25.000 beim Plaza Festival Hannover

Zur Bildergalerie

Hannover - Traditionell findet am letzten Maiwochenende das EXPO Plaza Festival in Hannover statt. Erstmalig war das Festival mit 25.000 Fans seit Wochen ausverkauft, ein neuer Rekord. Denn das konnte bisher nur die N-Joy-Starshow am zweiten Festivaltag für sich verbuchen. 25,- Euro sind die Tickets bei dem Staraufgebot wirklich sehr günstig.

So waren in diesem Jahr am Freitagabend die Arkells, Mighy Oaks, Olly Murs, Revolverheld, Jan Delay & Disco No. 1 sowie zum Abschluss Die Fantastischen Vier mit dabei.

Den  Startschuss gaben die Arkells, während sich die EXPO Plaza langsam füllte. Auch die Mighty Oaks sorgten für ordentlich gute Stimmung. Mighty Oaks scheinen trotz ihres Hits "Brother" doch noch ein Geheimtip zu sein, die Plaza war noch nicht ganz gefüllt. Die englisch-amerikanisch-italienische Band aus Berlin ist ein richtig netter Haufen. Mighty Oaks machen wenig Aufhebens um sich, ihr grooviger, folkiger Gitarrenrock steht im Vordergrund, wobei Claudio Donzelli und Craig Saunders ihrem Leadsänger und Frontmann Ian Hooper perfekt unterstützten. Dieser hat sich sein schulterlanges Haar abschneiden lassen und trug es jetzt raspelkurz. Der Rauschebart war aber noch dran. Das zweite Album - nach "Howl" 2014 - ist derzeit in Arbeit. Ian Hooper führte überwiegend auf deutsch durch seine Setlist.

Mit Olly Murs aus Großbritannien kam der Nachmittag erstmalig richtig ins Rollen. Der Engländer hatte die Fans von der ersten bis zur letzten Minute voll im Griff. Unter anderem wurde bei „Dear Darlin´’“ mitgesungen und bei seinem Disco-Hit ­„Heart Skips a Beat“ wippte das Publikum mit. Der Popsänger war zuletzt in Hannover, als er im Stadion vor 40.000 Menschen den Support für Robbie Williams gab. Die Verspätung seines Flugzeuges, kilometerlanger Stau auf der A 7- Olly Murs kann jetzt davon ein Lied singen - denn genau das war ihm passiert. Kein Soundcheck, sondern mit einer Viertelstunde Verspätung direkt vom Auto auf die Bühne.

Wenn Olly Murs tanzt, sah das richtig gut aus. Die Mädels in der ersten Reihe brachen in großes Gekreische aus. "Dance With Me Tonight", "Seasons" oder "Wrapped Up" – ein Hit nach dem anderen. Olly Murs lief von einer Seite der Bühne zur anderen und winkte den Fans zu. Das Highlight war ein Funk-Cover-Medley bekannter Songs. Mit "Heart Skips A Beat" und "Troublemaker" verabschiedete sich Olly schließlich von seinen begeisterten Fans.

Revolverheld lieferten wie immer einen soliden Auftritt ab. Sie spulten ihre Hits herunter, ohne große Variationen einzubauen und zwar so, wie man die Hits aus dem Radio hört. Der in Worpswede aufgewachsene Sänger Johannes Strate machte locker zwischen den Songs seine Sprüche und so gratulierte er auch den Hannoveranern zum Bundesliga-Klassenerhalt.

 

Der Coversong von Echt, "Du trägst keine Liebe in Dir" bekam eine eigene Revolverheld-Note.

Jan Delay mit seiner Disco No. 1 war der Abräumer des Abends. Der Hamburger Sänger mit schwarzem Anzug, Sonnenbrille und Hut wusste, was ihn erwartete, schließlich war der Hamburger mit seiner quakigen Stimme nicht zum ersten Mal beim Plaza-Festival dabei.

Kaum auf der Bühne forderte er das Publikum auf, mit seinen Händen Herzen zu formen. Die Background-Sängerinnen schwangen Fahnen und tanzten, die Bläser sprangen im Takt hoch und der Schlagzeuger soll einer der Besten in Deutschland sein. Er zeigte wieder seine unglaublichen Entertainer-Qualitäten und gab 90 Minuten Gas. Einmal forderte er das Publikum auf, ihm den Stinkefinger zu zeigen - und es wurde mit Vergnügen umgesetzt.

"Dann machen wir mal Action!" schrie Jan Delay und es gab den Song "Action". Ein Medley mit Songs von Rage Against The Machine, den Red Hot Chili Peppers, Blur, Macklemore und Led Zeppelin wurde danach im Jan-Delay-Style gespielt. Auch den Nena-Song „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ als Reggae-Version wurde performt. Es ist ein Lied seines in den nächsten Tagen erscheinenden neuen Albums. „Hannover-City“, wie die Deutschrapper die Stadt nannte, war vollauf begeistert. Mit "St. Pauli" verabschiedete sich Jan Delay.

Zum Abschluss gegen 22.20 Uhr kamen Die Fantastischen Vier auf die Bühne und feierten ihr 25. Jubiläum weiter, obwohl es ja jetzt schon 26 Jahre sind. Knapp 2 Stunden dauerte ihr Auftritt mit einem Vierteljahrhundert deutschen Rap. 2011 traten sie bereits auf der Plaza auf. Klassiker wie "Sie ist weg", "MFG" oder "Die da" wurden fließig mitgesungen.

Und so endete das Plaza-Festival mit einer super Stimmung, tollen Interpreten und auch das Wetter spielte trotz schlechter Vorprognosen mit.