Vergangene Woche gab es für viele Metal-Heads einen gewaltigen Grund zu feiern! Die Bay Area Thrash Metal Legenden EXODUS haben sich nicht nur mit einem neuen Album, sondern auch gleich mit „neuem/alten“ Sänger zurückgemeldet. Rob Dukes ist zurück und scheint mit der Truppe wieder bestens zusammengefunden zu haben. Nachdem wir nun 2 Alben ohne ihn auskommen mussten, gibt es endlich einen Nachschlag und er trägt den Namen „Goliath“.
Mit „3111“ wird recht episch eingeleitet, sodass man schon fast glaubt, dass Holt etwas zu lange bei Slayer gespielt hat. Nach dem Intro geht es dann aber auf typische Exodus-Art weiter. Mit drückendem Beat und eingängigem Gitarrenriff wird hier losgemartert. Der Basssound ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, unterdrückt dafür aber den Sound der Kick-Drum nicht zu stark. „Hostis Humani Generis“ folgt mit ähnlicher Attitüde, ist aber hinsichtlich des Gesangs etwas sparsamer. Erst ab 01:13 bekommt man die bissige Stimme von Rob Dukes entgegengeschossen. Nach dem gelungenen Einstieg wird mit „The Changing Me“ erst so richtig abgeliefert, denn hier hat sich niemand anderes als Peter Tägtgren (Hypocrisy und Pain) hinzugemengt.

Die Stimmkombination bringt eine ganz eigene Dynamik in den Song, welche direkt Lust auf mehr macht, wenn auch hier nicht mehr von klassischem Thrash-Metal gesprochen werden kann, da doch ungewöhnlich melodisch gearbeitet wird. „Promise You This“ überrascht darauf mit interessanter Rhythmisierung, bevor „Goliath“ eher durch den Gehörgang stampft und mit neoklassischem Sound auftrumpft. Katie Jacoby hat hier mit ihrer Violine wirklich beeindruckend abgeliefert.
„Beyond The Event Horizon“ bringt im Anschluss einen gewissen Old-School-Vibe und „2 Minutes Hate“ schließt sich hier an. Mit „Violence Works“ wird es kurzfristig wieder etwas experimenteller und auch groovig. Der Track entspannt den Gehörgang etwas, bevor die Band den knapp 8 Minuten langen Song „Summon Of The God Unknown“ auf einen loslässt. Abgeschlossen wird das Album mit „The Dirtiest Of The Dozen“, einem energiegeladenen Track, welcher zum Ende noch einmal aufhorchen lässt.
Fazit:
Nach meiner „Punk-Phase“ driftete ich sehr schnell in Richtung Thrash- und Death-Metal. Der dreckig böse Sound von Exodus hat mir schon immer sehr gut geschmeckt, da darin schon auch ein gutes Stück Hardcore-Punk enthalten war. „Goliath“ bringt nun aber Songs, welche man nicht mehr auf den alten Sound reduzieren kann. Hier wird von klassischem Thrash bis hin zu ausgefuchst epischen Melodien so einiges abgeliefert.
Ich wage zu behaupten, dass ich Exodus so noch nicht gehört habe. Das meine ich aber ausschließlich im positiven Sinne, denn die Abwechslung ist wirklich ein Genuss. Ich hatte etwas die Sorge, dass mit Dukes auch etwas die alte Ära im Fokus dieses Albums stehen würde, doch da lag ich absolut falsch. Aus meiner Sicht haben Exodus einmal wieder bewiesen, dass auch Thrash-Metal sehr vielseitig sein kann und daher vergebe ich satte 9 von 10 Punkten.
Tracklist
- 3111
- Hostis Humani Generis
- The Changing Me
- Promis You This
- Goliath
- Beyond The Event Horizon
- 2 Minutes Hate
- Violence Works
- Summon Of The God Unknown
- The Dirtiest Of The Dozen













