PAUL WELLER: „Find El Dorado“

Gregor Eder

Kommen wir zur Abwechslung einmal wieder zu eriner Solo-Scheibe. Paul Weller, bekannt als Sänger und Gitarrist der legendären The Jam, hat am 27.07.2025 sein neuestes Album veröffentlicht. Es trägt den Namen „Find El Dorado“ und ob man auf der Scheibe nun die Stadt des Goldes finden kann, soll nun Thema sein.

Das Album startet mit „Handouts in the Rain“ ziemlich ruhig, aber auch irgendwie betörend. Die Art auf welche Weller seine Geschichte erzählt ist wirklich mitreißend und auch der Gitarrensound ist sehr beeindruckend. Auch wenn der erste Song wirkliche Gitarrenzauberei zu Gehör bringt, ist er etwas träge für einen „Opener“. „Small Town Talk“ behält die entspannte Atmosphäre bei, bringt aber einen Beat, welcher direkt zum Schunkeln anregt.

Bewertung: 9 von 10 Punkten
GENRE: Acoustic Rock / Indie Rock
VÖ: 27.07.2025
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: Parlophone
Vertrieb: Warner
Rezensent: Gregor

Das Ganze hat einen leichten Beatles-Vibe, wenn auch leicht der Stil der entspannten Pop-Songs der späten 70er mitschwingt. Der Titelsong „El Dorado“ schlägt eher wieder in die Richtung des Openers, hat aber eine wesentlich melancholischere Note. Was der Text von „White line fever“ inhaltlich bringt, ist eigentlich schon beim Lesen des Titels klar, denkt man.

Was Weller aber hier von sich gibt, kann weitschichtig interpretiert werden und ist zugleich noch ein schöner Country-Rock Song. Mit „One Last Cold Kiss“ kommt dann natürlich die Liebe auf zärtliche Art und Weise ins Spiel. Der Song hat etwas vom Intro von „Dead or Alive“ von Bon Jovi, wenn auch der Song durchgehend mit der akustischen Gitarre überzeugt und obendrein noch feine Female-Vocals serviert.

Die insgesamt 15 Songs des Albums erzählen nicht nur interessante Geschichten, sondern liefern auch Akkordfolgen, mit welchen man nicht rechen würde.

Fazit:

Ich muss ehrlich sagen, dass mir die Vergleiche bei diesem Album etwas schwergefallen sind. Nicht, weil ich keine Assoziationen zum Dargelegten gehabt habe, sondern weil der eigene Stil von Paul Weller einfach in jedem Song durchschlägt und der Vergleich somit etwas vage ist.

Trotzdem stehe ich hinter jedem Erwähntem und komme zu dem Schluss, dass mir das Album sehr gut gefallen hat. „Find El Dorado“ ist „Songwriting-Gold“, da es so viele verschiedene musikalische Aspekte mit sich bringt, welche den Text auch noch wunderbar untermalen. Mitunter hat mich das Album dazu ermutigt in die alten The Jam Songs einmal hineinzuhören und man muss klar sagen, dass Paul Weller hier seine ganz eigene Sache macht, auch wenn das schon seit dem Album „Paul Weller“ aus 1992 klar ist.

Vielen jungen Lesern/Hörern, welche The Jam schon einmal gehört haben, ist das vielleicht nicht klar. Jedenfalls habe ich zwar mit „Find El Dorado“ nicht die goldene Stadt gefunden, aber einen weiteren ehrlichen und entspannten Musiker, welcher seine Songs gekonnt präsentiert. Daher vergebe ich 9 von 10 Punkten!

Tracklist
  1. Handouts In The Rain
  2. Small Town Talk
  3. El Dorado
  4. White Line Fever
  5. One Last Cold Kiss
  6. When You Are A King
  7. Pinball
  8. Where There`s Smoke
  9. I Started A Joke
  10. Never The Same
  11. Lawdy Rolla
  12. Nobod`y Fool
  13. Journey
  14. Daltry Street
  15. Clive`s Song

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