RITCHIE NEWTON: „Higher Power“

Gregor Eder

Der Name Ritchie Newton sollte alt eingesessenen Metalfans definitiv ein Begriff sein. Der 1964 in Straubing geborene Künstler startete in den 80er-Jahren mit der Truppe Rozzloeffel seine Karriere, marterte ab 1983 mit Lucifer weiter, veröffentlichte 1986 seine erste Solo-Single und brachte sich über die Jahre in weiteren Bands ein. Zum 60ten Geburtstag wurde noch mit der EP “Moments” gefeiert und am 01.05. durfte man sich über einen frischen Longplayer freuen. Mit „Higher Power“ serviert Newton satte 13 Songs, wobei 2 davon eher als Bonustracks zu bezeichnen sind.

Am Cover erblickt man einen Drachen und jener soll nicht nur episch aussehen, sondern auch symbolisch für den Glauben an eine höhere Macht, welche uns trägt, bevor wir die Hoffnung verlieren, stehen. Somit wäre auch erklärt welche „Higher Power“ im Titel gemeint ist. Neben Iwan May an der Gitarre, Dodi am Bass, Layphan Reyphare an den Keys und Dandy an den Drums hat sich Meister Newton insgesamt 7 Gastmusiker eingeladen. Mitunter darf man sich über den Gitarrist Armin Sabol (Peter Schilling, Die Fantastischen Vier), Bassist Marco Mendoza (Whitesnake, Thin Lizzy) und Drummer Jimmy Katone (Hit The Ground Runnin’, Katone) freuen. Aber kommen wir einmal direkt zu den Songs. Wie es sich für ein klassisches Heavy-Metal-Album gehört wird mit dem Titeltrack „Higher Power“ losgelegt. Der Song wurde vorab schon veröffentlicht und leitet das Album auf epische Art und Weise ein.

Bewertung: 8 von 10 Punkten
GENRE: Classic Rock/Heavy Metal
VÖ: 01.05.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: NRT
Vertrieb: GMG
Rezensent: Gregor


Nachdem ein Erzähler mit einer klaren Message eröffnet hat, bekommt man eine feine Mischung aus eingängiger Rock-Melodie und deftigen Metalriffs serviert. „Come give me your love” folgt mit Sirenengeheul und einer guten Ladung an Hard Rock. Mit „Crying in the summer rain” wird ein „verregnetes“ Intro vorgelegt, bevor der Song mit einem schön treibenden Rhythmus einen in seinen Bann zieht. Natürlich darf auf einem Rock-Album die klassische Rock-Ballade nicht fehlen und daher kommt der doch zärtliche Track „I lost my faith in you” nicht unerwartet. Mit den ruhigen Keys und den doch harten Gitarren erinnert der Song dezent an die Scorpions.

Mit „Glory Harleyluya” gibt es noch eine fetzige Ode an das legendäre Motorrad, bevor es mit „Saxanna” wieder emotionaler wird. „King of the knight” tritt kurzzeitig wieder aufs Gaspedal, bevor „When children cry” wieder etwas ernster und melodischer wird. Auch „Goodbye my little boy” wartet mit eingängiger Melodie und emotionalem Text auf, wobei inhaltlich Ähnlichkeit zu Claptons „Tears in heaven” besteht. Der Song hat selbst mich zu Tränen gerührt. „Winds of Destiny” verblasst mit hoffnungsvollen Zeilen die aufgekommene Traurigkeit, bevor „Woman in doubt” das Album schon fast bluesig abschließt. Mit den zwei Bonustracks bekommt man noch alternativ Versionen von „Come give me your love” und „I lost my faith in you” vorgelegt, bevor der letzte Ton verklingt.

Fazit:

Ritchie Newton war mir zwar ein Begriff, doch einen „Deep-Dive” in seine doch große Diskografie hatte ich bisher noch nicht gestartet. „Higher Power“ hat mich dann aber so abgeholt, dass ich etwas durch die vergangenen Werke gestöbert habe. Dabei habe ich festgestellt, dass sich Newton mit diesem Album zwar treu geblieben ist, sich aber auch nicht davor gescheut hat etwas abwechslungsreicher abzuliefern.

Auf diesem Album findet man von klassischen Rock-Balladen, Hard-Rock-Brettern, bis hin zu schön direkten Heavy Metal so einiges. Die Gitarrensoli sind durchwegs mitreißend und die Wahl der Songplatzierung sehr gut getroffen, sodass die Gesamtdynamik gut herüberkommt. Abgesehen davon kann man sich mit den Texten sehr gut identifizieren, da sie offen genug sind um persönlich interpretiert zu werden, andererseits so ehrlich wirken, dass man sich gut einfühlen kann. Insgesamt hat mir „Higher Power“ sehr gut gefallen und daher vergebe ich 8 von 10 Punkten.

Tracklist
  1. Higher Power
  2. Come give me your love
  3. Crying in the summer rain
  4. I lost my faith in you
  5. Glory Harleyluja
  6. Saxanna
  7. King of the night
  8. When children cry
  9. Goodbya my little boy
  10. Winds of destiny
  11. Woman in doubt
  12. Come give me your love ft. Iwan May
  13. I lost my faith in you ft. Iwan May

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