U2 überraschten erst vor kurzem mit einer frischen EP und kaum hatte man sich daran satt gehört, wurde nun direkt am 03.04.2026 die Nächste präsentiert. Mit „Easter Lily“ hat die Band jetzt 6 frische und überraschend persönliche Songs veröffentlicht. Die vorherige EP namens „Days Of Ash“ gestaltete sich sehr polit-kritisch und beschäftigte sich mit aktuellen Missständen in der Welt. „Easter Lily“ ist nicht minder komplex, behandelt aber Themen wie Freundschaft und Verlust und lässt sich somit als eher emotional einfühlsam beschreiben.
Normalerweise fokussiere ich bei Rezensionen eher auf die instrumentale Seite, doch diesmal muss ich den Spieß umdrehen und eher den textlichen Inhalt beschreiben, um diesem Werk gerecht zu werden. Somit sei auch direkt erwähnt, dass der Name der EP laut Bono etwas an das Album „Easter“ von Patti Smith angelehnt ist, da ihm jenes damals mit Hoffnung erfüllt hat.
Losgelegt wird hier jedoch nicht wie gewohnt mit der Stimme von Bono, denn im Opener „Song For Hal“ bekommt man The Edge`s Stimme zu Gehör. Der Song ist dem Produzenten Hal Willner gewidmet, welcher leider 2020 verstarb und am Ostermontag seinen 70. Geburtstag gefeiert hätte. So startet die EP schon einmal hoch emotional und es ist nicht verwunderlich, dass mit „In A Life“ direkt eine Ode an starke Freundschaften vorgelegt wird.

Mit „Scars“ wird darauf ein Kooperations-Track mit Martjin Garritsen (besser bekannt als Martin Garrix), John Martin Lindstrom & Michel Zitron präsentiert, welcher zwar entspannt ins Ohr geht, aber textlich doch eine ernstere Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln und der Akzeptanz des Selbst liefert. Mit dem „Ressurection Song “ arbeitet die Band etwas die Geschichte von Larry Mullen Jr. auf, welcher aufgrund von mehreren Operationen einen etwas ungewissen Weg zu beschreiten hatte, bis er seine „Ressurection“ feiern und wieder die Drums bedienen konnte.
Der hier aufkommende zuversichtliche Vibe setzt sich in „Easter Parade“ fort und verstärkt sich mitunter durch den schön breit atmosphärischen Klang. Der Abschluss der EP „COEXIST (I Will Bless The Lord At All Times?“ gestaltet sich vom Sound her auch sehr vielseitig, was nicht verwunderlich ist, da hier Brian Eno sich zur Band gesellt hat. Die Band beschreibt den Abschluss-Song als „a lullaby for parents of children caught up in war“ und das versteht man beim Hören nur allzu gut.
Fazit:
Ich bin wirklich sehr beeindruckt von „Easter Lily“ und wage zu behaupten, dass diese EP eine der besten Veröffentlichungen von U2 seit einiger Zeit ist. Hier bekommt man nicht nur eine feine instrumentale Bandbreite vorgelegt, sondern auch Texte, welche zum Nachdenken anregen, aber auch Hoffnung geben.
Jeder Song bringt seinen ganz eigenen Vibe mit sich und berührt auf einzigartige Weise. Auch wenn ich nie mit U2 wirklich warm geworden bin und auch selten bei EP`s eine Top-Bewertung gebe, muss ich diesmal simpel meinen Hut ziehen und 10 von 10 Punkten vergeben. „Easter Lily“ ist mit Abstand eine der besten EP`s die ich in meiner Laufbahn als Rezensent gehört habe. Inhaltlich sowie musikalisch einfach top!
Tracklist
- Song For Hal
- In A Life
- Scars
- Resurrection Song
- Easter Parade
- Coexist (I Will Bless The Lord At All Times?)













