Zu viel Information von Annett Louisan

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Worpswede, 05.03.2015 - Annett Louisan (37) ist in diesem Jahr für den ECHO in der Kategorie “Künstlerin Rock Pop national” nominiert. Die Preis-Verleihung findet am 26. März in Berlin statt. Auf einer Tournee im letzten Jahr mit über 70 Konzerten konnte die Künstlerin im 10. Jahr ihrer Bühnen-Karriere die Menschen in ihren Bann und ziehen und mit in ihre ganz eigene Welt entführen.

Mit ihrer neuen „Zu viel Information“-Tour des gleichnahmigen sechsten Studioalbums trat sie am 05.03.2015 in der Worpsweder Music Hall vor ausverkauftem Haus auf. Auch Radio Bremen war vor Ort und das Konzert war einen Beitrag bei Buten und Binnen wert.

Das Album „Zu viel Information“ schaffte den Direkteinstieg in die Top 3 der deutschen Albumcharts. Sie hat Fans, die jeden Song kennen, und die trugen die Sängerin durch den Abend, übernahmen immer wieder unaufgefordert das Singen der eingängigen Refrains. Präsentiert hat die Hamburgerin einen bunten Mix aus ihren bisherigen Alben – eine abwechslungsreiche Mischung – musikalisch wie auch thematisch.

Begleitet haben sie ihre Musiker, mit denen sie seit 10 Jahren on tour ist: Leader und Gitarrist Hardy Kayser und die Mulitinstrumentalisten Friedrich Paravicini am Bass, Cello, Mundharmonika und Klavier, sowie Martin Iannaccone am Cello, Bass und Percussion. Dem Publikum sagte sie: Ich hatte keinen Sex mit denen. Bei den Dreien untereinander bin ich mir nicht sicher.

Die Sängerin mit der Mädchenstimme hatte ihr Publikum schnell für sich gewonnen. Es fiel auf, dass sie eine stärkere Gewichtung auf den Text legt, als auf die musikalische Untermalung von diesen. Sie versucht Geschichten zu erzählen und dabei dient die Musik meistens nur der Begleitung dieser. Diese Geschichten sind mal sehr satirisch angelegt, mal mit viel Witz gespickt, oft mit viel Zweideutigem. Noch nie haben wir ein Konzert gesehen, wo ständig gelacht wurde.

Mit dem bekannten Lied "Nur Prosecco" ging es dann in die Pause.

 

Aber auch ernste Themen wie die lebenslange Liebe ihrer verstorbenen Großeltern waren dabei. Annett Louisan wuchs bei Mutter und Großeltern in Schönhausen (Elbe) auf, bis sie mit zwölf Jahren mit ihrer Mutter nach Hamburg zog.

Auch ein Gang durch die Publikumreihen wurde singend gemacht. Mit ihrer Körpergröße von nur 152 cm war ihre Position trotz Sitzkonzertes nur schlecht auszumachen. Mit dem Coversong aus den 80ern von Chris Isaak, der einzige englische Text an diesem Abend in der zweiten Konzerthälfte, zeigte Louisans ihr stimmliches Volumen.

Bei dem Lied „Papillon“ zeigte sie, dass sie auch andere Seiten hat. Bei einer tieftraurigen Ballade merkte man, dass sie auch nachdenkliche Stücke gut rüberbringen kann, wenn sie sich auch merkbar wohler bei den unterhaltsameren Stücken fühlt. Hervorzuheben ist jedoch, dass sie bei jedem ihrer Lieder stets eine hohe schauspielerische Leistung an den Tag brachte, sie fühlte ihre Lieder und präsentierte dies nicht nur stimmlich sondern auch ausgezeichnet nonverbal, sodass durch ihre zum Teil satirischen und unterhaltsamen Texte manchmal die Querverbindung zum Kabarett entstand. Die Fans machten auf jeden Fall alle einen sehr zufriedenen Eindruck und in letzter Konsequenz ist dies das Entscheidende für einen Künstler. Kräftiger Applaus für kurzweilige Unterhaltung kam nach der Zugabe vom Publikum.