Interview mit Óskar von Vintage Caravan

Von Gregor Eder

Im Rahmen der neuen Scheibe "Monuments" von Vintage Caravan hatte ich die Ehre, mit dem Sänger und Gitarristen Óskar Logi Ágústsson ein kleines Interview zu führen. Der aus Island kommende Musiker begrüsste mich vor seiner unglaublich feinen Marshall-Amp Wand sitzend und es dauerte nicht lange bis wir uns rege unterhielten. Zu Beginn konne ich nicht anders als mit Óskar etwa über unsere Amps zu fachsimpeln, doch nachdem das erledigt war schoß ich direkt mit der ersten Frage das Album betreffend los.
"Das neue Album "Monuments" gefällt mir wirklich sehr gut! Wie lange habt ihr daran gearbeitet?"

Óskar legte ebenso direkt los: "Wir haben von Februar bis März 2020 durchgearbeitet. Wir hatten es gerade noch geschafft aufzunehmen bevor die Lage kritisch wurde und so konnte unser Produzent noch rechtzeitig zurück nach England zu kommen. Der einzige Vorteil an der Lage war, dass wir viel Zeit für das Mixing hatten. Wir mussten leider per E-Mail arbeiten, was etwas langsam war, aber im November hatten wir es dann geschafft. Schlussendlich haben wir das Album auf 4 verschiedenen Medien gehört, was gar nicht so schlecht war. Ich habe das Album auch im Auto vorab gehört, um zu sehen wie der Sound dort ist."
Ich hakte ein und meinte: "Ja, das gute alte Auto! Ich kenne sogar Tontechniker die empfehlen die Mixes im Auto durchzuhören, denn dort werden die meisten Leute das Album "on-the-go" hören."

Óskar meinte: "Exakt! Es ist wichtig, da viele Leute dort das Album hören und nicht im Radio. Es muss einfach gut sein im Auto."
"Wie sah es eigentlich mit dem Songwriting bei dem Album aus? Hat sich da etwas verändert oder war es ähnlich wie bei den letzten Alben?" lud ich direkt nach.
Óskar antwortete: "Wir hatten uns ja entschieden im Februar 2020 ins Studio zu gehen und waren auch am touren. Wir waren ja kurz vor unserer ersten Tour mit Opeth und nebenbei haben wir 6 Songs im Studio aufgenommen. Bei diesen Demosessions haben wir realisiert, dass wir noch einiges zu tun hatten. Schlussendlich haben wir jeden Tag im Januar geprobt und ca. 6 Tage in der Woche mit Arbeiten gebracht. Also ist alles recht schnell vor dem Gang ins Studio entstanden, aber ich glaube es ist normal für Bands, dass man immer weniger Zeit hat um wirklich zu komponieren, aber man wird eben immer besser und daher funktioniert so etwas ja auch. Die ersten Alben sind immer aus lang gehegtem Material, das man teils schon vor Jahren im Kopf hatte und danach wird es eben schneller mit neuerem Material."
Da Óskar von altem Material und frühen Ideen gesprochen hatte, kam ich mit folgender Frage um die Ecke: "Wie sieht das bei euch eigentlich mit frühen Einflüssen aus? Es ist ja meist so, dass die Musiker einer Band nicht unbedingt das Genre hören, welches sie schlussendlich produzieren. Was waren so deine musikalischen Einflüsse?"

Óskar meinte: "Also die erste CD, die ich gekauft habe war "The very Best of KISS" und ich habe jene absolut genial gefunden. Dann kam Black Sabbath und all das. In der Band sieht es dann etwas anders aus. Die Kollegen kommen aus einem sehr Heavy Metal lastigen Background. Beispielsweise war Stefans erste Lieblingsband Deep Purple und auf der anderen Seite hört er progressiven Black Metal und Death Metal. Das erste Mal, dass ich Alexander spielen sah, spielte er heftigsten Metal und ich dachte mir, der Typ muss in meiner Band spielen. Es dauerte zwar etwas aber nach einer Zeit konnte ich ihn für die Band gewinnen. Wenn es zu den Einflüssen kommt, kann ich mir vorstellen, dass Leute bei meiner Spotify-Toplist etwas komisch schauen würden. Beispielsweise hatte ich das letzte Billie Eilish Album in Dauerschleife laufen und auch Thundercat. Für mich gibt es nie klare Einflüsse, denn alles was ich schreibe muss von Herzen kommen und es ist einfach ein großer Schmelztiegel. Wir sind keine Band die hinausgeht und klingen will als wäre sie in den 70ern eingefroren. Wir wollen unseren eigenen Stil haben und es funktioniert einfach."

