Vor einiger Zeit wurde mir ein Album zugeschickt, welches mich irgendwo schon mit dem Cover abgeholt hat. Was mag wohl hinter einem Album stecken auf dessen Cover man eine Mutter Maria bedeckt von Wurstblättern betrachten darf? Genau das soll nun Thema sein, denn Get Well Soon hat mit „Minus The Magic” und genanntem Cover nun 20. Jubiläum gefeiert. Am 22.05.2026 wurde die neue Scheibe des Projekts von Konstantin Gropper veröffentlicht und diesmal darf man sich über 11 Tracks freuen, welche er direkt mit seiner vollen Tour-Band aufgenommen hat.
Gestartet wird mit „The 4:3 Days”, einem Song, welcher einerseits etwas getrieben wirkt, dann aber im Refrain mit einer sehr eingängigen Melodie aufwartet. Die überarbeite Version mit voller Band ist wesentlich drückender und bring einen feinen 90er-Vibe. „OK” wartet darauf mit verspielterem Rhythmus auf, während sich die Gitarren etwas zögerlicher zeigen und so den Vocals mehr Raum geben. Mit „A Night At The Rififi Bar” kommen wir zu einem Song, welcher schon auf der EP „The Lufthansa Heist” zu finden war. Diesmal wurde er, so wie der Opener, frisch aufgelegt und er regt nur so zum Dahintreiben an.

Man könnte ihn als klassischen Indie-Rock-Song mit leichtem Brit-Rock-Feeling bezeichnen. Für alle die bis heute noch gerne „Where is Waldo” spielen hat Get Well Soon auch einen speziellen Song parat, nämlich „There`s Waldo“. Die Komposition hat einerseits etwas Getriebenes, aber durch die atmosphärisch dahin schwebenden Gitarrensounds fühlt man richtig die „Suche“. Mitunter erinnert der Song auch etwas an The Cure.
Nach der einen schon fast in Trance versetzenden Nummer, bekommt man die neue Version von „The Pope Washed My Feet In Prison” vorgelegt, bevor mit „The Golden Toilet Heist” wieder an Tempo gewonnen und ein wirklich einzigartiger Drum-Sound zu Gehör gebracht wird. „Sci-Fi Gulag” folgt als weitere Neuauflage und gibt etwas Raum zum Träumen. Zu meiner Freude folgt dann ein schön punkiger Track namens „When They Cheer You`re Wrong”, doch der wuchtige Sound hält nicht lange an, da „Here`s Some Feedback” einen mit atmosphärischen Klängen einlullt. „Staying Home” fährt kurzzeitig stärkere Geschütze auf, bevor das Album mit „That`s Not Me” ein eher ruhiges Ende findet.
Fazit:
Es gibt 2 Genre bei welchen ich nie genau weiß, was mich erwartet. Einerseits Indie-Rock, andererseits Post-Hardcore. Interessanterweise ist die Musik von Get Well Soon genau das, was ich mir unter Indie-Rock vorstelle. Eine Mischung aus eher ruhig melancholischen Gitarrenriffs, vermengt mit Klargesang und simplen Rock-Drums, welche aber auch hier und da etwas komplexer werden können. Man treibt förmlich durch die Songs des Albums und es gibt nur wenige Ausreißer, welche dem Ganzen aber einen besonderen Charme geben.
Ich habe „Minus The Magic” sehr genossen, da für mich erst recht durch den Live-Charakter die Magie entstanden ist. Ich glaube, dass das Weglassen der digitalen Magie, soweit möglich, hier einiges zur Soundqualität beigetragen hat, da das Album definitiv nicht wie die x-te glattgemixte Produktion klingt. Insgesamt ist „Minus The Magic” aus meiner Sicht ein doch gelungenes Album und hat 7 von 10 Punkten verdient.
Tracklist
- The 4:3 days
- OK
- A night at the rififi bar
- There`s Waldo
- The pope washed my feet in prison
- The golden toilet heist
- Sci-Fi Gulag
- When they cheer you`re wrong
- Here`s some feedback
- Staying home
- That`s not me













