JOE JACKSON: „Hope & Fury“

Gregor Eder

Mittlerweile wisst ihr ja, dass ich neben meinem Hang zum Extreme-Metal auch immer wieder gerne mit diversen Veröffentlichungen im Jazz-Bereich auseinandersetze. Am 10.04.2026 hat der britische Musiker und Songwriter Joe Jackson sein neuestes und somit 24. Studioalbum veröffentlicht. Es trägt den Namen „Hope & Fury“ und ob es mich eher hoffnungsvoll gestimmt, oder furios gemacht, hat, soll nun Thema sein. 9 frische Songs wurden uns von Joe Jackson und seiner seit 2016 treuen Band, bestehend aus Graham Maby (Bass), Teddy Kumpel (Guitar), Doug Yowell (Drums) und Paulo Stagnaro (Percussion), serviert.

Eröffnet wird das Album mit „Welcome To Burning-By-Sea“ und hier bekommt man direkt einen interessanten Beat und Sprechgesang vorgelegt. Hier beschreibt Jackson eine fiktive Küstenstadt, welche laut eigenen Aussagen von Brighton und Portsmouth inspiriert wurde. Man kann hier von einem recht hektischen Einstieg sprechen, doch die Hektik löst sich im Anschluss mit „I`m Not Sorry“ auf. Hier bekommt man eine Ladung an Latin-Sounds um die Ohren gehauen, inklusive schön bissig humorvollen Text. Bittersüß wird es darauf mit „Made God Laugh“.

Bewertung: 10 von 10 Punkten
GENRE: Bicoastal Latin, Jazz, Funk, Rock
VÖ: 10.04.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: earMusic
Vertrieb: Edel
Rezensent: Gregor

Der doch sehr ruhige Song bringt Zeilen, die zum Nachdenken anregen, aber auch trotz schöner Melodie gewaltig melancholische Vibes. Mitunter wird hier auch ein wirklich ausgezeichnetes Gitarrensolo von Kumpel rausgehauen. Von der Melancholie geht es dann mit dem beschwingten „Do, Do, Do“ in eher lustige Gefilde. Der Song wirkt etwas dadaistisch, macht dadurch aber auch gewaltig Spaß.

„Fabulous“ bringt einen schön funkigen Bass und textlich etwas verspielte Ironie. Nach der Auflockerung wird es mit „After All This Time“ wieder etwas ernster. Mit gediegenem Beat und eingängiger Melodie wird hier eine Beziehung auf interessante Weise infrage gestellt. „The Face“ wartet im Anschluss mit nicht minder ernsten Thema auseinander, geht dabei aber sehr gut ins Ohr. Bevor das Album mit der Ballade „See You In September“ zu Ende geht, wird noch eine Ladung Humor mit gutem Groove namens „End Of The Pier“ auf den Hörer losgelassen.

Fazit:

Manche Musiker im Alter von Joe Jackson haben sich schon zurückgezogen und die bisher veröffentlichten Werke für sich arbeiten lassen. Nicht so Jackson, welcher weiterhin mit hörbarer Euphorie weiterarbeitet und beeindruckende Kompositionen serviert. Als wäre das nicht genug, erfindet er sich, während dem er sich selbst treu bleibt, immer wieder in seinen Songs neu und bringt uns somit seinen „Bicoastal Latin Jazz Funk Rock“ zu Gehör.

Abgesehen von der beeindruckenden Instrumentalsektion sind auch die Texte schön eingängig und liefern nicht nur klare Zeilen, sondern auch genug Raum für Interpretation. Aus meiner Sicht ist „Hope & Fury“ ein wirklich interessantes Album geworden, welches einige Spielweisen des Jazz, Rock und Funk zu bieten hat und mich definitiv eher hoffnungsvoll gestimmt hat. Somit vergebe ich satte 10 von 10 Punkten und bleibe gespannt was Meister Jackson noch so veröffentlichen wird.

Tracklist
  1. Welcome To Burning-By-Sea
  2. I`m Not Sorry
  3. Made God Laugh
  4. Do Do Do
  5. Fabulous People
  6. After All This time
  7. The Face
  8. End Of The Pier
  9. See You In September

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