Sie reiten wieder

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Bad Segeberg, 23.06.2018 – Auch dieses Jahr wird wieder ein Karl-May-Abenteuer im Bad Segeberger Kalkbergstadion aufgeführt. Das diesjährige „Winnetou und das Geheimnis der Felsenburg“ ist ein nur selten aufgeführtes Stück, das in Mexiko spielt und erst zum dritten Mal in der Geschichte der Spiele (bislang 67. Saison) gezeigt wird. Nordevents durfte wieder einmal bei der Premiere dabei sein, Geschäftsführerin Ute Thienel freute sich, dass die Aufführung trotz gleichzeitig stattfindendem WM-Spiel Deutschland gegen Schweden und Nieselregen mit 7000 Zuschauern ausverkauft war. Sie bat darum keine Smartphones zu benutzen, doch schielten viele Zuschauer immer wieder auf ihr Handy, um sich über das Fußballspiel in Sotschi zu informieren.

Rund 4,8 Millionen Euro kostet die gesamte Produktion in diesem Jahr, etwa 550000 Euro seien unter anderem in das neue Bühnenbild, in die eindrucksvolle Felsenburg und die Technik investiert worden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) setzte stilecht mit einem Schuss aus dem Colt ein kleines Eröffnungsfeuerwerk in Gang. Der Wilde Westen von Bad Segeberg hat in den vergangenen Jahren schon viele skrupellose Fieslinge gesehen, das Duo Jochen Horst (57) als „Harry Melton“ und seine Geliebte Christine Neubauer als „Judith Silberstein“ verkörpern in der aktuellen Aufführung das böse Duo. Apachenhäuptling Winnetou mit Silberbüchse (zum sechsten Mal in Folge gespielt von Jan Sosniok, 50) weiß wie immer ein Mittel gegen das Böse. Unterstützung dabei erhält er von Old Shatterhand. Joshy Peters spielt zum zehnten Mal die Rolle von Winnetous Blutsbruder. Neubauer feierte an diesem Tag ihren 56. Geburtstag.

Etliche Mittel- und Ganzprominente waren trotz des unwirtlichen Wetters in „Mexiko“ anwesend, einige immer anwesende wie Carlo von Tiedemann fehlten aber an diesem Abend. Gesehen wurden Till Demtrøder (Großstadtrevier, Old Shatterhand 2016), Schauspieler Oliver Stritzel (Cornel Brinkley in Winnetou 2016), ehemaliger Nachrichtensprecher Joachim „Jo“ Brauner mit Ehefrau, Schauspielerin Caroline Beil, Henning Venske (Sasamstraße, Tatort), der uns erzählte, das der Herr neben ihm im Samsonkostüm der deutschen Sesamstrasse steckte (Peter Röders). Meeno Schrader, Schleswig-Holsteins Wetterexperte Nummer eins war an dem Abend nicht für das Wetter verantwortlich und Comedianne Tanja Schumann ist aus dem Dschungelcamp zurück und schauten sich sich auch die Vorstellung an.

Zur Geschichte: Viele halten sie für eine Legende der alten Indiovölker. Doch es gibt sie tatsächlich: eine uralte Felsenburg, erbaut von spanischen Eroberern und versteckt in den Bergen Mexikos. Die Gewölbe führen zu einer Mine, die unendlichen Reichtum verspricht – und die deshalb Schatzjäger Harry Melton in diese einsame Gegend lockt. Zwischendurch gibt es auch mal mexikanische Folklore: im städtischen Guaymas wird Fiesta gefeiert.

 

Ganz vorn dabei ist die schöne Wirtstochter Felisa (Melanie Böhm). Weiter zum Ensemble gehören Max König als Yuma Shetar, Nicolas König als  Vete-Ya- der Große Mund. Fabian Monasterios als Player- einen durchtriebenen Falschspieler, der auch romantische Momente erleben darf und viele andere Akteure. Z. B. Karl-May-Urgestein Harald Wieczorek, der gleich drei Rollen verkörpert: den gutmütigen Gastwirt Don Geronimo, den alten Mimbrenjo-Häuptling Nalgu Mokaschi und den arroganten Haciendero Don Timoteo Pruchillo.  Der Humor-Part liegt wie im Jahr zuvor in den Händen von Patrick L. Schmitz als Dorfpolizist „José Sancho Gonzales“ („Wie oft habe ich euch gesagt: Keine Überfälle nach Dienstschluss.“) und Stephan A. Tölle als dessen Vorgesetzter „Jurisconsulto“.

Neben über 80 Mitwirkende waren 25 Pferde, einen Afrikanischen Schreiseeadler sowie einen Bussard dabei. Und weil der mitwirkende Treck deutscher Einwanderer auch viele Tiere „im Gepäck“ hat, gehören auch ein Esel, Ziegen, Schafe und eine Gänseschar als Publikumsliebling zum Ensemble. Max König, der im Vorjahr die Herzen der Zuschauer als „Apanatschka“ erobert hatte, hat sich Tage vor der Premiere eine Verletzung am Fuß zugezogen. Daher konnte er den jungen Krieger Yuma-Shetar nicht spielen, vertreten wurde er von Sascha Hödl, der erstmals zum Karl-May-Team gehört. König wird erst im Laufe der Saison wieder einsteigen.

Old Shatterhand kam aus der Cantina und antwortete auf die Frage, ob alles gut sei: „Das kann man sagen, Deutschland hat gerade das 1:1 geschafft.“ Die Fans konnten sich somit zunächst wieder ganz auf die Handlung konzentrieren. Es gab auch einige politische Anspielungen, z. B. das man wegen den Mexikanern doch eine Mauer bauen sollte.

Es gab ein wirklich furioses Finale in der beeindruckenden Felsenburg mit Feuerwerk, Luftschlangen und einem Abschlusssong, nachdem unter Beifall der Endstand von 2: 1 für Deutschland verkündet wurde. Mit der Mischung aus Action, Witz und Gefühl geht es noch weiter bis zum 02. September 2018. Im vergangenen Jahr kamen insgesamt 372.000 Zuschauer.