„Surprise“ im GOP Varieté Theater Bremen

Wolfgang Karg

Bremen, 03.04.2025 – Unter dem Motto „Surprise-Eine Überraschung kommt selten allein“, wurde aktuell die zweite Premiere in diesem Jahr im GOP Varieté Theater Bremen aufgeführt.

Marco Noury beendete nicht nur die Show mit einer Strapaten-Performance, die Kraft und Eleganz vereinte, sondern unterstützte auch als Assistent von Chantall die Moderation. Und so verteilte er vor der Show im Publikum das ein oder andere „Eierlikörchen“, als er von Tisch zu Tisch ging. Am Ende der Show hing er hoch oben in der Luft und schwang zu Hildegard Knefs Evergreen „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ seine Spagatdrehungen. Nach zahlreichen Engagements in vielen Ländern Europas, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten gilt Marco Noury mit seiner spektakulären Darbietung mittlerweile zu Recht, als einer der weltbesten sowie erfolgreichsten Vertreter seines Fachs.

© NordeventsSurprise

Der Abend mit der Show „Surprise“ begann mit Entertainer Markus Schimpp, dessen musikalisches Talent und scharfer Humor das Publikum sofort fesselte. Gegen die Diätpläne seiner Frau verstoßend sang er von seiner Sehnsucht nach „Pommes mit Mayo“. Mit Peter Frankenfeld-Ähnlichkeit im karierten Sakko (wer ihn noch kennt) und leicht angegrauten Herren- und Damenwitzen aus der Humor-Kiste der Fünfzigerjahre ließ er die Zuschauer schmunzeln, auch wenn es nicht jedermanns Humor traf. Warum genau dieses Mayo-Lied gesungen in leichtem wienerischem Akzent einen plötzlichen Bedarf an Pommes mit Mayo weckte, bleibt eines der Geheimnisse, die man nur erlebt, wenn man die Show selbst besucht. Steht der gebürtige Augsburger mal nicht auf der Bühne, ist er auch als Komponist für Chansons sowie Klavier- und Kammermusik, sowie für Film- oder Artistikprojekte tätig.

Ihm zur Seite steht die sangesfreudige Moderatorin und Entertainerin Chantall, die sich als „verrückte Tante“ durch die Show berlinert. Sie war schon mit einigen Shows wie „Ladys Night“ oder „Humorzone“ zu Gast im GOP Bremen.

Mit ihrem scharfzüngigen Wortwitz, Gesangs- und Tanzdarbietungen fesselte sie das Publikum auf vielfältige Weise. Die Auftritte der „Göre“ aus dem wilden Berlin-Kreuzberg sind eine dynamische Mischung aus Comedy, Musik und Magie, die sie gekonnt miteinander verwebt. Mit Vielseitigkeit und Bühnenpräsenz führt charmant durch die Show. So schreckte sie auch nicht davor zurück, sich mit einem „Hintern to go“ aus Silikon und Schaumstoff zu einer Art Kim Kardashian zu mutieren und damit einen Hula-Hoop-Reifen kreisen zu lassen. Außerdem zeigte sie ihre Fertigkeit im Umgang mit der Peitsche, ein Premierenabonnent musste dafür in Schutzkleidung auf die Bühne.

Die Ukrainerin Iryna Hladka kreierte mit ihren Hula-Hoops eine Symphonie der Bewegung, die poetisch und kraftvoll zugleich war. Mit scheinbar müheloser Eleganz ließ sie die Reifen um ihren Körper kreisen. Am Luftring demonstriert sie zudem ihre außergewöhnliche Körperbeherrschung und Kraft.

„SURPRISE!“ hatte tolle Überraschungen auf Lager

Das Duo Pearl (Melania aus Portugal und Nikita aus Kasachstan) demonstrierte eindrucksvolle Partnerakrobatik, die durch ihre athletischen Fähigkeiten und die nahtlose Integration ihrer Bewegungen in die Musik begeisterte. Ihre Performance war kraftvoll und poetisch schön. Melania trat auch in dem folgenden Duo auf.

Skating Dalton brachte mal wieder Rollschuhakrobatik auf die GOP-Bühne. In der fünften Generation einer portugiesischen Zirkusfamilie erlernten Melania und ihr Bruder Jessé (die vollständigen Namen lassen wir mal aufgrund der Länge weg) bereits in frühster Kindheit verschiedene akrobatische Disziplinen. Die Vollprofis auf Rollschuhen brillieren mit ihrer rasanten Performance und reizten die physikalischen Grenzen auf dem kleinen Podest aus.

Eine Überraschung kommt selten allein

Das Duo „Up ’n‘ Down“ bestehend aus Dimitri Terribilin aus der Schweiz und Laurine Dumora aus Frankreich sauste mit Körperbeherrschung, Konzentration und gewagten Sprüngen beeindruckend synchron über Duo Chinese Pole, musikalisch untermalt von einem Remix von Camille Saint-Saëns. Hoch hinaus und rasend schnell -im Zusammenspiel zu fetziger Musik- bergab, um sich Zentimeter über dem Gesicht seiner am Boden liegenden Partnerin zum Kuss abzufangen. Solch eine Synchronizität von 2 Artisten an einem Chinese-Pole gab es in 15 Jahren GOP Bremen noch nicht.

Sergey Timofeev aus der Ukraine verblüffte mit seiner Equilibristik. Im Jahr 2007 beendete er die Ausbildung an der Artistenschule in Kiew und galt schon früh als Ausnahmetalent. Die Art und Weise, wie er in seinem Act vereint zwei faszinierende Genres – Kontorsion und die Handstand-Kunst- vereinte und beeindruckend leicht aussehen zu lassen, hielt das Publikum in ständiger Spannung.

Der hannoverische Regisseur der Show, Knut Gminder, wäre sicherlich angetan von seinem Ensemble gewesen. Der Schöpfer von GOP-Shows wie „Elektro“, „Humorzone“, „Trust Me“ und vielen anderen, ist im Dezember im Alter von nur 58 Jahren unerwartet gestorben. Sein ehemaliger Schüler Robin Witt übernahm die Show.

Die neue Show kann akrobatisches Können und Comedy diesmal auch ganz ohne eine Rahmenhandlung bestens verknüpfen. Wie Chantall bei dem vorausgegangenen Presse-Empfang betonte: „Lehnt euch einfach zurück, einfach entspannen und nehmt uns nicht so erst!“ Die Show kann man sich noch bis zum 22. Juni 2025 anschauen.

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