Die Punk-Rocker von Rise Against haben sich am 15.08.2025 mit ihrem neuen Album zurückgemeldet. Seit 1999 ist die Truppe aus Chicago ein Garant für starke Texte mit eingängigen Melodien und das 10te Studioalbum der Band wurde „Ricochet“ genannt. Der Begriff bedeutet so viel wie Abpraller oder Querschläger und wohin dieser Querschläger fliegt soll nun Thema sein. Vorerst sei aber auch erwähnt, dass dieses Album erstmals von Catherine Marks (Frank Carter & the Rattlesnakes, Alanis Morisette, The Killers) produziert wurde.
Begonnen wird mit „Nod“ nur bedingt wie gewohnt, „I want it all“ bringt im Anschluss einen gewaltig punkigen Sound, welcher aber auch mit dem klassischen Rock liebäugelt. Der Titeltrack „Ricochet“ schlägt dann ganz andere Töne an, denn hier wird eine interessante Mischung aus Punk-Rock und Classic Rock mit folkigem Touch herausgehauen.
Der mitreißende Song hat auch einen dezenten 90er-Vibe und liefert auch einige Zeilen zum Mitsingen. Mit „Damage is done“ gibt es dann eher 2000er-Punk mit netten Oberton-Melodien welche schon fast etwas in Richtung Metalcore gehen. „Us against the world“ entschleunigt anschließend etwas, was nach den starken Songs dynamisch nicht schlecht wirkt.
Hier hat man etwas Zeit zum Durchatmen und entspannen bis „Black Crown“ mit einem Feedback eröffnet und etwas härtere, dafür verträumtere Riffs serviert. „Forty Days“ wieder etwas mehr in die Kerbe, welche „Ricochet“ schon vorgeschntizt hat.

„Sink like a stone“ bringt darauf wieder einen Sound, der altbekannt wirkt, wenn auch die zuvor aufgekommene Melancholie kurzzeitig erhalten bleibt, bis der Refrain losbricht. Mit „State of emergency“ wird dann der Fokus zuerst auf Rhythmus und Vocals gelegt, bevor Bass und Gitarre einsetzten und den leicht verzerrten Gesang ergänzen.
„Gold long gone“ zeigt sich zuerst etwas ruhig, baut dann aber immer mehr auf und klingt schlussendlich wie eine für Rise Against typische Ballade mit etwas mehr Druck. Vor „Soldier“ hatte ich ehrlich gesagt etwas Angst, da Rise Against mit „Hero of war“ einen Song geschrieben haben, welcher mich bis heute zum Heulen bringt.
Bei „Soldier“ handelt es sich aber schlussendlich um eine fetzige Punk-Nummer, welcher zwar nicht weniger emotional als zuvor genannter Track ist, aber mit ihrem Druck mehr Grund zum Moshen als zum Weinen gibt. Mit „Prizefighter“ schließen Rise Against das Album auf eher klassische Art und Weise ab.
Fazit:
Ich hatte nach dem letzten Album etwas die Sorge, dass Rise Against irgendwie in ihren Methoden verfahren war und etwas frischen Wind brauchte. Genau jenen hat die Band mit „Ricochet“ abgeliefert.
Wenn auch viele neue Elemente hinzugekommen sind und die Band schon fast hier und da an Metalcore aneckt, hat sie noch lange nicht ihren klassischen Sound verloren. Was ich noch positiv bemerken muss ist, dass die Vocals schön vielschichtig sind und auch Screams wie in „Damage is done“ wirklich massiv wirken.
Insgesamt vergebe ich für „Ricochet“ von Rise Against 8 von 10 Punkten. Ich glaube da geht noch ein bisschen mehr, wenn auch hier schon mächtig Gas gegeben wurde!
Tracklist
- Nod
- I want it all
- Ricochet
- Damage is done
- Us against the world
- Black crown
- Sink like a stone
- Forty days
- State of emergency
- Gold long gone
- Soldier
- Prizefighter













