ABRAMOWICZ: „Joy of missing out“

Gregor Eder

Die Hamburger Truppe Abramowicz hat sich am 22.05.2025 mit ihrem zweiten Studioalbum zurückgemeldet! Nach einer doch etwas längeren Zeit, genaugenommen 7 Jahre, zwischen den nun 2 Alben darf man sich mit „Joy Of Missing Out“ über insgesamt 12 frische Tracks freuen, auf welche wir uns direkt einmal stürzen werden. Der Einstieg zeigt sich zwar recht zärtlich, aber mit einer gewissen Melancholie und einem leicht gespentischen Heulen versehen. „Entering Monster City“ heißt einen in der monströsen Stadt willkommen, in welcher man nichts anderes jagen kann als seine eigenen Geister, doch die Straßen immer gleich bleiben.

Die aufgekommene Stimmung wird mit „Money Takes“ noch etwas gehalten, aber Stück für Stück von einer gewissen hoffnungsvollen Atmosphäre, trotz nachdenklich stimmenden Text, verblasen. Vom Sound her erinnert der Sound direkt an Bands wie X-Ambassadors, etwas an Mumford & Sons und auch The Killers, auf welche wir später noch zurückkommen werden. Nach der hoffnungsvollen Resignation wird es mit „The Quiet“ definitv nicht still. Mit etwas flotterem Beat und direkteren Gitarren, inklusive direkten Lyrics hat der Song eine starke Wirkung und bringt einen zum Mitwippen. Inhaltlich zeigt er die unumgänglichen Inkohärenzen des Lebens auf, welche wir manchmal lösen und ein anderes mal für einen Neustart akzeptieren müssen, dass Manches nicht lösbar ist, es aber weitergeht.

Bewertung: 9 von 10 Punkten
GENRE: Rock/Punk-Rock/Pop-Rock
VÖ: 22.05.2026
Format: Vinyl / Digital
Label/Vertrieb: Kontor New Media
Rezensent: Gregor


Mit dem Song „Mercimek Forever“ wird dann eine Rock-Ballade abgeliefert, welche speziell von der stimmlichen Performance beeindruckt, da sich hier Jule zur Band gesellt hat und so bekommt man hier ein regelrechtet Feuerwerk an Vocal-Kombinationen serviert. Mit „Hunter“ wird dann endlich das frische Saxophon direkt im Intro ausgepackt und die Komposition klingt nach einem frischen Sommerhit mit melancholischer Note. Nach dem doch belebenden Track wird es mit „Reveries“ etwas ruhiger und ich kann leider nicht anders als hier einen Vergliech zu Coldplay mitschwingt, wobei auch ein dezenter Elton John Vibe mitschwingt.

Doomsday“ hebt wieder etwas die Stimmung und überzeugt mit drückendem Beat, sowie etwas rauerem Gesang. „Dark Fields“ bringt im Anschluss einen etwas The Police-artigen Sound und ein Gefühl des unvermeidlichen Untergangs. Der dezente Brit-Pop-Einschlag bleibt mit „Orange Lemonade“ aufrecht und auch der Titeltrack „Joy Of Missing Out“ geht etwas in diese Richtung, wenn auch hier die Punk-Rockige-Attitüde überwiegt.

„DNA Runway“ folgt mit einem pumpenden Refrain, bevor das Album mit „Leaving Monster City“ sein Ende nimmt; wo wir wieder bei The Killers angekommen sind! Freudiger Weise durfte mich mit Saxophonisten und Multiinstrumentalisten Nico von Abramowicz ein –> Interview führen, bei welchem er mir verraten hat, dass das „Intro“ und „Outro“ von „The Joy Of Missing Out“ eine Reminiszenz auf das The Killer Album „Sams Town“ ist. Genaueres könnt ihr hier nachlesen:

Fazit:

Soweit ich mich erinnern kann habe ich das erste Album von Abramowicz sehr genossen, obwohl diese Art von Rock mir eigentlich nicht so liegt. Woran ich mich definitiv erinnern kann ist, dass mich die Lyrics absolut abgeholt haben und so verhält es sich auch bei „The Joy Of Missing Out“. Blöd gesagt freute ich mich darüber, dass ich die Band in der Zwischenzeit vom Radar verloren hatte, da dieses Album mir umso mehr Freude bereitete. Passt eigentlich sehr gut zum Albumtitel. Einerseits freute ich mich wieder von der Band zu hören, andererseits gefällt mir das Album sehr gut.

Normalerweise höre ich zur Entspannung Slayer, doch irgendetwas hat Abramowicz an sich, dass mich beruhigt und mir Hoffnung gibt. Abgesehen davon ist der Sound sehr gelungen und die ca. 39 Minuten vergehen beim Hören wie im Flug, sodass man fast versucht ist die Scheibe direkt neu zu starten.

Man muss schlussendlich aber auch auf den doch sehr melancholische Vibe stehen, was wiederum mein einziger Kritikpunkt wäre. Wenn man nur auf den Gesamtklang hört kann jener motivieren und anregen, doch hört man auf die Texte, dann kann man durchaus schon sehr melancholisch reagieren, wenn nicht zu tränen gerührt sein. Das Album ist auf jeden Fall auf eigene Art und Weise bewegend und daher vergebe ich 9 von 10 Punkten.

Tracklist
  1. Entering Monster City
  2. Money Takes
  3. The Quiet
  4. Mercimek Forever
  5. Hunter
  6. Reveries
  7. Doomsday
  8. Dark Fields
  9. Orange Lemonade
  10. Joy Of Missing Out
  11. DNA Runway
  12. Leaving Monster City

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