DOMINUM: „Night Is Calling”

Gregor Eder

Na ihr Zombies da draußen? Bock auf etwas Musik für Untote? Dann seid ihr hier absolut richtig, denn DOMINUM haben mit “Night Is Calling” satte 13 Track vorgelegt, welche eure eingerosteten Knochen wieder in Bewegung bringen werden. Dr. Dead und seine Truppe sind einmal wieder unterwegs und zum Einstieg bekommt man „The Circus In Town” serviert. Der erste Track überrascht nicht nur mit einem interessanten Beat, sondern auch einem Breakdown, welcher schon fast in SLIPKNOT-Manier abliefert.

Irgendwie wirkt der Opener als hätten AVATAR und CYPECORE ein Kind gehabt. „Doctor Doctor” folgt mit einer interessanten Variation aus 80er-Rock-Melodie und doch deftigen Gitarren und Rhythmen, welche wie eine Revitalisierung der guten alten melodischen Rock-Riffs a la MÖTLEY CREW wirkt. Im folgenden Track namens „Children Of The Night” wird episch dahin gestampft wie bei SABATON, aber auch mit fein ausgefuchsten Melodien wie bei GHOST gearbeitet. „Nosferatu” eröffnet interessanterweise mit “Eins, Zwei, Drei!”, liefert dann aber doch einen englischen Text, welcher dem altehrwürdigen Vampir und somit einem gleichgesinnten Untoten huldigt.

Bewertung: 9 von 10 Punkten
GENRE: Power Metal
VÖ: 03.07.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Label/Vertrieb: Napalm Records
Rezensent: Gregor


Speziell fein ist hier die kurze leichte Anlehnung an Tanz der Vampire und der Chorgesang. Weiter geht es dann mit einer Kooperation zwischen DOMINUM und BATTLE BEAST namens „Night Is Calling“. Die Stile der Bands mischen sich sehr gut, doch der Song ist wohl der popigste am ganzen Album. „Night Is Calling“ ist sehr radiotauglich, überzeugt mit stimmlicher Stärke und eingängigem Refrain. Nachdem die Nacht gerufen hat, findet sich im Finsteren „Jack The Ripper“, welcher mit schön drückendem Beat sein nächstes Opfer sucht.

Wie auch schon auf den vorherigen Alben darf ein Cover-Song nicht fehlen und diesmal hat sich die Band an etwas Besonderes gewagt. Den King of Pop zu covern ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, doch DOMINUM haben sich jener gestellt und sehr brauchbar abgeliefert. Normalerweise wird ja eher der Teufel höchstpersönlich angesprochen, doch diesmal haben wir es mit „Devil`s Son“ zu tun und der Track erinnert etwas an die frühen FEUERSCHWANZ.

Auf einem guten Power-Metal-Album darf das Thema Alkohol natürlich nicht fehlen, doch DOMINUM geben jenem mit „I Don`t Drink Wine“ einen ganz eigenen „Spin“. „Endzeit“ bringt vor dem Abschluss mit zwei Akustik-Songs, welche der Stimme nochmal einen ganz eigenen Raum geben, ein schön dystopisches Setting inklusive dementsprechend brachialen Sound.

Fazit:

DOMINUM habe ich erst seit diesem Album am Radar, da ich doch eher selten dem epischen Power Metal fröne. Power Metal im Zombie-Gewand war mir in dieser Form noch nicht bekannt, doch irgendwie hat es direkt in mir Assoziationen mit LORDI und GWAR hervorgerufen, da diese Bands ja auch ihr ganz eigenes Universum haben.

Dr. Dead hat hier mit seiner Truppe ein wirklich spannendes Album hingelegt, auch wenn es mir von den behandelten Themen etwas zu sehr herumhüpft. „Thriller“ ist ein wirklich gelungenes Cover und auch die Kooperationsnummer beeindruckt. Alles in allem ist „Night Is Calling“ wirklich gut gelungen und hat aus meiner Sicht 9 von 10 Punkten verdient. Eine wirklich interessante musikalische Reise die hier vorgelegt wurde!

Tracklist
  1. The Circus Is In Town
  2. Doctor Doctor
  3. Children Of The Night
  4. Nosferatu
  5. Dark Melodies
  6. Night Is Calling ft. Battle Beast
  7. Jack The Ripper
  8. Thriller
  9. Devil`s Son
  10. I Don`t Drink Wine
  11. Endzeit
  12. Don`t Get Bitten By The Wrong Ones (Acoustic)
  13. Hey Living People (Acoustic)

Weitere Rezensionen
Schon geteilt?