KADAVAR: „Kids Abendoning Destiny Among Vanity And Ruin“

Gregor Eder

Kommen wir zu einer Band, welche seit 2010 als Garant für mächtige Riffs und deftige Beats gilt. Die ursprünglich als Trio gegründete Truppe Kadavar war im nun schon bald vergangenen Jahr alles andere als ruhig. Erst im Mai servierte uns die Band „I Just Want To Be A Sound“ und brachte damit etwas mehr elektronische Elemente, sowie stärkere psychedelische Einflüsse zu Gehör.

Für meinen Geschmack war das Album etwas soft, aber es dauerte nicht lange, bis sich mir der Grund dahinter erschloss. „I Just Want To Be A Sound“ war laut Band ein Experiment, um wieder zu ihren Wurzeln zurückzufinden und anscheinend gelang jenes.

Am 7.11.2025, keine 6 Monate nach dem letzten Release, haben Kadavar inzwischen „ Kids Abandoning Destiny Among Vanity And Ruin“, kurz „K.A.D.A.V.A.R“ veröffentlicht und auf genau dieses Werk werden wir uns jetzt stürzen! Vorab sei noch gesagt, dass die Band im Zuge des neuen Albums auch klargestellt hat, dass sie an einer Trilogie arbeitet und wir es sozusagen nun mit Teil 2 zu tun haben.

Gemeinsam mit dem Produzenten Max Rieger (Die Nerven) hat die Truppe den guten alten Fuzz-Sound wieder ausgepackt und satte 9 Songs präsentiert, welche nicht nur vor Kraft strotzen, sondern auch etwas wie ein Negativ des letzten Albums wirken.

Bewertung: 10 von 10 Punkten
GENRE: Alternative/ Psychedelic/ Stoner Rock
VÖ: 07.11.2025
Format: CD / Vinyl / Digital
Label/Vertrieb: Clouds Hill
Rezensent: Gregor


Losgelegt wird mit „Lies“ und schon hier hört man, dass es wieder mehr in eine „Riff-lastige“ Richtung geht und nicht wie zuvor in eine eher atmosphärische. Der Opener hypnotisiert mit seiner eingängigen Melodie und bringt einen Sound, der an Black Sabbath und alle von Kadavar ursprünglich angeführten Einflüssen erinnert. Man kann also behaupten, dass die Band nicht nur wieder zu ihren Wurzeln gefunden hat, sondern jene nun auch, aus meiner Sicht, etwas reflektierter revitalisieren.

„Heartache“ folgt mit etwas weniger düsterem Klang, dafür mit einem enorm feinen Classic-Rock-Vibe. Mit „Explosions In The Sky“ bekommt man Riffs um die Ohren gehauen, welche mitunter an „Last Living Dinosaur“ und ähnliche Kompositionen der Band erinnern.

Das kann man vom anschließenden Track „The Corner Of E 2nd & Robert Martinez“ nicht behaupten, denn dieses „Interlude“ verwirrt kurzzeitig mit elektronischen Elementen und leitet darauf zu dem doch eher entspannten Song „Stick It“ über, welcher mit schön treibenden Bass motiviert.

Auch „You Me Apocalypse“ bringt einen sehr motivierenden Vibe, bis es mit „The Children“ dann etwas ernster wird. Mit doch etwas gröberen Rhythmen wird man hier gut durchgeprügelt, bis „K.A.D.A.V.A.R“ wieder entschleunigt und interessante Gitarren-Effekte vorlegt. Der doch etwas verwirrende Song wird dann von „Total Annihilation“ abgelöst und so endet das Album in völliger Zerstörung.

Fazit:

Als großer Kadavar-Fan könnt ihr euch vorstellen, dass mir das Album wirklich sehr gut gefallen hat. Von dem Punkt an, wo mir das Album „Berlin“ als Vinyl geschenkt wurde, habe ich mich in die Truppe verliebt und bin immer wieder von der Kreativität der Herren beeindruckt.

Mit „ Kids Abandoning Destiny Among Vanity And Ruin“ hat die Band nicht nur den zweiten Teil ihrer anstehenden Trilogie veröffentlicht, sondern auch gezeigt, dass sie noch immer sehr brachial abliefern können, wenn auch das letzte Album etwas zärtlicher war.

Das neue Album bringt auf jeden Fall mächtige Riffs, welche auch gut die Härte der Texte widerspiegeln. Im Presseschreiben wird erwähnt, dass „ Kids Abandoning Destiny Among Vanity And Ruin“ sozusagen wie das Debütalbum ist, nur eben nun in einer Vierer-Besetzung. Da kann ich nur zustimmen. Ich bin durchwegs begeistert, freue mich auf mehr Kompositionen in diese Richtung, aber auch über alles was uns Kadavar noch so servieren werden.

Somit vergebe ich satte 10 von 10 Punkten und verbleibe in freudiger Erwartung auf das kommende Werk. Falls ihr etwas mehr über das Album und die Band wissen wollt, dann könnt ihr hier unser –> Interview mit Kadavar nachlesen:

Tracklist
  1. Lies
  2. Heartache
  3. Explosions In The Sky
  4. The Corner Of E 2nd & Robert Martinez
  5. Stick It
  6. You Me Apocalypse
  7. The Children
  8. K.A.D.A.V.A.R.
  9. Total Annihilation

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