Night of the Proms 2014 in Bremen

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Bremen - Die „Night of the Proms“ lockt alljährlich mit jeder Menge Stars. Klassik und Pop trafen am 21. Dezember 2014 in der Stadthalle Bremen wieder aufeinander. Die Rezeptur der Night Of The Proms ist seit Jahren gleich und hat bewiesen, dass es funktioniert: Eine Altmeister des Showgeschäftes, ein Orchester, ein Chor und 3 aktuell erfolgreiche Künstler. Mit von der Partie am letzten Abend der Konzerttour waren Stimmwunder Katie Melua, der italienische Altmeister Zucchero, Hitmeister Marlon Roudette, das deutsche Nachwuchstalent Madeline Juno und „Mr. Night of the Proms“ John Miles.

Plötzlich und unerwartet kam der Startschuss wie ein Donnerschlag in der Dunkelheit, so dass sich mancher Zuschauer erschrak. Das 75-köpfige Sinfonieorchester Il Novecento und der NOTP Chor Fine Fleur unter der Leitung von Dirigent Robert Groslot begann mit der Ouvertüre, in die wie gewohnt auch die Interpretation moderner Popsongs einflossen.

Nach der Einleitung von NDR-Moderator Uwe Bahn plötzlich Akkordeonklänge. Der Eine oder Andere schaute sich verwundert um, woher die Musik kam. Die lettische Musikerin Ksenija Sidorova saß mit ihrem Akkordeon im hinteren Teil des Zuschauerraumes und spielte den "Libertango" und fügt sich dabei in perfekter Harmonie in das Orchester ein.

Danach spielte das Orchester "Il Trovatore", bei dem Patrick de Smet seinen ersten großen Auftritt hatte. Der Mann an den Percussions war mit seinen komischen Einlagen seit jeher der heimliche Publikumsliebling. Zuerst zeige er zarte Schläge auf der Triangel, um dann mit dem Hammer einen Amboss rythmisch zu bearbeiten. Der Altersschnitt der auftretenden Stars war dieses Jahr außergewöhnlich jung. Das erst 19jährige Nachwuchstalent Madeline Juno trug dazu auch bei. Sie sang zunächst ihre Debütsingle "Error", die bei YouTube innerhalb von drei Monaten über eine Million Klicks verbuchen konnte und es 2014 auf den Soundtrack des Kinohits "Fack You, Göhte" schaffte. Danach folgten „Feel you“ und „Like lovers do“.

An der jamaikanischen Steel Drum begann der 31-jährige Londoner Künstler und Ex-Frontmann des Nummer Eins-Duos Mattafix, Marlon Roudette, seine Show mit "When The Beat Drops Out". Seine Songs werden derzeit im Radio rauf und runter gespielt. Nach "Anti Hero" spielte er zum Abschluss auf der Gitarre noch "New Age", bevor er mit tosendem Applaus verabschiedet wurde. Ein Walzer folgte zwischendurch, dann Ksenija Sidorova mit „Adios nonio“. Der seit 30 Jahren bei Night Of The Proms auftretende John Miles durfte auch an diesem Abend nicht fehlen. Er sorgte sogar für die ersten Begeisterungsstürme des Abends.

 

Er spielte den Queen-Klassiker „Bohemian Rhapsody“ in Kombination mit dem Orchester und -natürlich wie immer- „Music“.

Nach der Pause ein Auftritt von Ksenija Sidorova im feuerroten Abendkleid mit ihrer Interpretation von "Carmen's Spiel". Das 30-jährige georgisch-britische Stimmwunder Katie Melua eröffnete ihren Part an der Gitarre mit ihrer Debütsingle und dem Welthit "Closest Thing To Crazy", der 2003 auf Anhieb Platz 10 der Charts erreichte. Mit über 11 Millionen verkauften Tonträgern gehört Melua zu den erfolgreichsten britischen Sängerinnen des neuen Jahrtausends.

Im langen Abendkleid mit Cowboyhut sang sie mit ihrer außergewöhnlichen Stimme „No fear for heights“ und den rockigen Song „ God on drums“ mit der E-Gitarre. Ihr bekanntester Hit "9 Million Bicycles" durfte zum Abschluss ihres Parts nicht fehlen. Ihre Hits sind meist etwas ruhiger, aber ihre glockenklare, nahegehende Stimme war ganz großes Kino.

Im roten Samtsessel sitzend begann der italienische Rockstar Zucchero seine Performance mit “All fine“. Zu "Vedo Nero" stand der ganze Zuschauerraum auf und klatschte mit, zu "Senza Una Donna", ein Song den er original im Duett mit Paul Young sang, rockte er mit NOTP-Bandgitarrist Arnold van Dongen die Halle. Beim Duett "Miserere" wird der verstorbene Weltklassetenor Luciano Pavarotti über die Videoleinwand zugespielt. Es folgten noch „Baila“ und „Diavolo in me“, wobei dem 59-jährigen etwas die Luft ausging.

Den Abschluss der dreistündigen Show bildete wie immer die gemeinsame Performance von einem Beatles-Klassiker, diesmal "Let It Be" mit allen Künstlern. Da es der letzte Abend der Konzertreihe war, gab es auf der Bühne noch Blümchen und Küsschen. Und auch dieses Jahr strömten viele Zuschauer zu dem Ticketschaltern, um gleich für 2016 die Karten zu bestellen, obwohl noch nicht bekannt ist, wer dann auf der Bühne steht.