 

Óskar meinte: "Also die erste CD, die ich gekauft habe war "The very Best of KISS" und ich habe jene absolut genial gefunden. Dann kam Black Sabbath und all das. In der Band sieht es dann etwas anders aus. Die Kollegen kommen aus einem sehr Heavy Metal lastigen Background. Beispielsweise war Stefans erste Lieblingsband Deep Purple und auf der anderen Seite hört er progressiven Black Metal und Death Metal. Das erste Mal, dass ich Alexander spielen sah, spielte er heftigsten Metal und ich dachte mir, der Typ muss in meiner Band spielen. Es dauerte zwar etwas aber nach einer Zeit konnte ich ihn für die Band gewinnen. Wenn es zu den Einflüssen kommt, kann ich mir vorstellen, dass Leute bei meiner Spotify-Toplist etwas komisch schauen würden. Beispielsweise hatte ich das letzte Billie Eilish Album in Dauerschleife laufen und auch Thundercat. Für mich gibt es nie klare Einflüsse, denn alles was ich schreibe muss von Herzen kommen und es ist einfach ein großer Schmelztiegel. Wir sind keine Band die hinausgeht und klingen will als wäre sie in den 70ern eingefroren. Wir wollen unseren eigenen Stil haben und es funktioniert einfach."


Fotocredit: Vintage Caravan

Nach einem solch schönen Einblick kam ich direkt auf das Album zurück und fragte: "Das Album habt ihr ja "Monuments" genannt. Da hat sich mir die Frage gestellt was du als monumentale Momente in der Bandgeschichte beschreiben würde."
Óskar schoss direkt los: "Da gibt es viele. Einer der ersten monumentalen Momente war überhaupt die Erkenntnis, dass ich eine Band gründen konnte. Ich war 9 Jahre alt und begann in der Schule Bandmitglieder zu suchen. Der zweite Moment, der mir einfällt ist jener, als wir 2009 an einem Bandcontest teilgenommen haben und dann begannen zweimal im Monat Konzerte zu spielen. Nach einer Zeit spielten wir jede Woche und jede Location, die wir finden konnten. Ein weiteres Highlight war dann die Kontaktaufnahme mit Nuclear Blast und Roadburn. Wir waren 19, zogen nach Dänemark um mehr touren zu können. Aber, um auf den Titel zurück zu kommen kann ich nur sagen, dass ich jeden Song des Albums als eigenes Monument sehe. Jeder Song ist auf eine spezielle Phase in unserem Leben bezogen und es sind sehr persönliche Lieder. Wir sind sehr direkt mit den Lyrics und desto offener wir sind, desto mehr resoniert es mit den Fans. Wir haben uns einfach persönlich geöffnet, was zwar etwas beängstigend war, aber sich richtig angefühlt hat. Beispielsweise ist mein Bruder 2018 verstorben und den Song "This One`s For You" habe ich für ihn geschrieben. Es war eine sehr kathartische Erfahrung, aber es war auch irgendwo ein notwendiger Schritt und ein guter Abschluss für meinen Trauerprozess. Jeder Song ist eben sein eigenes Monument."

Bei diesen Worten erkennt man, dass Vintage Caravan wirklich für ihre Musik leben und genau derartige Authentizität macht für mich gute Musik aus. Dies teilte ich auch Óskar mit und wir plauderten noch etwas über die Wirkung des "Sich-gegenüber-der-Crowd-Öffnens", unsere persönlichen Situationen in der "neuen" Corona-Welt und schlussendlich ging unsere Interviewzeit zu Ende.
Somit bleibt abschließen nur noch zu sagen, dass ihr euch unbedingt das neue Album von Vintage Caravan "Monuments" anhören solltet, denn es erwartet euch sehr authentische Rockmusik, die ihr sicherlich so noch nicht gehört habt!

Die Rezension des neuen Albums gibt es --> hier.