Als ich hörte, dass The Hirsch Effekt ein neues Album abliefern würden, war ich direkt gespannt. Die im Jahr 2008 in Hannover gegründete Band verfolge ich nun schon seit 2017, also seit der Veröffentlichung von „Eskapist“, und das Trio schafft es immer wieder mich zu überraschen. Am 31.01.2025 wurde inzwischen das 7. Studioalbum veröffentlicht und es trägt den Namen „Der Brauch“.
Wie auch schon bei den letzten Alben habe ich mich überraschen lassen und nicht in die vorab veröffentlichten Tracks gehört, bevor mir nicht das ganze Teil vorlag. Retrospektiv betrachtet muss ich sagen, dass die Pre-Release gut strukturiert war und nicht zu viel vom Album hergegeben hat. Aber kommen wir einmal direkt zum Opener.
„Der Brauch“ wurde vorab als Video veröffentlicht und liefert einen wirklich guten Einstieg ins Album, wenn auch Fans der Anfang etwas „soft“ vorkommen könnte. Jedenfalls wird man engelsgleich besungen, aber auch hart durch gedroschen. Mit etwas verspielterer Rhythmik folgt „Der Faden“, welcher einen umschlingt und mit sich zieht.

Die etwas über 5 Minuten lange Nummer zieht einen in ihren Bann und lässt nicht mehr los bis sich „Das Seil“ ergibt. Hier wird es dann etwas dissonanter, wenn auch ein gewisser Animals As Leaders Sound aufkommt. Speziell fein wirkt der treibende Fretless-Bass. Nach dem sozusagen das Hauptthema mit „Der Brauch Reprise“ nochmal betont wird, bekommt man mit „Der Doppelgänger“ eine mächtige Schelle ab. Der Song wirkt zuerst entspannt, trifft einen dann aber mit einer deftigen Breitseite, auf welche man nach den vorherigen Songs nicht gefasst war.
„Die Lüge“ folgt mit etwas ruhigerer Attitüde, aber nicht minder harter Rhythmisierung, welche einen nur so vom Hocker hauen.„Die Brücke“ wird dann etwas konkreter, sodass man sich beim Headbangen, oder Mitnicken, nicht direkt das Genick bricht.„Das Nachsehen“ wartet noch mit schön breit atmosphärischen Sound auf, welcher anschließend schon fast in Technical Death Metal eskaliert, bevor „Die Heimkehr“ mit einer sehr beruhigenden Wirkung das Album abschließt.
Fazit:
Egal ob eher klassischer Ansatz oder deftiges Gedresche, THE HIRSCH EFFEKT wissen, wie sie eine gewaltige klangkräftige Komposition auf die Füße stellen. Direkt 9 davon geliefert zu bekommen ist ein echter Genuss und ich bin in jenen absolut versunken. Selbst nach dem 10. Hördurchgang konnte ich mich noch an neu gefundenen Feinheiten erfreuen, aber auch neben dem aufmerksamen Zuhören etwas headbangen.
„Der Brauch“ ist definitiv kein „easy-listening“-Album, aber genau das macht auch den Charme der Band aus. Man weiß nie so genau worauf man sich beim Starten eines Songs einlässt, doch am Ende sitzt man komplett verblüfft vor den Boxen und muss direkt nochmal drüberhören.
Ich bin auf jeden Fall wieder einmal sehr begeistert von der Musik, die THE HIRSCH EFFEKT hier serviert haben, gratuliere zum erneuten Charteinstieg in Deutschland und vergebe satte 10 von 10 Punkten. Ein wirklich gelungener musikalischer Jahresstart. Wenn ihr nun noch etwas mehr über die Band und das Album erfahren möchtet, dann könnt ihr hier unser –> Interview mit Sänger und Gitarristen Nils Wittrock lesen.
Tracklist
- Der Brauch
- Der Faden
- Das Seil
- Brauch Reprise
- Der Doppelgänger
- Die Lüge
- Die Brücke
- Das Nachsehen
- Die Heimkehr














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