Papst Emeritus lud zum Konzert der Extraklasse

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Hamburg, 19.06.2023, (Laura Fatteicher) - Vier Konzerte kündigte die schwedische Metalband Ghost in diesem Jahr für Deutschland an. Die Re-Imperatour machte dabei auch in Hamburg halt – für ein ausverkauftes Konzert in der Barclays Arena. Begleitet wurden sie von ihren Landsleuten, der Band Hellacopers.

Am Montagabend warteten bereits zahlreiche Fans geduldig auf den Einlass in die Arena. Die Vorfreude auf das Konzert konnte man regelrecht in den Gesichtern sehen. Doch vor dem Headliner sollte erstmal die Band Hellacopters das Publikum einstimmen. Die Musiker betraten um 19 Uhr unter ersten Freudeschreien aus dem Innenraum das Rampenlicht. Die raue Stimme und das charismatische Auftreten des Frontmanns Nicke Andersson zogen die ersten Reihen sofort in den Bann. Das Zusammenspiel der Band war nahezu perfekt, und es war offensichtlich, dass die Hellacopters eine eingespielte Einheit sind, die ihr Handwerk beherrscht. Nach einer Stunde Spielzeit war das Publikum nun richtig aufgetaut und die Band verließ - natürlich unter Propellergeräuschen - dankbar die Bühne.

Die Spannung war greifbar, als die Umbaupause vorbei schien und die ersten Töne von “Kaisarion” erklangen. Der große weiße Vorhang fiel. Die Barclays Arena wurde mit Hilfe von riesigen 3D-Wänden in eine gotische Kathedrale verwandelt. Die Bandmitglieder, als "Nameless Ghouls" bekannt, stürmten in schwarzen Kutten gekleidet und mit Steampunk ähnlichen Helmen die Bühne. Angeführt von ihrem Frontmann, der sich als "Papa Emeritus" oder "Cardinal Copia" präsentiert, führte Ghost das Publikum durch einen Mix aus alten Klassikern wie "Ritual" und Songs aus ihrem aktuellen Album "Prequelle“.

Neben der Musik stand die theatralische Inszenierung als ein zentraler Bestandteil der Ghost-Show. Von rauchgefüllten Bühneneffekten über Pyroshows bis hin zu aufwendigen Lichtspielen trug die visuelle Umsetzung dazu bei, die Atmosphäre zu verstärken und das Publikum noch tiefer in den Bann zu ziehen.

 

Sänger Tobias Forge wechselte ständig seine Kostüme, wobei eines eindrucksvoller war als das andere. Aber auch die Fans waren vorbereitet. Viele unter ihnen waren kostümiert und in den ersten Reihen wurden selbstgemalte Schilder hochgehalten. Ein Großteil von ihnen schien für das Konzert sogar extra aus dem Ausland angereist zu sein – und sie wurden nicht enttäuscht. Die Menge war außer Rand und Band.


Es wurde lautstark mitgesungen und gefeiert. Tobias Forge witzelte zwischendurch, sein deutsches Lieblingswort schien dabei “Nein” zu sein. Zum Ende des Konzerts betrat er mit blauer Glitzerjacke die Bühne und scherzte: “Go home! The show is over. This is my aftershow jacket.” Natürlich war das nicht im Sinne der Fans, die noch drei Zugaben aushandeln konnten, indem sie auf Forges Bitte, etwas positiver zu sein, nun statt “Nein!” “Ja!” schrien.

Mit “Kiss the Go-Goat”, “Dance Macabre” und “Square Hammer” wurde das Konzert denkwürdig beendet. Nach der Show blieb ein kleiner Überraschungsmoment, denn Tobias Forge tauchte ganz unscheinbar im Innenraum auf und nahm sich noch etwas Zeit, um mit seinen Fans Fotos zu machen. Die Show von Ghost bot eine perfekte Symbiose aus musikalischer Brillanz und visuellem Spektakel, das zu einem außergewöhnlichen Konzerterlebnis wurde.