Die aus Brasilien stammende Band NERVOSA feierte im vergangenen Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. In diesen Jahren hat sich die Truppe immer weiterentwickelt und auch ein paar Besetzungswechsel durchgemacht. Schlussendlich blieb nurmehr ein Gründungsmitglied, nämlich Frontfrau Prika Amaral (Guitar/Vocals), übrig, welche nun gemeinsam mit Helena Kotina (Guitar seit 2021), Hel Pyre (Bass seit 2023), Michaela Naydenova (Drums seit ca. 2023) und Emmelie Herwegh (Bass seit 2025) am 03.04.2026 das neue uns somit 6. Studioalbum veröffentlicht hat.
Es trägt den Namen „Slave Machine“ und was mit den insgesamt 12 frischen Songs zu Gehör gebracht wird, soll jetzt Thema sein. Losgelegt wird mit „Impending Doom“, einem Song, der ein doch eher mystische Intro liefert, langsam aufbaut und dann mit voller Thrash-Attitüde durch den Gehörgang fährt. Ich muss zugeben, dass ich NERVOSA seit der Pandemie etwas aus den Augen verloren hatte und daher war ich sehr überrascht über die Vocals von Prika, welche deftiger nicht sein könnten. Mit etwas mehr Speed geht es dann im Titeltrack „Slave Machine“ weiter.

Hier bekommt man alles serviert, was das Thrasher-Herz begehrt. Schnelle Drums, aufheulende Gitarren und mächtige Vocals. Der Song „Ghost Notes“ hält die aufgekommene Stimmung aufrecht, wenn auch mit etwas mehr Fokus auf die Rhythmisierung. Spätestens bei „Beast Of Burden“ bekommt man richtig Lust darauf, in den nächsten Moshpit zu springen. „You Are Not A Hero“ schraubt die Geschwindigkeit wieder etwas zurück, bringt dafür textlich schon angriffige Zeilen, wie man am Titel schon erkennen kann. Auch „Hate“ bringt inhaltlich nicht weniger Wut, bis es mit „The New Empire“ etwas zuversichtlicher wird.
Der Song ist definitiv mein Favorit auf diesem Album, da hier zur Abwechslung auch etwas mehr mit dissonanten Riffs gearbeitet wird. „30 Seconds“ und „Crawl For Your Pride“ bringen für NERVOSA eher typische Klänge, bis „Learn or Repeat“ wie ein rhythmisches Gewitter über einem hereinbricht. „The Call“ wartet nochmal mit eher klassischen Thrash-Riffs auf, bevor das Album mit „Speak In Fire“ sein feuriges Ende, inklusive klaren Backingvocals, findet.
Fazit:
Für Freunde des neuzeitlichen Thrash-Metals ist „Slave Machine“ definitiv empfehlenswert. Vom Sound her kann das Album auf jeden Fall mit den letzten Veröffentlichungen diverser Größen des Genres mithalten. Mitunter erinnert der Gesamtsound etwas an Destruction, was nicht unbedingt verwunderlich ist, wenn man weiß, dass hier niemand anderes als Martin Furia als Techniker hinter dem Pult saß.
Einerseits klingt das Album zeitgemäß und schön brillant, andererseits fehlt eben dadurch auch etwas der Charme des alten rauen 80er-Thrash. Das ist natürlich Geschmackssache. Insgesamt ist „Slave Machine“ aus meiner Sicht ein sehr solides Album und hat satte 8 von 10 Punkten verdient. Dankenswerterweise durfte ich mich mit Gitarristin Helenaper Zoom zu einem Interview treffen. Was dabei herauskam, könnt ihr –> hier nachlesen.
Tracklist
- Impending Doom
- Slave Machine
- Ghost Notes
- Beast of Burden
- You Are Not A Hero
- Hate
- The New Empire
- 30 Seconds
- Crawl For Your Pride
- Learn Or Repeat
- The Call
- Speak in Fire













