MY UGLY CLEMENTINE: „Apply Autonomy“

Gregor Eder

Albumcover „Apply Autonomy“ von My Ugly Clementine: Blick aus einem geöffneten Mund in ein unaufgeräumtes Zimmer

Werfen wir zur Abwechslung einmal wieder einen Blick nach Österreich. Die 2019 in Wien gegründete Band My Ugly Clementine sorgte direkt mit ihren ersten Scheiben für Begeisterung unter den Fans des College-Pop und streifte zu Recht in den Folgejahren einige Preise, wie beispielsweise den Amadeus Award in der Kategorie „Alternative“, ein.

Am 04.09.2026 meldete sich die nun als Trio arbeitende Truppe, welche sich stark mit den Themen Feminismus, Gleichberechtigung und Empowerment auseinandersetzt, mit ihrem dritten Studioalbum zurück. Das feine Rund wurde „Apply Autonomy“ genannt und reihte sich, wie auch schon die Vorgänger, direkt in den Top-50 der österreichischen Charts ein. Satte 11 Songs wurden vorgelegt und gleich zu Beginn stellt das Damen-Trio fest: „Don’t Mess With Me“. Der Opener beginnt mit einem eingängigen Riff und zärtlicher Stimme eher ruhig, wird dann aber immer wieder von verzerrten Akzenten sozusagen härter gemacht. So ruhig wie der Song begann, endet er auch wieder.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

GENRE: Grunge/Indie/Alternative
VÖ: 04.09.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: Self-Released
Vertrieb: Euphorie
Rezensent: Gregor
Album kaufen: My Ugly Clementine
Albumcover „Apply Autonomy“ von My Ugly Clementine: Blick aus einem geöffneten Mund in ein unaufgeräumtes Zimmer

„Apply Autonomy“ zwischen Traum und Grunge

„This Is Nice“ treibt entspannt, inklusive feiner Kombination der Stimmen der Mitglieder, dahin und wirkt dabei sehr verträumt. Mit „Confidence“ wird es dann mit kräftiger Bassdrum etwas direkter und der Refrain frisst sich schon beim ersten Hören ins Gehirn. „The Pretender“ biegt dann mit wesentlich rockigerer Attitüde um die Ecke und zieht das Tempo etwas an, bis man dann mit „Head In The Air“ endlich etwas mehr Grunge und hallige Vocals serviert bekommt.

Der Song „You Won“ erinnert in den ersten Sekunden etwas an The Cranberries und die Pixies und bringt auch in den folgenden Minuten einen schön verträumten Sound zu Gehör. „Science Fiction“ wirkt darauf etwas zu ruhig, zieht dann aber ca. ab der Mitte andere Seiten auf und dröhnt schon fast mit fein fuzzigem Sound durch die Boxen. „No Rescue“ lässt nochmal die punkige Seite der Band hervorblitzen, bevor es mit „If You Know You Know“ und „Unlawfully Wedded“ wieder in eher verträumte Soundlandschaften zurückgeht. Abgeschlossen wird das Album mit dem Titeltrack, welcher mit einer Mischung aus atmosphärischen Klängen durch den Gehörgang schwebt.

Fazit

Im Großen und Ganzen finde ich „Apply Autonomy“ sehr gelungen. Ein großer Trumpf im Ärmel der Band ist die Stimmgewalt, welche jedes Mitglied mit sich bringt. Die Gesangsharmonien sind wirklich beeindruckend und fügen sich wunderbar in den Gesamtsound.

Jeder Song bringt eine ganz eigene Dynamik mit sich und man kann sagen, dass die Band alles andere als berechenbar ist. Mit diesem Album zeigen My Ugly Clementine einmal wieder, dass sie von deftigem Grunge bis hin zu ruhig atmosphärischen Indie-Tracks so einiges abliefern können. Daher vergebe ich 8 von 10 Punkten.

Tracklist

  1. Don’t Mess With Me
  2. This Is Nice
  3. Confidence
  4. The Pretender
  5. Head In The Air
  6. You Won
  7. Science Fiction
  8. No Rescue
  9. If You Know You Know
  10. Unlawfully Wedded
  11. Apply Autonomy

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