Unsre liebste Tarja ist wieder einmal am Werk! Am 12.06.2026 veröffentlichte die Sängerin ihr nun 10. Studioalbum, wenn man ihre Arbeit mit Nightwish nicht mit einberechnet. Seit 2006 liefert die Künstlerin fast alle 3 Jahre eine frische Scheibe und diesmal hat sie, abgesehen von 3 Songs, sich eine Armada an Kollegen eingeladen. „Frisson Noir” wurde als das wohl härteste Album der Ex-Nightwish-Sängerin angepriesen und natürlich musste ich aufgrund dessen auch einmal wieder in die Musik von Frau Turunen hineinhören. Diesmal startet Tarja mit einem interessanten Klangschalen-Intro in ihr neues Album. Jener läutet sozusagen den Auftakt mit „Frissor Noir” ein und schafft eine ganz eigene Atmosphäre.
Im Titeltrack wird man direkt von einem Piano verwöhnt, welches von einem mystischen Rauschen begleitet wird. Das lange Intro ließ mich schon daran zweifeln, ob es noch hart werden würde, doch ab Minute 1 wird dann heftig losgelegt. Sobald Tarjas Stimme einsetzt, wird wieder zu symphonisch theatralischen Klängen gewechselt, doch bald gibt es wieder harte Rhythmen der Drums und schön mittige Gitarren.
Der Einstieg hält auf jeden Fall das, was das Presseschreiben verspricht. Mit „The Eternal Return” gibt es einen direkt deftigen Aufbau, welcher interessanterweise nicht in einem ruhigen Refrain, sondern einem doch Epischen, mündet. „Leap Of Faith” folgt mit einer kleinen Überraschung, denn hier hat sich niemand Geringerer als Marko Hietala zu Tarja gesellt und ja, natürlich klingt der Song etwas nach den alten Nightwish, wenn auch wesentlich komplexer. Beide Musiker haben sich hörbar weiterentwickelt und sozusagen ihre Schwerter geschärft, um mit diesem feinen Track wieder in den Kampf zu ziehen.

„At Sea“ entschleunigt im Anschluss etwas mit einem schönen Piano-Intro und liefert im Anschluss einfach nur episch ab. Hier haben Geigerin Mervi Myllyoja & Pianist Niklas Pokki mitgearbeitet und das Resultat lässt sich auf jeden Fall hören. „Blaze Forever” legt mit brutaler Härte nach, bevor „The Trave Outlives” mit interessanten elektronischen Elementen auftrumpft. Auch dieser Song ist für Tarja ungewöhnlich hat und Sayo Komada macht hier einen unglaublich guten Job. Tarjas Liebe zur Klassik ist bekannt und daher ist es nicht verwunderlich, dass man im Song „Tango“ Apocalyptica zu Gehör bekommt.
Die Kombination ist ein absoluter Genuss und zeigt wie gut klassische Instrumente im Metal wirken können. Mit „Anemoia” bekommt man ein wunderbares neo-klassisches Stück vorgelegt, bei welchem Ul Bedmar & Cellist Valter Freitas mitgewirkt haben. Der wohl ruhigste Song des Albums hat aufgrund seiner Arrangements eine wirklich großartige Wirkung. Etwas düsterer wird es darauf mit „I Don`t Care”, denn hier hat sich Dani Filth (Cradle of Filth) ans Mikro geschmissen und mit Tarja einen der wohl härtesten Songs ihrer Karriere produziert.
Als wäre das nicht genug, wird mit „Against The Odds” inklusive Chad Smith (Red Hot Chili Peppers) an den Drums, darauf abgerissen. Mit weiteren Klangschalen-Schlägen findet das Album endgültig sein Ende.
Fazit:
Tarja ist einfach nicht mehr aus der Welt des Symphonic Metals wegzudenken. Mitunter muss man ihr auch anrechnen, dass sie die Welt des Metals neben Größen wie Doro, Angela Gossow und vielen mehr, für Frauen aufgebrochen hat und somit auch ein großes Vorbild für Sängerinnen in dem Genre ist.
Bisher hatte ich etwas das Problem, dass mir ihre Musik oft zu theatralisch und etwas zu symphonisch war, doch mit „Frisson Noir” hat sie genau die Härte dargeboten, welche ich schon lange vermisst habe. Die Kooperationen sind durchwegs gelungen und klingen einfach stimmig. Speziell die Zusammenarbeit mit Dani Filth ist ein absoluter Ohrenschmaus! Ich ziehe meinen Hut und bedanke mich bei Tarja, dass sie meine Wünsche erhört hat.
Ganz klar, 10 von 10 Punkten. „Frisson Noir” ist wohl das beste Symphonic-Metal-Album, welches ich bisher dieses Jahr auf die Ohren bekommen habe!
Tracklist
- Intro
- Frisson Noir
- The Eternal Return
- Leap Of Faith ft. Marko Hietala
- At Sea ft Mervi Myllyoja & Niklas Pokki
- Blaze Forever
- The Trace Outlives ft. Sayo Komada
- Tango ft. Apocalyptica
- Anemoia ft. Ul Bedmar & Valter Freitas
- I Don’t Care ft. Dani Filth
- Against The Odds ft. Chad Smith













