Eigentlich bin ich ja ein großer Freund von Progressive-Metal, Djent und Metalcore, aber komischer Weise hat es die nun zu besprechende Band irgendwie geschafft unter meinem Radar durchzufliegen. Die aus Tillburg, Nord Brabant, stammende Band TEXTURES war von 2001 bis 2017 stark aktiv, zog sich dann mit Ende des letztgenannten Jahres zurück. Satte 6 Jahre vergingen, doch 2023 kam es zum Comeback und das obendrein in der gleichen Besetzung wie am zuletzt veröffentlichten Album.
Insgesamt mussten die Fans der Band nun 10 Jahre auf ein neues Album warten und am 23.01.2ß26 war es endlich soweit. Ganz so schlimm war die Wartezeit dann wiederum nicht, da uns die Band zumindest mit 3 Singles im letzten Jahr versorgte. Auf „Phenotype“ (2016) folgt indessen das Album „Genotype“ auf welches wir uns direkt stürzen werden. Der Opener „Void“ eröffnet mit etwas mystischen Klängen, welche anschließend von einer deftigen Soundwall, bestehend aus atmosphärischen Klängen und einem harten Scream, zerrissen werden.

Es wird langsam Spannung aufgebaut und man wartet nur gerade zu darauf, dass einem nun eine gewaltige Ladung an hartem Metal um die Ohren fliegt. Der erwartete Höhepunkt kommt auch im zweiten Song etwas spät, dafür darf man aber zusätzlich zur bekannten Stimme noch einen Gastauftritt von Charlotte Wessels vernehmen. Klanglich zeigt sich die Scheibe schon zum Beginn stark, was nicht unbedingt verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass Forrester Savell (Karnivool, Dead Letter Circus) für den Mix verantwortlich war.
Mit „Measuring The Heavens“ erinnern TEXTURES durch die Timesignature etwas an Animals As Leaders, rumpeln dann aber etwas sanfter dahin. „Nautical Dusk“ wartet dann erneut mit einem längeren Aufbau auf, welcher dann durch eine schöne Klimax abgelöst wirkt. „Vanishing Twin“ entschleunigt etwas und bringt abwechlsungsreiche Vocals, hält sich aber eigentlich auch an den vorhin erwähnten Aufbau. Mit „Closer To The Unknown“ wird eine eher moderate Nummer vorgelegt, welche wesentlich schneller zur Sache kommt als ihre Vorgänger.
„A Seat For The Like-Minded“ entschärft die aufgekommene Lage kurzzeitig und verwöhnt mit einem ruhigen Intro. Mit einem recht interessanten Rhythmus wird dann weiter gestampft bis das Album mit „Walls Of The Sound“ ,einer Variation aus den vorherigen Facetten, zu Ende geht.
Fazit:
Wie zu Beginn erwähnt hatte ich TEXTURES nicht auf dem Radar, aber die dargelegten musikalischen Texturen gefallen mir sehr gut. Während des Hörens musste ich an Bands wie Northlane, Crystal Lake oder auch Tesseract denken. Northlane hat jedoch mehr elektronische Elemente und Crystal Lake sind dann doch etwas härter. Somit kann ich guten Gewissens sagen, dass TEXTURES auf jeden Fall etwas für Fans des etwas entspannteren atmosphärischen Progressive Metal sind.
Das Album zeigt sich mit den großteils über 5-minütigen Tracks sehr ausgiebig und bietet somit genug Material um den Hörer für eine Weile zu beschäftigen. Textlich haben mich die Songs zwar nicht unbedingt abgeholt, aber dafür definitiv mit ihren breiten Sounds. Ich bin gespannt was TEXTURES in den nächsten Jahren abliefern werden und vergebe einmal 7 von 10 Punkten.
Tracklist
- Void
- At the Edge Of winter
- Measuring The Heavens
- Nautical Dusk
- Vanishing Twin
- Closer To the Unknown
- A Seat Fot the Like-Minded
- Walls Of The Soul













