Self“

Gregor Eder

Und aus dem Nichts war sie auf einmal da! Ja genau, ich spreche von der am 10.04.2026 veröffentlichten Scheibe „Lose Your Self“ aus dem Hause Enter Shikari. Die aus England stammende Band wurde 1999 gegründet und seit 2007 wurde von jener so circa alle 3 Jahre ein Album veröffentlicht. „A Kiss For The World“ erblickte das Licht der Welt im Jahr 2023 und somit war es etwas erwartbar, dass man dieses Jahr wieder etwas Frischen von der Band zu Gehör bekommen würde.

Wie und wann blieb bis 10.04.2026 offen, denn ohne jegliche Vorwarnung wurde „Lose Your Self“ veröffentlicht. Die Freude bei den Fans war groß und ich war auch schon sehr gespannt was die Scheibe bringen würde. Losgelegt wird jedenfalls mit dem Titeltrack „Lose Your Self“, welcher einen zuerst mit atmosphärischen Sounds in seinen Bann zieht und mit einer interessanten Mischung aus Rock und elektronischen Elementen, welche schon etwas in Richtung Nu-Metal geht, überrascht. Der Opener ist sehr dynamisch geladen und bringt eindrucksvolle ruhige Momente, dann aber auch deftige Riffs die etwas an Linkin Park erinnern. „Find Out The Hard Way“ folgt mit einem dezenten Pop-Punk-Vibe und eher freundlicher Melodie, wenn auch die Lyrics eine eher melancholische Stimmung aufbringen.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

GENRE: Alternative Rock
VÖ: 10.04.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: So Recordings
Vertrieb: Secondmusic
Rezensent: Gregor


Hier hat die Band etwas Ähnlichkeit mit Thirty Seconds to Mars, vermischt mit Pop-Punk-Attitüde. „Dead In The Water“ fokussiert wieder etwas mehr auf elektronische Sounds, wenn auch der Refrain schön mitreißende Gitarren serviert, bis „Demons“ schon fast etwas nach Pendulum klingt. Darauf folgt „The Flick Of A Switch I“, hält den Sound etwas aufrecht und erweitert um ein dezentes The Prodigy Feeling. „I Can`t Keep My Hands Clean“ überrascht damit mit einem schön Grunge-lastigen Sound und etwas Hang zu Noise. Nach dem doch etwas wirren Track wird mit „It`s Ok“ etwas entschleunigt.

Die solide Bass-Line und der ruhige Sprechgesang beruhigen einen und passen sehr gut zur Message des Tracks. „The Flick Of A Switch II.“ zerreißt anschließend die aufgekommene Stimmung und wartet mit einem schon fast Mick Gordon artigen Endpart auf. „Shipwrecked“ liefert darauf eher Partystimmung, bevor mit dem dreiteiligen Werk „Spaceship Earth“ weitergeht. Der Dreiteiler zeigt sich als wilde Reise durch die verschiedenen Facetten von Enter Shikari und schließt das Album somit gekonnt ab.

Fazit:

Ich durfte schon einige Male live sehen und war immer wieder verblüfft davon, wie gekonnt die Truppe ihren Stil von Song zu Song wechselt. Die Genrebezeichnung Alternative Rock trifft hier eigentlich nur bedingt zu, da die Band sich auch gerne einmal etwas härter zeigt und in Richtung Metal, wenn nicht Metalcore, geht. „Lose Your Self“ wartet mit einer Mischung aus elektronischen Elementen, weit atmosphärische Sounds, direktem Klargesang, deftigen Shouts und nächtigen Riffs auf.

Eine wilde Mischung, welche aber auch sehr gut ins Ohr geht. Für meinen Geschmack ist die Band auf dem neuen Werk schlussendlich aber gar etwas zärtlich im Umgang mit dem Hörer. Ich hätte mir ein bisschen mehr Härte, speziell in den Gitarrenparts, gewünscht. Das ist aber auch schon das Einzige, was ich bemängeln kann und daher vergebe ich 9 von 10 Punkten.

Tracklist
  1. Lose Your Self
  2. Find Out The Hard Way…
  3. Dead In The Water
  4. Demons
  5. The Flick Of A Switch I.
  6. I Cant`t Keep My Hands Clean
  7. It`s Ok
  8. The Flick Of A Switch II.
  9. Shipwrecked!
  10. Spaceship Earth (I. Avec Abandon)
  11. Spaceship Earth (II. Angoscioso)
  12. Spaceship Earth (III. Maestoso)

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