AVATAR: „Don`t Go Into The Forest“

Gregor Eder


Na? Habt ihr euch schon einmal im Wald verlaufen? Ein jeder der die Erfahrung gemacht hat, wird den Titel des nun zu besprechenden Album sicherlich ernst nehmen. „Don`t Go Into The Forest“ heißt das neueste Werk von AVATAR und was darauf zu hören ist, soll jetzt Thema sein. Für alle, die noch nie von der 2001 in Mölndal, Schweden, gegründeten Band gehört haben, sei gesagt, dass ihr nun in einen gewaltigen Zirkus zwischen Fantasie und Realität eintauchen werdet!

Das neue Album fand am 31.10.2025, pünktlich zu Halloween, seinen Weg unters Volk und fand direkt Anklang. Kein Wunder, wenn der erste Song „Tonight We Must Be Warriors“ direkt dazu anregt in den musikalischen Krieg zu ziehen und mit der Gitarrenaxt um sich zu schwingen. Der etwas zärtliche Refrain spiegelt zwar nicht die Härte des Texts wider, regt aber direkt zum Mitsingen an.

Mit „In The Airwaves“ geht es dann deutlich härter weiter, denn hier lassen AVATAR ihre Nu-Metal bzw. Industrial Seite hervorblitzen. Ein wirklich guter Einheitzer nach dem doch eher entspannten Einstieg. Der Opener hatte schon einen etwas Piraten-artige Touch, doch jener wird mit „Captain Goat“ erst so richtig ausgelebt, wenn auch mit leichten Groove-Metal-Elementen. Nach dem Seemanns-Garn geht es ab in den Wald, vor welchem wir gewarnt wurden.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

GENRE: Metal
VÖ: 31.10.2025
Format: CD / Vinyl / Digital
Label/Vertrieb: Black Waltz Records
Rezensent: Gregor

„Don`t Go In The Forest“ zeigt sich als eine Mischung aus der Härte des zweiten Songs und etwas beschwingteren Versen als im dritten Song. So ist der Titeltrack nicht zu hart für Fans der melodischen Seite der Band, andererseits wird auch genug gemartert, um die Gegenseite zu befriedigen. „Death And Glitz“ durfte ich schon des Öfteren im Radio vernehmen, was meine Meinung, dass der Song der ‚Radio-freundlichste‘ des Albums ist, nur verstärkt hat.

Abduction Song“ folgt mit schon fast Thrash-Metal-Vibe und ist leider eine Nummer, die wir sehr wahrscheinlich nicht im Radio hören werden. „Howling At The Waves“ entschleunigt darauf enorm, beeindruckt aber mit einfühlsamer Melodie. „Dead And Gone And Back Again“ lässt sich als eine Mischung aus den epischen Komponenten des Power-Metals und 80er-Hard-Rock-Vibe beschreiben.

Als längster Song des Albums sorgt er noch einmal kurz für etwas Entspannung, bevor dann „Take This Heart And Burn“ wieder mächtig Gas gibt. Abgeschlossen wird das Album mit „Magic Lantern“ auf wirklich interessant progressive Art und Weise.

Fazit:

Mir ist noch immer nicht ganz klar, was ich mit AVATAR anfangen soll. Die Band liefert sehr abwechslungsreich ab, sodass ich hier nur die Genre-Beschreibung Metal nutzen konnte, da eine Listung aller Untergenre, welche bespielt werden, den Rahmen sprengen würden. Klar ist, dass AVATAR eine stark epische Seite haben, welche aber auch mit einer gewissen Mystik einhergeht.

Textlich gibt es genügend Raum für Eigeninterpretation, aber auch ausreichend Passagen zum Mitsingen. Ich bin mir sehr sicher, dass einige Songs des Albums live von der Crowd inbrünstig mit gegrölt werden. Das nun 10te Studioalbum der Band hat mich nicht wirklich vom Hocker gehauen, doch schlussendlich für eine gute Zeit unterhalten. Daher vergebe ich 8 von 10 Punkten.

Tracklist
  1. Tonight We Must Be Warriors
  2. In The Airwaves
  3. Captain Goat
  4. Don`t Go In The Forest
  5. Death And Glitz
  6. Abduction Song
  7. Howling At The Waves
  8. Dead And Gone And Back Again
  9. Take This Heart And Burn
  10. Magic Lantern

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