Deichband 2019 - Der Samstag

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Wanhöden, 20. Juli 2019 - 20 Meter hoch, 3 Bars, flammendes Geweih und rauchende Nüstern. In den letzten vier Jahren war er beliebtes Hintergrundobjekt bei unseren Deichbrandbildern: der Jägermeister Platzhirsch. Nun ist er auf Abschiedstour. Dieses Jahr stand er das letzte Mal bei Deichbrand. Ihr werdet ihn vielleicht noch einmal auf unseren Wackenbildern sehen, nach dem darauf folgenden Highfield Festival verabschiedet er sich von Deutschlands Festival-Geländen.

Zum zweiten Mal gibt es die ALDI Korner im Infield mit Chill-Möglichkeiten und einer guten Aussicht auf das Festival. Außerdem kann man ein sogenanntes Katerfrühstück gewinnen.

Beim Testen der Foodstände warn wir an diesem Tag bei Hirsch & Eber. Wieder ein besonderer Stand, denn hier gibt es hochwertiges Essen wie Wild-Currywurst, Pulled Boar oder sous-vide gegartes Reh. Wir haben den Wild-Burger probiert – sehr zu empfehlen. Bei Handbrotzeit gibt es vor Ort frisch gebackenes Brot und durch den hohen Käseanteil sehr als Grundlage für den Festivaltag zu empfehlen. Bilder von beiden Ständen sind in der Galerie.

Die Donots eröffneten um 12 Uhr als erste Band die Fire Stage. Sie scheinen ja immer etwas familiär angehaucht zu sein. 2017 brachten sie ihre Mutter mit auf die Bühne, damit die Crowd ihr ein Geburtstagständchen sing und nun brachten sie ihr Album „Silberhochzeit“ raus. Zur frühen Mittagszeit luden sie nun zum Punk-Frühsport ein. Der Dresscode dafür wurde ausgegeben: Sportklamotten, Schweißbänder, Jogginghosen und Hotpants. Sie blieben dann noch etwas länger auf dem Festival, Ingo Knollmann gab Interviews im Mediabereich und die anderen chillten und quatschen einfach mit guten Freunden.

Zwischendurch gab es mal einen heftigen Regenschauer, der dem Staub ein Ende bereitete. Aber halb so schlimm, nach 1,5 Stunden kam die Sonne bereits wieder heraus. Die aufstrebende belgische DJane Charlotte de Witte brachte die Menge bereits einiges vor ihrem Stagetermin vor der Electric Island zum Tanzen. Sie pustete schon beim legendären Tomorrowland-Festival ihre Beats durch die Lautsprecher.

Ebenfalls sehenswert war der Auftritt vom Deutschrapper Dendemann. Mag sein Kleidungsstil ungewöhnlich sein - er sah aus als ob er gerade vom Feld kam - mit einer Musik füllt er die Hallen und in diesem Fall auch das Infield. Hits vom neuen Album „Da nich für“ sind in Cuxhaven ebenso am Start wie die alten Songs.

Es folgten "The Kooks", die 2015 schon einmal bei Deichbrand vertreten waren. Sie performten ihren britischen Pop und Indie-Rock. Sie wurden 2006 als bester britischer Act beim MTV Europe Music Award ausgezeichnet.

 


 

Sie gaben sich besonders cool, dem jungen Publikum gefiel es. Insbesondere die weiblichen Festivalgänger brachten sie mit Songs wie "Oh Lala", "Naive" und "Junk Of The Heart" und ihrem britischen Charme zum Dahinschmelzen.

Die Nordiren von Two Door Cinema Club mit Sänger und Gitarrist Alex Trimble durften ab 21:00 Uhr die Fire Stage bespielen. Bei Klassikern wie „What you know“ und „Sun“ mit verspielte Basslinien und Hang zum Discofunk hüpfte die Crowd. Dagegen konnten die Songs der neuesten Platte „Gameshow“ nicht zünden.

Nach ihrer abgeschlossenen MTV Unplugged Tour gingen Biffy Clyro ab 22.20 Uhr auf der Water Stage wieder in die Vollen. Es war wieder ein sehr energisches und intensives Konzert. "Wolves of Winter", „Living is a problem because everything dies" und "Sounds like balloons" waren dabei. Bereits nach wenigen Songs flogen die Jacken in die Ecke und man spielte wie gewohnt mit freiem Oberkörper weiter. Vor der Bühne ist es rappelvoll und der stechende Strat-Sound von Frontmann Simon hagelt auf alle herab. Es ist eine mega gute Live-Band und ihr Repertoire an Hits ist reichlich.

Um Mitternacht fuhren dann The Chemical Brothers ihre beeindruckende Show auf. Die Grammy-Gewinner verbinden in ihrer einzigartigen Live-Show elektronische Beats mit hypnotisierenden Video-Collagen. Seit mehr als bald drei Jahrzehnten sind The Chemical Brothers der Garant für die besten Liveshows im Genre der elektronischen Musik. Für ein einziges, exklusives Deutschland-Konzert waren The Chemical Brothers nur bei diesem Festival.

Mit der deutschen Punk-Rock-Band Adam Angst auf der Jever Hafenbar-Stage ging zu später Nachtzeit die Post ab. Die Fans wurden nicht enttäuscht. „Splitter von Granaten“ oder „Frieda und die Bomben“ (Fu Manchu Cover) sorgten für Stimmung.

Nach dem DJ-Duo "Lexy & K-Paul" aus Berlin machten "The Bloody Beetroots" im Palastzelt das Licht aus und konnten ihre Spiderman-Masken wieder ablegen.