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Deichbrand-Festival: Der Freitag mit Broilers, Maximo Park und Biffy Clyro

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Wanhöden, 18.07.2014- Freitag Mittag kam die Meldung: Die Jubiläumsausgabe ist mit 40.000 Besuchern restlos ausverkauft. Und das trotz einer erneuten Aufstockung der Tickets. Mit strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen, die zum Freitag sich noch steigern konnten, brachte das Hoch “Aymen” das Deichbrand-Festival am Seeflughafen Cuxhaven/Nordholz in den 2. Tag. Man konnte genau sehen, wer Donnerstag schon da war und seine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor vergessen hatte.

Die beiden Open-Air-Bühnen, „Waterstage“ und „Firestage“ wurden geöffnet. Bis in die Nacht spielten unter anderen der Berliner Rapper Prinz Pi, die britischen Indie-Rocker von Maximo Park, Biffy Clyro aus Schottland und der deutsche Rapper Cro. Beim Betreten des Festivalgeländes wurde klar: Der Staub war immer noch da und wird in den nächsten beiden Tagen auch unser ständige Begleiter sein.

Subway To Sally forderten zum (Veits)tanz auf und boten einen Mix aus den Jahren ihres Schaffens. Die Fans von Prinz Pi hielten es auch in der Sonne vor der Waterstage gut aus, der Platz war zum ersten mal richtig gefüllt. Die Begleitband um den Berliner Rapper Friedrich Kautz kam gut in Fahrt – das Publikum übrigens auch.

Auch der 24-jährige Rapper, Musikproduzent und Designer Cro wurde von vielen Menschen bejubelt, als er seine Mischung aus Rap- und Pop-Musik vortrug. Mittlerweile stand die Spätnachmittagssonne genau auf die Fire Stage was den Rapper mit der Pandamaske zum schwitzen brachte. Damit es auch alle wissen, wiederholte er es auch immer wieder, wie heiß es sei. Seine Effekte wie Konfettikanone und Feuerfontänen wirkten für einen Nachmittagsact nicht richtig. Carlo aka Cro versuchte seine gymnastischen Darbietungen im Stil eines Rappers, mit der Maske eine seltsame Ansicht. Damit ihm auch niemand unter seine Maske fotografieren konnte, waren keine Fotografen im Bühnengraben zugelassen.

Samy Deluxe und seine Dlx Band konnten auf der Waterstage eine große Masse an Menschen anlocken, die den Altmeister sehen wollten. Wie schon vor zwei Jahren auf dem Deichbrand wurde er vom verschwitzen Publikum frenetisch gefeiert. Aus seinen 15 Jahren Künstlergeschichte spielte er auch alte Sachen, unter anderem seinen Erfolg “Füchse” mit Absolute Beginner. Leider waren die Bässe sehr übersteuert.

Die Düsseldorfer Punkrocker Broilers hatten mit der tiefstehenden Abendsonne richtig zu kämpfen und schon nach dem 1. Song waren alle Bandmitglieder heftigst verschwitzt. Am Ende konnte eine tolle Live-Performance und der Bühnenpräsenz bestätigt werden.

 

Die Massen kannte jede Strophe, tanzten und sprangen bis in die letzten Reihen. Da brauchte man bis zu Liedern wie „Harter Weg“, „Ruby light and dark“ oder „Meine Sache“ gar nicht zu warten.

Während des Auftrittes der Broilers war das stickige Saunazelt, früher Füürpüüsterzelt genannt, überfüllt: MC Fitti spielte. Lange Schlangen derer, die draußen warten mussten zeigten den Bekanntheitsgrad des Künstlers. Leider stand dieses Jahr das Zelt etwas ungünstig zu dicht an der Firestage, so dass sich die Sounds teilweise in die Quere kamen.

Wieder auf der Waterstage bei Maximo Park zeigte die britische Indie-Rockband ihr Können. Anfänglich noch nicht ganz gefüllt, wurde der Bereich vor dem Wellenbrecher im Laufe des Auftritts voller. Sänger Paul Smith war wohl der bestangezogenste Künstler an diesem Tag, mit Anzug & edlem Hemd und einem Hut, er wäre bestimmt gern in Shorts gekommen. Und dann rocken er und seine Kollegen derart los mit viel Mimik, Gestik und Posen die man so nicht oft sieht.

Schließlich der Freitag- Mainact aus Schottland: Biffy Clyro drehte noch mal voll auf. Die Band wird im nächsten Jahr bereits ihr 20. Bandjubiläum feiern. “No one told us that the North Sea was in the tropics” witzelte Frontmann Simon Neil, dessen Gesicht man vor lauter Haaren nur zeitweise erkennen konnte.

Oberkörperfrei auf die Bühne kommen – das hat schon Tradition in der Bandgeschichte, sie hätten es wohl auch bei kühleren Temperaturen getan. Eine grandiose Lichtshow und Konfetti-Kanonen unterstützen die meist harten Lieder. Zwischendurch spielte Neil nur mit Akustikgitarre “God & Satan”, am Ende kam noch ihr größter Hit “Mountains”.

K.I.Z rundeten den Open-Air-Freitag ab, weiter ging es im Palastzelt.