Interview mit Anton Kabanen

Von Gregor Eder

Als bei uns eine Mail mit der Botschaft, dass es eine Interviewmöglichkeit mit Beast in Black gäbe, angeflattert kam, meldete ich mich natürlich sofort für einen Slot. Die finnische Heavy-Metal Group war mir im vergangenen Jahr am Nova Rock Festival untergekommen und hatte mich schon am frühen Nachmittag mit ihrer Musik sehr motiviert (--> Review). Daher konnte ich es kaum abwarten mit Anton Kabanen, dem Gitarristen der Band ein entspanntes Telefonat zu führen. Nachdem manchmal Nummerndreher und Ähnliches fast zum Scheitern des Interviews führen, möchte ich mich nochmal inständig beim Label und Anton bedanken, dass ich trotz Verspätung durch technische Probleme zurückgerufen wurde! Das ist oft nicht selbstverständlich und daher nochmals Danke.

Kaum nachdem ich Anton am Hörer hatte wandelte sich meine Laune von Aggression gegenüber der Technik in 100%igen Interview-Modus und nach der Begrüßung schoss ich gleich los: „ Das letzte Mal als ich euch live gesehen habe, habt ihr in Österreich am Nova Rock Festival gespielt. Ich kann mich erinnern, dass ihr in der prallen Sonne, relativ früh nachmittags gespielt habt und trotzdem die Menge noch heißer gemacht habt als sie schon war.“

Ohne eine Frage stellen zu müssen, klinkte sich Anton ein: „ Ja ich erinnere mich an das Konzert! Es war wirklich eine coole Show. Wir haben zwar nur 5 Songs gespielt, aber ich erinnere mich das Leute sogar unseren Bandnamen miteinander zu schreien begannen. Ich habe jede Minute dieser Show genossen und ich hoffe das wir bald wieder nach Österreich zurückkommen dürfen.“

Ja die österreichische Festival-Crowd ist mittlerweile auch schon in Finnland durch ihre Gastfreundlichkeit bekannt, könnte man sagen. Nach einer kleinen Plauderei über meine musikalischen Tätigkeiten, da sich Musiker meist freuen, wenn der Interviewer nicht nur pressetechnisch tätig ist, ging es dann mit einer konkreten Frage weiter: „ Was sind so deine Gedanken zum neuen Album und über die Zeit die nach der Veröffentlichung folgt?“

Auf jeden Fall sind wir einmal sehr stolz auf das Album. Es war ein schöner Haufen Arbeit und es steckt eine Menge Liebe, Passion und Hingabe darin. Die zwei Singleauskopplungen haben schon regen Anklang unter den Leuten gefunden und ich hoffe die Menschen werden auch ihr Herz für die restlichen Songs öffnen. Andererseits steht unsere aller erste Headliner-Tour an mit 31 Terminen, glaube ich. Dafür sind wir wirklich sehr dankbar und man muss betonen, dass dies alles nur durch die Fans möglich geworden ist. Viele Bands haben nicht die Möglichkeit schon so früh in ihrer Karriere eine derartige Tour zu machen und wir freuen uns schon richtig darauf. Es wird sich anfühlen wie Urlaub nach der andauernden Studiozeit und Vorbereitungszeit. Wir lieben es miteinander auf Tour zu sein und Spaß miteinander zu haben. Natürlich wartet auch die sommerliche Festivalsaison und danach haben wir auch noch einige Möglichkeiten zu touren. Kurzgesagt wird es jede Menge Konzerte geben und danach werden wir unseren Fokus auf Album Nummer 3 richten.“ antwortete Anton

Ich habe mir schon sagen lassen, dass die finnischen Kollegen sehr gesprächig sind, doch muss man dazusagen, dass sie auch einiges an Substanz im Gesagten verpacken können. Da ich ja vollends über die weiteren Pläne der Band informiert worden war, konzentrierte ich mich wieder auf die Akteure der Band selbst und fragte: „Das 2. Album kam ja recht schnell.

 

 

 

 

Gegründet habt ihr euch 2015 soweit ich weiß, wie ging das so schnell?

Die ersten Jahre waren reine Arbeit am Debütalbum. Beim Zweiten hatten wir jetzt eine Deadline und das hat alles natürlich etwas strikter gemacht, aber das wichtigste ist die Harmonie zwischen den Bandmitgliedern. Es fragen mich oft Leute was ich aus den Touren mit Bands wie Rhapsody, Nightwish, WASP und all den Anderen gelernt habe und das ist eben, dass die Harmonie zwischen den Mitgliedern passen muss. Es beginnt alles dort. Gibt es einen Streit wirkt sich das auf das ganze Team aus. Das Wichtigste ist, dass man die Zeit miteinander genießen kann. Jeder möchte mal seine Zeit alleine, doch das ist ja kein Problem. Bei unserer ersten Tour mit WASP, welche ja aus gewissen Gründen von deren Seite abgesagt wurde, gab die Situation uns auch einen gewaltigen Schlag, aber unser Teamspirit hat uns zusammengehalten und uns weiter wachsen lassen.“ meinte Anton dazu.

Wie immer freute ich mich darüber wieder einmal jemanden gefunden zu haben, dessen Ansichten bzgl. Harmonie in der Band mit meinen übereinstimmten. Dies brachte ich natürlich auch zum Ausdruck und fügte hinzu, dass diese Bodenständigkeit nicht selbstverständlich ist.

Anton meinte dazu nur:“ Wir sind alle nur Menschen aus Fleisch und Blut, ich sehe keine Unterschiede bei Musikern auf Grund des Status welchen sie in Ihrem Gebiet haben. Jeder hat sein Ego, aber man sollte einfach „down to earth“ bleiben. Ein wunderbares Beispiel dafür sind Nightwish. Die größte Band Finnlands aber so entspannte Kollegen. Ich habe z.B. mit Tuomas über die Serie „Mumins“ geplaudert und wir hatten viel Spaß.

Da musste ich mich einklinken, da ich auch ein großer Fan dieser Serie bin und so glitt das Gespräch kurzzeitig in eine Plänkelei über Serien aus unserer Kindheit ab. Auch schön wenn für soetwas Zeit da ist. Zuletzt erkundigte ich mich noch, ob mir Anton auch für ein Interview in meiner Nähe zur Verfügung stehen würde und die Antwort war: „Wir sind offen für alles solange wir in der Gegend sind.“. Das klang ja schon einmal gut.

Nachdem es schon recht spät wurde und mir Anton verriet, dass er jetzt dann noch etwas an einem Song weiterschreiben würde, schlossen wir das Gespräch ab und wünschten uns eine schöne Nacht. Wer nun Lust hat sich das neue Album „FROM HELL WITH LOVE“ (--> Rezension) der finnischen Heavy Metal Band Beast in Black reinzuziehen soll dies unbedingt tun und meine Review dazu lesen. Abschließend möchte ich nochmal ein großes Dankeschön an Anton aussprechen. Danke für das sehr coole Gespräch und hoffentlich sieht man sich!