Interview mit Kevin Geyer | HEART ATTACK

Von Gregor Eder

Die Truppe Heart Attack haben am 10.06.2022 ihre neues Album "Negative Sun" veröffentlicht und im Rahmen eben jener Veröffentlichung durfte ich ein paar Fragen per Mail an den Sänger Kevin Geyer richten.
 
Meine erste Frage lautete wie folgt: "Dieses Albumist eine interessante Mischungaus wirklich brutalen Riffs und Rhythmen, liefert jedoch auch leichtherzige Melodien. Von wo kamdie Idee ein solch brutalesaber auch schönes Album zu schreiben?"
 
Kevin antwortete: Auf diesem Album haben wir versucht all unsere Einflüsse (70er Rock, 90er Pop, Black/Death-Metal) einfließen zu lassen um ein wirklich großes musikalisches Werk zu erschaffen und nicht eneut ein Groove-Metal Album zu veröffentlichen. Das ganze Album basiert auf dem Wechselspiel zwischen Licht und Dunkel. Wir haben sehr bewusst versucht unsere Musik unter diesem Hintergrund zu akzentuieren und eben atmosphärische Passagen,sowei schwer aggressive Abschnitte zu setzten.

Nach dem der generelle Hintergrund des Albums geklärt war folgte Frage 2: Wie schreibt ihr eure Songtexte? Die Texte haben einen klaren agnostischen Standpunkt und inkludieren einen kritischen Blick gegenüber globaler Probleme. Auf Grund dieser Fakten bin ich sehr interessiert am Entstehungsprozess der Texte.

"Normalerweise entscheiden wir gemeinsam das Thema des Albums und unser Bassist William Ribeiro schreibt die Texte. Er liebt es und er ist die kreativste Person in diesem Feld. Wir haben dieses Album während des ersten Lockdowns der Pandemie produziert. Es gab einige Angst und die Welt rund um uns viel auseinander. Wir haben unsere Wut und Frustration in diesem Album verarbeitet. Das ist der Grund, warum es so düster geworden ist. Dieses Album dreht sich um die Dunkelheit, welche tief versteckt im Inneren eines jeden Menschen existiert und sich in Momenten des Unglücks zeigt, um Chaos zu kreieren. Das ganze Album, der sehr aggressive und massive Klang der Musik und auch das Artwork sollen eben diese Dunkelheit darstellen." erklärte Kevin.

Da die Band mit einem meiner Lieblingssänger zusammengearbeitet hat, musste ich folgendes fragen: "Wie war die Zusammenarbeit mit Rasta (Sänger bei Decapitated)? Ich durfte mein aller erste Interview mit ihm führen. "Twisted Sacrific" ist absolut massiv! Wie kam die Kooperation zustande?"

"Wir haben 2019 mit Decapitated getourt, wir kennen uns sehr gut und sie sind super cool. Wir haben immer Witze darüber gemacht, dass immer mindestens eine Person in der Bandein Slayer-T-Shirt an hatte. Wir sind alle große Slayer-Fans und nebenbei erwähnt ist "Twisted Sacrifice" ein Tribute n diese legendäre Thrash-Metal-Band. Es ist auf jeden Fall der aggressivste Song den wir je gemacht haben. Für so einen Song brauchten wir einen extrem harten Vocal-Part und da dachten wir an unseren Freund Rasta. Als wir seine Vocal-Track zum ersten Mal hörten waren wir richtig geschockt. Wir haben uns gefühlt als würden wir einem Dinosaurier zuhören. Es war unglaublich!" anwortete Kevin.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Rasta die Herren gewaltig weggeblasen hat. Ich bin auch oft an der "technischen" Entstehung von Alben interessiert und fragte daher: "Wie lief der gesamte Aufnahmeprozess ab? Im Pressematerial wird erwähnte, dass die Band das Album als großen Schritt sieht.

 

Wie fühlte es sich an eben jenen Schritt zu tun und wie habt ihr es schlussendlich getan?"

"Ins Studio gehen lieben wir! Das Album wurde bei Sebastien Camhi im Süden Frankreichs aufgenommen und abgemischt. Er ist ein langjähriger Freund und wir lieben es ihn besuchen zu können. Wir scherzen herum, essen Pizza, trinken Bier und durch diese Atmosphäre entsteht eine unlaublich kreative Stimmung. Die Ideen fließen, dann machen wir Demos an welchen wir arbeiten. Ich persönlich liebe diesen Prozess.

Wir haben nie zu uns selbst gesagt, dass wir etwas komponieren müssen, um ein Album zu haben, welches das Leben der Band verändert. Wir haben komponiert was uns gefällt, ohne Druck. Klarer Weise ist das Album für das Label sehr wichtig und für uns erst recht aus unserer Sicht, da es das Beste ist, was wir bisher produzieren konnten. Schlussendlich kompinieren wir immer noch sehr natürlich." erklärte Kevin.

"Oft haben Musiker in Metal-Bands total unterschiedliche Musikgeschmäcker. Daher würde mich interessieren, welche Musikrichtung die Bandmitglieder bevorzugen." schoss ich als nächste Frage nach.

Kevin antwortete: "Wir mögen viele verschiedene Musikrichtungen. Chris, unser Lead-Gitarrist, liebt 90er Pop und alte 70er/80er-Rock-Songs. Er ist ein riesiger Fan von Phil Collins bzw. Genesis. Ich persönlich höre sehr viel Underground-US-Rap wie Necro, Ill Bill, Tech9 oder Madchild, aber ich höre auch gerne Electro wie Daniel Deluxe, Magic Sword oder Le Matos um meinen Emails oder Interviews zu arbeiten. Christophe Icard and William Ribeiro hören viel Muse und 80er Glam."

"Nachdem ihr nun einige erfolgreiche Jahre hinter euch habt, würde mich interessieren, auf was sich die Band zukünftig freut?" war meine letzte Frage.

"Es waren jetzt ca. 10 Jahre. Wir haben schon einige Erfolge feiern können. Wir haben auf einigen der größten Festivals in Europa spielen dürfen, wie beispielsweise dem Hellfest in Frankreich, Metaldays in Slovenien, Resurrection Fest in Spanien. Wir haben mit Bands wie Megadeth, Exodus oder Sepultura auf Tour gehen und unsere Träume verwirklichen dürfen. Genau so wollen wir in den kommenden Jahren auf unserem Weg weitermachen. Wir sind wirklich überglücklich diese Band zu haben."

Das sind schöne Abschlussworte für ein Interview. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei Kevin für die ausführlichen Antworten bedanken. Die Rezension des Albums gibt es --> hier.