JOHN CARPENTER, CODY CARPENTER & DANIEL DAVIES: „Cathedral“

Gregor Eder

Albumcover „John Carpenter’s Cathedral“ mit einer Kathedrale in Schwarzweiß unter dunklem Himmel

Es war wieder einmal soweit, dass John Carpenter, Cody Carpenter und Daniel Davies mit einem frischen Werk zurückmeldeten. Für alle die es bisher noch nicht mitbekommen haben, ja es handelt sich um eben den John Carpenter, welcher uns Halloween und noch mehr geschenkt hat und nun mit seinem Sohn, sowie Patenkind, schon über 10 Jahre lang außergewöhnliche Musik produziert. Im Fokus des Trios stand von Anbeginn des Projekts sich im Feld der audiovisuellen Erzählform zu bewegen, was mit den Soundtracks für die der jüngsten Halloween-Verfilmungen, sowie den „Lost Themes”, gekonnt klargestellt wurde.

Die Stücke im Einzelnen

Diesmal bekommt man nicht nur eine Ladung an cineastisch ausgebauter Tracks, sondern obendrein die erste Graphic Novel, Ich habe mir die Songs einmal für euch angehört, bevor ich mir das dazugehörige Bildwerk gegönnt habe. Es sei aber erwähnte, dass die Kombination wirklich gelungen ist und ich euch wärmstens empfehle die beiden Medien gemeinsam zu genießen! Jedenfalls startet das Album mit „Primeval“ und vorerst glaubt man Bekanntes zu hören, doch ab ca. 1:30 wird einem bewusst, dass es diesmal in eine etwas andere Richtung geht. Man bekommt schön doomigen Rock serviert, der schon etwas in Richtung klassischen Heavy Metal geht. Etwas theatralischer geht es dann mit „Identity“ weiter und die pompösen Orgelklänge machen direkt neugierig.

Bewertung: 10 von 10 Punkten
GENRE: Soundtrack
VÖ: 07.08.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: Sacred Bones
Vertrieb: Cargo
Rezensent: Gregor
Album kaufen: John Carpenter, Cody Carpenter & Daniel Davies
Albumcover „John Carpenter’s Cathedral“ mit einer Kathedrale in Schwarzweiß unter dunklem Himmel


Sehr stark ist in diesem Song der Synthiesound, welcher etwas an The Exorcist oder eben Halloween erinnert. „Inside Out“ treibt das Kopfkino weiter an und wartet mit schön deftigem Gitarrensound auf. Hier könnte man schon fast glauben, dass Davies etwas viel Electric Wizard gehört hat. Das fast kürzeste Lied auf dem Album,„Abandoned Cathedral“, baut nochmals etwas Spannung auf und man könnte fühlt schon förmlich wie man die Kathedrale betritt. „Elevator“ kann man als rockigen Ausreißer beschreiben welcher mit leichtem 90er-Vibe aufwartet. „Elevator Two“ wirkt dagegen deutlich anders und lässt erahnen, dass es nun etwas ernster wird.

Mit „Desolation In The Underworld“ sind wir dann wieder in der doch sehr Carpenter-typischen Klangwelt angekommen, welche uns zu „The Mapmaker“ weiterleitet. Der Song gibt dem gesamten Werk nochmals etwas Schwere, wenn auch die eher ruhige Piano-Line, gepaart mit den Streichern, auch etwas dezent Hoffnungsvolles hat. Vom Kartenersteller kommen wir zu „The Ferryman“ und hier wirkt die Soundlandschaft schon fast so, als hätte man sich etwas von Mick Gordon inspirieren lassen. Bis zum Ende des Albums hält die Spannung an und auch der letzte Song löst jene nur bedingt auf.

Fazit

Ich habe die vorherigen Werke des Trios schon genial gefunden, wenn auch immer das Verlangen nach etwas härterer Musik vorhanden war. Mit „Cathedral“ wurde die von mir erhoffte Härte endlich geliefert und das auch noch in Kombination mit einer meiner favorisierten Kunstformen, nämlich einer Graphic Novel. Auch ohne den visuellen Punkt gibt das Album viel her und löst sofort beim Hören ein grandioses Kopfkino aus. Wenn man das Album vor der Graphic Novel genießt, dann bekommt man so richtig Lust darauf, sich Zweitgenanntem zu widmen und zu sehen, ob die eigenen Vorstellungen mit der Geschichte zusammenpassen.

Lustigerweise kam mir beim Hören direkt H.P. Lovecrafts „Exam Priory“ aus „Rats in the walls“ in den Kopf, was nicht unbedingt zu weit weg ist, von der mystischen Kathedrale um welche es in der Graphic Novel geht. Carpenter ist und bleibt ein absolutes Genie auf seinem Gebiet, welches sich nicht scheut auch neue Gefilde zu beschreiten und das auch noch in einer wunderbaren Kooperation mit Cody und Daniel. Natürlich kann ich hier nur 10 von 10 Punkten vergeben und hoffen, dass uns der Großmeister noch lange mit seinen Werken versorgt.

Mehr vom Trio: JOHN CARPENTER: „Lost Themes IV: NOIR“

Tracklist

  1. Primeval
  2. Identity
  3. Inside Out
  4. Abandoned Cathedral
  5. Elevator
  6. Elevator Two
  7. Desolation In The Underworld
  8. The Mapmaker
  9. The Feryman
  10. Lord Of The Underground
  11. Death Of The Mapmaker
  12. Back To Ruins
  13. Revenge

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