LONG DISTANCE CALLING: „The Phantom Void“

Gregor Eder

Es wird Zeit für eine schön düstere Ladung an Post-Rock! Long Distance Calling haben sich nach der Veröffentlichung von „Eraser“ etwas rar gemacht, doch am 10.04.2026 darf man sich über ein frisches Werk aus den Händen der aus Münster stammenden Band freuen. Der Albumtitel „The Phantom Void“ deutet schon an, dass es in den insgesamt 7 Songs etwas mystisch wird. David Jordan (Guitar), Janosch Rathmer (Drums), Florian Füntmann (Huitar) und Jan Hoffmann (Bass) eröffnen das Album mit dem für Long Distance Calling Verhältnisse doch eher kurzen Opener namens „Mare“. Schon hier spürt man den „Impending Doom“ der sich über das Album hinweg immer mehr ausbreitet.

Der erste Song zieht einen derartig in seinen Bann, dass man direkt mehr davon hören möchte. „The Spiral“ folgt und dreht sich förmlich durch den Gehörgang. Mit einem mitreißenden Rhythmus und verkopfter Melodie wird hier in wunderbares Klangbild gemalt. Als wäre jenes nicht genug, hat die Band zum Song ein beeindruckendes Video mit Felix Koch auf die Füße gestellt. Auch zum folgenden Track „A Secret Place“ wurde vorab ein Video veröffentlicht, sowie für den „Schluss-Track“, dazu kommen wir aber noch später. „A Secret Place“ bringt eine entspanntere Atmosphäre, welche auch durch eine Erzählerstimme etwas mystische bekommt.

Bewertung: 10 von 10 Punkten

GENRE: Post Rock
VÖ: 10.04.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: earMusic
Vertrieb: Kontor New Media / Edel Germany
Rezensent: Gregor

Die Ruhe dauert nicht lange an, denn ab der Mitte des Songs legen die Musiker eine etwas rauere Attitüde an den Tag. Gen Ende wird man dann aber doch wieder mit eher zärtlicher Melodie verwöhnt. „Nocturnal“ wartet dann mit schön deftig rockigen Riffs auf und macht gewaltig Druck, auch wenn ab ca. 02:45 kurz entschleunigt und wieder etwas aufgebaut wird. Der Titeltrack „Phantom Void“ zeigt sich dann derartig vielseitig, dass er schon fast eine eigene Rezension verdient hätte.

Bevor ich nun aber in Schwärmerei verfalle, sei noch erwähnt, dass das zum Album gehörende Artwork aus der Hand von niemand anderem als Rupert Gruber, welchen man mitunter durch seine Arbeit für MARVEL kennt. Nachdem der Titeltrack gen Ende doch eine gewisse Härte zeigt, wird mit „Shattered“ wieder entschleunigt, doch nicht für lange Zeit. Hier wird wieder schön langsam aufgebaut, bis die Gitarren einem erneut mit Gewalt um die Ohren fliegen. Abgeschlossen wird das Album mit „Sinister Companion“, einem Song der mit satten 08:18 Minuten als absolut interessante Klangreise zu bezeichnen ist. Das Video dazu findet ihr unter dem Fazit!

Fazit:

Auch wenn ich auf dieses Album etwas länger warten musste, hat sich die Wartezeit definitiv ausgezahlt. Das nicht zu stark konzeptionalisierte Album beeindruckt nicht nur klanglich, sondern löst in einem Kopfkino der Spitzenklasse aus. Die Pause hat der Band anscheinend sehr gutgetan, denn die „Rückkehr“ ist absolut gelungen. Auch wenn es sich hier nicht um ein Konzeptalbum handelt, bekommt man beim Hören etwas Gespür dafür, was sich die Band bei den Kompositionen gedacht haben könnte, selbst wenn man keinen Gesang hat, welcher hier einen gewissen Rahmen vorgeben hätte können.

Zumindest bekommt man beispielsweise in „A Secret Place“ einen „Erzähler“ zu Gehör. Speziell beeindruckt haben mich auch die veröffentlichten Videos, welche zwar visuelle Möglichkeiten zur Interpretation geben, dadurch aber erst recht dazu anregen sich seine eigene Geschichte zu spinnen. Ich bin einmal wieder absolut begeistert von Long Distance Calling und kann nichts anderes als 10 von 10 Punkten vergeben. Meine Freude das Album betreffend konnte ich sogar Drummer Janosch Rathmer in unserem Interview mitteilen, welches ihr –> hier finden könnt:

Tracklist
  1. Mare
  2. The Spiral
  3. A Secret Place
  4. Nocturnal
  5. Phantom Void
  6. Shattered
  7. Sinister Companion

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