VORCHECKING: Frische und unabhängige CD-Kritiken

LORDS OF ACID: "Pretty in Kink"

TECHNO! TECHNO! TECHNO! Anders könnte man die legendären Lords of Acid nicht beschreiben. Seit der ersten Single "I sit on Acid" im Jahre 1988 hat sich einiges getan und am 29.06.18. gibt es endlich frisches von der belgischen Truppe, bestehend aus der Techno-Größe Praga Khan (Synthesizer + programming, Backing Vocals), Galen Waling (Drums), Erhan Kurken (Guitar), Marieke Bresseleers (Lead Vocals) und Doggy Dave (Bass). Wer sich nun wundert, warum bei elektronischer Musik auch Instrumente verwendet werden und nicht nur Synthesizer sollte sich einmal über die wirklichen Ursprünge elektronscher Musik machen. Heutzutage ist es die Jugend gewohnt von einer Person, welche hier und da an ein paar Knöpflein seines Turntables dreht, beschallt zu werden, doch der Ursprung sah anders aus.

Neben LOA kann ich auch auf The Prodigy und Pendulum verweisen, welche mit echten Instrumenten, oder zumindest Synthie-Instruments, auf der Bühne stehen und noch wirklich performen wie es sich gehört. Aber nun genug Moral-Apostel gespielt. Das neue Album "Pretty in Kink" zeigt schon im Titel, eine der gewohnten zweideutigen Aussagen des Techno-Konglomerats. Nach Albentitel wie "Heaven is an Orgasm", "Our little secret" oder "Greatest T*ts" war auch nichts anderes zu erwarten. Über die Jahre wechselte die Besetzung derartig oft, dass das "Projekt" Lords of Acid insgesamt über 30 verschiedene Musiker miteinbezog. Bei so einer Vielfalt an Musikern kann man sich auch leicht vorstellen, dass ebenso viele musikalische Einflüsse die Band geprägt haben. Von Techno zu Rave, von Rock bis Industrial, egal welche Richtung die Lords wissen wie sie es verarbeiten und "Dancefloortauglich" machen. Aber nicht nur auf dem Dancefloor schlagen ihre Tracks ein, sondern auch als Soundtracks für Filme wie zum Beispiel "Austin Powers: The Spy who shagged me", "Bad Lieutenant", "Paparazzi" und "Sucker Punch", können sich die Songs hören lassen. Die neuen zwölf Tracks strotzen wiedereinmal vor motivierenden Beats, zweideutigen Anspielungen und machen einfach nur Lust auf mehr. Die Sex-geladenen Lyrics mit typischen Industrial Sounds sind ein wunderbares Konglomerat um sich einmal seinen Trieben hinzugeben und einfach rauszulassen was in einem schlummert. Down-Tempo ist der Band aber auch kein Fremdwort. Beispielsweise in "Goldfinger", "Androgyny" und "Ma Fille de Joie" (was übersetzt soviel bedeutet wie Prostituierte) lassen sich in diese Richtung einordnen.

FAZIT: Sex und elektronisches Gehämmere sind zwei wunderbare Sachen und Lords of Acid sind die musikalische Verkörperung dessen. Rein nach dem Motto: Hirn aus, Triebe an und los raven, bespielt die Band wiedereinmal die Bühnen der Welt und es ist gut so! Das Album der Techno-Riesen bekommt, auch auf Grund ihrer Treue zu ihren Wurzeln, von mir 7 von 10 Punkten.

 
Bewertung:

GENRE: Dance/ Electronic

TRACKLIST:

1. Break me
2. Ma Fill De Joie
3. Sex Cam Girl
4. Flow Juice
5. Like Pablo Escobar
6. Before the night is over
7. Androgyny
8. Goldfinger
9. What the Fuck!
10. So Goddamn Good
11. My Demons are inside
12. We are the freaks

   

VÖ: 29.06.18
Format: CD / Digital
Label: Metropolis Records
Auf Tour im Norden: -

Rezensent: Gregor