TESTAMENT: „Para Bellum“

Gregor Eder

Wenn es um das Genre Thrash-Metal geht, dann kommt man nicht ohne die Erwähnung der San Francisco Bay Area aus. Von dort erschallte sozusagen der Urschrei des Genres durch Bands wie Metallica, Death Angel, Exodus, Vio-lence und Testament!

Letztgenannte Band soll nun Thema sein, denn nach satten 5 Jahren des Wartens durften sich Fans der Band endlich über ein neues Album freuen. „Para Bellum“ wurde am 10.10.2025 auf die Welt losgelassen und mit der Liebe zum Schmerz, oder besser gesagt „For The Love Of Pain“, wird mächtig losgelegt.

Der Opener bringt inhaltlich das, was der Titel verspricht und wartet mit schön abwechslungsreichen Vocals auf. Einerseits bekommt man schön mittiges Geplärre serviert, andererseits wird jenes noch um etwas höhere Screams ergänzt, was dem schon schnellen Lied nochmal etwas an Härte verleiht. Mit „Infanticide A.I.“ geht es dann wesentlich melodischer weiter und beim Intro könnte man schon fast glauben eine Hard-Rock-Band der 80er vor sich zu haben.

Bewertung: 9 von 10 Punkten
GENRE: Thrash-Metal
VÖ: 10.10.2025
Format: CD / Vinyl / Digital
Label/Vertrieb: Nuclear Blast
Rezensent: Gregor

Dieses Gefühl hält aber nicht lange an, denn direkt auf das Intro folgt ein Übergang, welchen man schon fast im Black Metal einordnen könnte. Darauf wird man von eher klassischen Thrash-Riffs überrollt. „Shadow Man“ folgt mit einem etwas langen Drum-Intro und recht typischen Testament-Sound.

„Meant To Be“ überrascht im Anschluss mit einem interessant epischen Klangteppich und starken akustischen Gitarren. Nach der schon als Ballade zu beschreibenden Song wird dann wieder mit „High Noon“ mächtig losgeballert, wenn auch mit einer für Thrash-Metal eher ungewöhnlichen Rhythmik. Hier könnte man schon fast von Groove-Metal sprechen.

„Witch Hunt“ liefert darauf eher klassischen Thrash und „Nature Of The Beast“ erinnert etwas an die NWOBHM. „Room 117″ hält die Stimmung noch aufrecht, bis „Havana Syndrome“ einen massiven Slayer-Vibe mit sich bringt.

Sein gebührendes Ende findet „Para Bellum“ natürlich mit dem Titeltrack „Para Bellum“, welcher noch einmal das Blut in Wallung bringt. Abschließend sei noch das wirklich gelungene Albumcover gelobt, welches einen aus einer Explosion auferstehenden Engel zeigt. Ein Bild, welches zu den Songs nicht besser passen könnte.

Fazit:

Thrash-Metal muss nicht immer nach klassischem 80er-Thrash klingen! Testament haben mit diesem Album erneut bewiesen, dass sich das Genre noch lange nicht „ausgespielt“ hat, kokettiert mit dezenten Death- und Black-Metal-Vibes und liefert somit gewaltig ab.

„Para Bellum“ liefert einen Haufen an eingängigen Melodien, aber auch einen wilden rhythmischen Ritt, welcher nur so zum Headbangen und Moshen anregt.

Nachdem ich die Band schon öfters live sehen durfte, kann ich mir sehr gut vorstellen, wie deftig die neuen Songs in der Setlist abrocken werden. Und ehrlich gesagt hat mir das Album gewaltig Lust gemacht, mich selbst einmal wieder in einen Testament-Pit zu schmeißen. Mich hat das Album wirklich gut abgeholt und daher vergebe ich 9 von 10 Punkten!

Tracklist
  1. For The Love Of Pain
  2. Infanticide A.I.
  3. Shadow People
  4. Meant To Be
  5. High Noon
  6. Witch Hunt
  7. Nature Of The Beast
  8. Room 117
  9. Havana Syndrome
  10. Para Bellum

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