Deep Purple sind immer wieder für eine Überraschung gut! Diesmal heißt es “Splat!”. Nach dem wohl härtesten Studioalbum der Band, namens “=1”, folgt nun das 24. Studiowerk der Rockgiganten. Ian Gillan (Vocals), Simon McBride (Guitar), Roger Glover (Bass), Ian Paice (Drums) und Don Airey (Keys), haben sich einmal wieder mit Produzenten Bob Ezrin zusammengetan, um uns 13 frische Songs zu servieren. Der Name des Albums ist eine Anspielung auf einen alten Witz: Frage: Was geht einem Insekt als Letztes durch den Kopf, wenn es an die Windschutzscheibe knallt? Antwort: Sein Arsch!
Dieser Witz erklärt einerseits „Splat!”, andererseits steht er auch metaphorisch dafür, dass sich Deep Purple sozusagen den Arsch durch den Kopf gehen ließen, um neue musikalische Wege zu finden. Diesmal war Ezrin nicht nur als Produzent dabei, sondern steuerte als zweiter Gastmusiker auch Backing-Vocals bei. Zum zweiten Gastmusiker kommen wir gleich. Eröffnet wird das Album mit dem Song „Arrogant Boy” welcher direkt mit einem unglaublichen Speed loslegt.
Der Start ist wirklich druckvoll und inhaltlich setzt sich der Song mit der Diskrepanz zwischen Arroganz und Selbstvertrauen auseinander. Mit „Diablo” wird es dann mächtig groovig und man bekommt sogar Keith Urban (australisch-neuseeländisch-amerikanischer Country-Sänger, Songwriter und Gitarrist) an der Gitarre zu Gehör. Inhaltlich wirkt der Song einerseits wie eine Ode an die Kraft der Frau, andererseits auch wie ein Appell auch etwas waghalsig und mutig zu sein.

Speziell fein ist hier die Passage ab ca. 1:50, in welcher alle Instrumentalisten, abgesehen von Paice, einmal so richtig geile Soli heraushauen. Im Intro von „The Rider” wartet Airey mit einem reinen Key-Intro auf, bevor mit direktem Rock-Beat und schönen Zerlegungen der Gitarren weitergemartert wird. Auch „The Lunatic” fährt schön „crazy” und Gillan beeindruckt stimmlich in der dichten Wand der Instrumente. Mit „The Only Horse In Town” geht es weniger brutal weiter und man bekommt einen „Classic Rock Song” serviert, welcher sogar etwas an The Who erinnert. In “Sacred Land” lässt sich Airey zuerst etwas Zeit um etwas Spannung aufzubauen und dann wird erbarmungslos weiter gestampft.
Erst mit „The Beating Of Wings” wird es wieder bluesig und entspannter. „Guilt Trippin'” bringt erneut einen schönen Einstieg seitens Airey, gibt dann aber gewaltig Gas und bringt sogar etwas Experimental-Rock, wenn nicht Progressive-Rock. Der folgende Song „Scriblin’ Gib’rish” überzeugt mit mitreißendem Rhythmus, bis „Jessica’s Bra” mit eher vordergründiger Melodie auftrumpft. „Third Call“ lässt eher wieder die bluesige Seite der Band hervorblitzen, bevor es mit „My New Movie” eher klassisch weitergeht.
Schlussendlich wird der Song dargeboten, auf welchen wir alle gewartet haben: “Splat!”. Mein einer prägnanten Bass-Line und eingängigen Gitarrenmelodien, wird hier zum Abschluss alles geboten, was man sich von Deep Purple wünschen kann.
Fazit:
Schon die erste Nummer hat mich absolut abgeholt. Derartig deftig habe ich Deep Purple nur am letzten Album gehört und ich bin bis jetzt noch beeindruckt von der Härte, welche auch ohne großer Zerre der Gitarre funktioniert. Die Großmeister wissen schon genau was sie tun und es beeindruckt mich wirklich, wie sie es immer wieder schaffen, den Hard Rock ein bisschen neu zu erfinden.
Das Album ist schon sehr hart an der Grenze zum Metal, aber eben genau nur dort. Deep Purple sind und bleiben Grenzgänger und genau das macht sie auch aus. Ich bin von “Splat!” wirklich begeistert und vergebe daher 10 von 10 Punkten. Eine absolut feine Scheibe!
Tracklist
- Arrogant Boy
- Diablo
- The Rider
- The Lunatic
- The Only Horse In Town
- Sacred Land
- The Beating Of Wings
- Guilt Trippin’
- Scriblin’ Gib’rish
- Jessicas’s Bra
- Thir d Call
- My New Movie
- Splat!













