Die unvergleichlichen The Notwist haben sich am 14.11.2025 mit ihrem neuen Album „Magnificent Fall“ zurückgemeldet und natürlich habe ich einmal für euch in das frische Werk hineingehört!
Gestartet wird mit „One Of These Days“ und wer nun an die legendäre Zeile von Limp Bizkit denkt, liegt etwas falsch. Hier wird man mit breit atmosphärischen Sounds langsam an das Album herangeführt. Bis zur Minute 1:20 glaubt man etwas in einer Klangschalen-Therapie festzustecken, bevor die anderen Instrumente einsetzen und die Klangwelt eine ganz andere Form bekommt. Mit „Magnificent Fall“ wird es dann wesentlich belebter und man bekommt auch endlich Lyrics serviert, welche bemerkenswert samt durch die etwas wirre Rhythmik gleiten.
Auch die eingesetzten Synths bahnen sich ihren Weg durch das hektische Klopfen. Kaum hat man sich an den Sound gewohnt, bringt der Refrain eine erneute Überraschung und entführt einen in eine Klangwelt, welche von R2D2 stammen könnte. Mit einer Kooperation mit Grizzly Bear geht es dann weiter und es handelt sich hierbei um einen interessanten Remix der Nummer „Boneless“.

Der Mix bringt sehr interessante Drums, welche mit ihrer Zerre die Grundstimmung, welche durch die Vocals aufkommen, komplett zerreißt. „Blank Air“ verwöhnt einen dann im Anschluss mit etwas entspannter Melodie und ruhigem Glockenspiel. Auch die Vocals wirken hier etwas zärtlicher. Bei dem Titel „Avalanche“ stellt man sich eine Lawine vor, welche über einem hereinbricht, doch schlussendlich geht es hier sogar noch etwas ruhiger als im vorherigen Track zu.
Der Remix von „Run Run Run“, welcher von Ada stammt, bringt dann schon etwas tanzbaren Rhythmus und direkteren Klang. „Red Room“ übermannt einen mit Bläsern, welche sich dann in wirklich interessant pulsierende Töne entwickeln. Der Song trägt einen hin zu dem wunderbaren Streicher-Intro von „Come In“ und auch die folgenden Passagen regen dazu an noch weiter zu hören. Der darauf folgende Song „Solo Swim“ lässt einen zwar kurzfristig infrage stellen, ob man wirklich weiter hören hätte sollen, doch der Remix von „Sleep“ aus der Hand von Odd Nosdam steigt wieder etwas mehr aufs Gaspedal.
„Alien Research Center“ liefert dann mit satten 9 Minuten ein ganz eigenes Klanguniversum, bevor „Who We Used To Be“ mit fast schon komisch direktem Sound und klaren Lyrics entschleunigt. Abgeschlossen wird das Werk mit einem knapp einminütigen Instrumentalstück namens „Das Verschwinden“.
Fazit:
The Notwist waren mir zwar ein Begriff, doch ich habe mich schon etwas länger nicht mehr mit den Werken der Band auseinandergesetzt. „Magnificent Fall“ war eine klangliche Erfahrung, welche ich so nicht erwartet hätte. Ich bin ja doch eher in der harten Gitarrenmusik beheimatet und tauche somit selten in solch komplexe Klangwelten ein.
The Notwist haben mich mit diesem Album auf eine wilde Klangreise mitgenommen, welche alles andere als berechenbar, sowie auch oft nicht unbedingt zärtlich ist. Aus meiner Sicht muss man wirklich eine Affinität für derartige vielseitige Musik haben, um das Album wertschätzen zu können. Ich finde es sehr interessant, auch wenn mir etwas der rote Faden gefehlt hat. Daher vergebe ich 7 von 10 Punkten.
Tracklist
- One Of These Days
- Magnificent Fall
- Boneless (Grizzly Bear Remix)
- Blank Air
- Avalanche
- Run Run Run (Ada Remix)
- Red Room
- Come In
- Solo Swim
- Sleep (Odd Nosdam Remix)
- Intro Live From Alien Research Center
- Who We Used To Be
- Das Verschwinden













