FJØRT: „Belle Époque“

Gregor Eder

Ich bin zwar nicht der größte Freund von Post-Hardcore, da sich hinter diesem Genre oft etwas anstrengende Bands stecken, doch FJØRT ist bei mir immer wieder willkommen. Die 2012 in Aachen gegründete Band hat mir mit den bisher 4 Alben gezeigt, dass es auch Post-Hardcore gibt, den ich gerne höre und seit 20.02.2026 dürfen wir uns alle über ein neues Album aus den Händen der Truppe freuen.

Mit „Belle Époque“ hat die Band insgesamt 11 frische Tracks rausgebracht und mit „Messer“ wird direkt hart losgestartet. Der Opener wirkt vorerst zurückhaltend, bricht dann aber mit einer gewaltigen Kraft über einen herein. „Hertz“ fällt kurz mit der Tür ins Haus, entschleunigt und tritt dann wieder das Gaspedal durch.

„’43“ dröhnt langsam dahin, bis die Gitarren einsetzen und dem Ganzen etwas Form geben. Hier bekommt man zur Abwechslung einmal etwas Clean-Vocals dargeboten, doch natürlich sind jene nur die Ruhe vor dem Sturm. Ab Minute 1 wird mächtig dahingeprügelt, sodass man einfach nurmehr headbangen kann.

Bewertung: 10 von 10 Punkten
GENRE: Post-Hardcore
VÖ: 20.02.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Label/Vertrieb: Grand Hotel Van Cleef
Rezensent: Gregor


Durch „Kalie“ kommt dann im Anschluss eine etwas entspanntere Atmosphäre auf, welche schon fast freundlich wirkt, im Vergleich zu den Vorgängern. Der doch auch etwas punkige Song zieht einen in seinen Bann und lässt einen erst wieder beim letzten Gitarrenton los. „Mir“ dreht dann wieder komplett am Rad und wirkt in den ersten Sekunden schon fast brav. Der Song baut langsam auf, mäandert dann aber auf halber Höhe herum. „Aer“ ist hier wesentlich direkter und liefert einen gewaltig feinen Groove.

Das Ganze hat auch etwas sehr Djentiges, bevor man in ein atmosphärisches Rauschen geworfen wird und man wieder einmal merkt wie vielseitig Post-Hardcore sein kann. Mit „Rott“ packt die Band noch kurz ihre Nu-Metal-Seite aus, bevor „Danse“ wieder eher in Richtung Punk geht. Der Song treibt mit seinem Refrain richtig schön an und bringt so nochmal richtig Dampf, bevor mit „22:30″ wieder entschleunigt wird. „Yin“ gibt darauf schon wieder etwas mehr Gas, wenn auch mit ruhigen Passagen und „Nacht“ schließt das Werk mit einer gewissen Getriebenheit ab.

Fazit:

Ich gebe ehrlich zu, dass mich die Texte von FJORT nicht immer mitreißen, aber dafür genieße ich immer wieder die Vortragsweise. Es gibt wirklich nicht viele Bands die mir einfallen, wenn es um rein deutschsprachige Harsh-Vocals geht. FJORT haut einem nicht nur instrumental, sondern auch verbal gut eine rein, sodass man sogar noch Lust auf Mehr hat! Ich bin der Meinung, dass sich die Band mit diesem Album einmal wieder selbst übertroffen hat und vergebe 10 von 10 Punkten!

Tracklist
  1. Messer
  2. Hertz
  3. ’43
  4. Kalie
  5. Mir
  6. Aer
  7. Rott
  8. Danse
  9. 22:30
  10. Yin
  11. Nacht

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