Deichbrand 2016 Tag 1: Sonne, Staub und Stau

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Nordholz/ Wanhöden – Und es geht wieder los: Deichbrand macht das Dutzend voll und überzeugt auch dieses Jahr wieder mit hochkarätigen Bands und ist mit erstmalig 50.000 Zuschauern zum 6. Mal in Folge ausverkauft und man kann es mittlerweile zu den großen Festivals in Deutschland zählen. Bei den Aufbauarbeiten der Rockcity war der durch kurze, heftig Regenschauer aufgeweichte Boden noch ein Problem. Das Problem hatte sich bis zum Donnerstag weitgehend erledigt, Sonne und 30 Grad trockneten den Boden und viele Stellen wurden sowieso mit Rindenmulch aufgeschüttet. Auf der Donnerstag blieb mit fast gleichen Temperaturen und Sonnenschein ein guter Festivaltag. Lediglich der Staub war wieder da.

Der Donnerstag war wie immer erst einmal der Anreise- und Warm-Up-Tag, an dem das Infield noch nicht geöffnet wurde. Den ganzen Tag staute sich wie jedes Jahr eine lange Autoschlange von der Autobahnabfahrt umgeleitet über Altenwalde nach Nordholz. Eine 18-jährige Fahranfängerin verursachte einen Verkehrsunfall mit Verletzten, was die Anfahrt noch mehr behinderte. Bereits um 08:00 war Campen auf den Zufahrtswegen angesagt, da die Parkplätze erst um 10 Uhr öffneten. Um 12 Uhr wurde die Areaeinlässe geöffnet und die ersten Bands spielten auf der neuen „Electric Island“-Bühne. Dort werden in den nächsten Tagen rund 30 Djs und Live-Acts geboten. Insgesamt 5 Festival-Bühnen stehen erstmalig zur Verfügung.

Um 17:00 Uhr eröffnete die Metal-Band Vitja aus Münster und Köln die Bühne im Palastzelt mit dem türkisch anmutenden Namen „Füürpüüster“, gefolgt von den Killerpilzen (Maximilian Schlichter, Johannes Halbig, Fabian Halbig) und Massendefekt aus NRW mit ihrem Punk & Roll, selbst- und gesellschaftskritisch, tragisch, emotional und ironisch. Dass die vier Jungs aus NRW als Live-Act ein richtiger Kracher sind, das beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass sie schon mit Giganten wie der Bloodhound Gang, Farin Urlaub, Seeed, Extrabreit, den Hosen, Tomte und Millencollin zusammen auf der Bühne gestanden haben. Auch an diesem Nachmittag konnten sie überzeugen.

Um 20:00 Uhr eröffneten dann die Lokalmatadoren Razor Punch aus Wanna die neue Newport-Bühne, gefolgt von den bekannten Hamburger Bands Liedfett mit Akustik-Pop und Le Fly mit ihrer Mischung aus Rap und Rock, Reggae und Funk, Gesang, Ska und frechen Beats, die mal wieder die Abräumer waren.

Im Palastzelt konnte Sondaschule ihren Ska-Punk schon in einem sehr gut gefüllten Zelt spielten. Mit treibenden Bläsersätzen, Offbeats und Mitgröhl-Refrains sind die glorreichen Sieben live eine Macht. Die Stimmung, die sich auch dieses Mal zwischen Band und Publikum hochschaukelt, war schlichtweg sensationell.

 

Die Ballade »Für Immer Nie Nüchtern« entwickelte sich zum größten Hit von Sondaschule und brachte vom Publikum viel Beifall. Spätestens beim Mittelalter-Rock von Saltatio Mortis war das Zelt dann voll. Im vergangenen Jahr feierte die Mittelalter-Rock-Band ihr 15-jähriges Bühnenjubiläum und brachte zeitgleich ihr neues, zehntes Studioalbum Album „Zirkus Zeitgeist“ auf dem Markt. Die war unlängst von Null auf Platz eins der deutschen Album-Charts geschossen. Ein musikalischer Leckerbissen, nicht nur für die langjährigen Wegbegleiter der Band und für uns der beste Gig an diesem Tag. Ein Motto der Band ist „Wer tanzt, stirbt nicht.“ Alle im Zelt anwesenden Zuschauer haben den Abend überlebt.

Die Finnin Tarja Turunen, Sopranistin und ehemalige Sängerin von Nightwish konnte mit ihrer außergewöhnlichen Stimme über 3 Oktaven zu harten Klängen von Symphonic Metal und mit Songs wie „Victim of Ritual“ mehr als überzeugen. 2007 konnte sie mit „I Walk Alone“ 8,8 Millionen ZDF-Fernsehzuschauer als musikalischen Support für den Abschiedskampf von Regina Halmich erreichen. Ihr letztes Album schaffte es immerhin auf Platz 6 der deutschen Charts. Sie gilt wohl immer noch als Geheimtipp, denn das Zelt war nicht ganz gefüllt.

Den Abschluss an diesem Abend im Zelt machten Oomph!, die bereits 26 Jahre im Musikbusiness tätig sind. Auf für sie ungewöhnlich kleiner Bühne und zu ungewöhnlicher Zeit (sie spielten letztes Jahr vor 40.000 in Wacken - wir berichteten) brachten sie mit ihrer eigenen Vision von kantiger, harter Rockmusik eine Menge Stimmung ins Zelt. Die Metal-Band Drone aus Celle machte dann gegen 02:00 Uhr im Zelt das Licht aus.

Bis dahin kamen die letzten der bis dahin geschätzten 30.000 Festival-Besucher an und bauten ihre Zelte in der Dunkelheit der Campingplätze auf. In der Bildergalerie findet ihr alle Bilder von den Killerpilzen, Massendefekt, Sondaschule, Saltatio Mortis, Tarja Turunen, Razor Punch, Liedfett und Le Fly.