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Robin Hood

Der junge Adelige Robin von Locksley (Taron Egerton) verliebt sich in die ebenso schöne wie willensstarke Marian (Eve Hewson). Doch dann wird er einberufen, um in den Kreuzzügen zu kämpfen und als er in seine Heimat zurückkehrt, hat sich seine beschauliche Heimatstadt in der Zwischenzeit in einen Pfuhl aus Korruption, Intrigen und Gewalt verwandelt. Die Reichen wie der erbarmungslose Sherriff von Nottingham (Ben Mendelsohn) schwelgen in Luxus, während es bei den Armen kaum zum Überleben reicht. Robin beschließt, dass er nicht länger wegschauen kann, und nimmt – ausgerüstet mit Maske, Pfeil und Bogen – den Kampf gegen die Ungerechtigkeit im Land und die tyrannische Oberschicht auf.

Als Robin dann auch noch erfährt, dass er von seiner geliebten Marian (Eve Hewson) für tot gehalten wird und diese längst einen anderen Mann (Jamie Dornan) gefunden hat, schließt er sich mit em arabischen Krieger John (Jamie Foxx) zusammen, der während der Kreuzzüge vor Robins Augen auf grausame Weise seinen Sohn verlor.

Doch die herrschende Klasse will Robins Raubzüge und seinen Kampf für Gerechtigkeit nicht einfach hinnehmen und der Sheriff von Nottingham eröffnet die Jagd nach dem Gesetzlosen.

Vor 110 Jahren erschien mit „Robin Hood And His Merry Men“ die allererste Verfilmung des weltberühmten Stoffes rund um den berüchtigten Outlaw, der die Reichen bestiehlt, um die Beute unter den Armen aufzuteilen. Entsprechend groß ist die Bandbreite der diversen „Robin Hood“-Filmen, die es seither in die Kinos geschafft haben. Der neueste „Robin Hood“ orientiert sich wohl was den Actiongehalt und den Produktionsaufwand angeht am ehesten an Ridley Scotts Version aus dem Jahr 2010. Daraus geworden ist ein auf modern getrimmter Actioner mit gewaltigen Explosionen und stilsicher inszenierten Kämpfen aber ohne großen Tiefgang. Robin Hood führt ein Doppelleben – als Adeliger und Rebell! Robin Hood ist hier also quasi das geheime Superhelden-Alter-Ego von Robin von Locksley. Visuell fügt sich der im kroatischen Dubrovnik gedrehte „Robin Hood“ in die seit einigen Jahren andauernde Flut modern inszenierter historischer Stoffe ein.

Fazit: Der Sprecher am Anfang hinweist darauf, dass man alles vergessen solle, was man bisher gesehen hat. Wer das nicht kann, der sei vorgewarnt: Vergleichst Du Robin Hood mit den Vorgängerfilmen oder einen Historienfilm, wirst Du nicht zufrieden sein. Deswegen sollte man den Film auf jeden Fall alleinstehend bewerten.

Die Neuinterpretation von „Robin Hood“ sieht dank des hohen Produktionsaufwandes sehr gut aus und die amüsanten Nebenfiguren machen Spaß. Leider bleibt der Titelheld mit dem Baby-Face bis zum Schluss vollkommen blass und die bewusst gewaltfreien Actionsequenzen sind zu hektisch geschnitten. Man könnte dem Film sehr auf modern getrimmtvorwerfen, dass alles der Action und Unterhaltung wegen passiert. In Hollywood floppte der Film und wurde auch in den deutschen Kinos kein Hit. Man sollte sich immer im Klaren sein, was man da konsumiert und dass man im heutigen Action-Kino eben nicht davon ausgehen kann, dass die Filme tiefgründig sind. Wer das akzeptiert, kann zwei Stunden Spaß mit Robin Hood haben.

 
Gesamtbewertung:

Kinostart: 10. Januar 2019

Home-Entertainment-Release: 23.05.2019

Produktion: USA 2018

Genre: Abenteuer, Action

Darsteller: Taron Egerton, Jamie Foxx, Jamie Dornan

Regie: Otto Bathurst

Format: DVD, Blu-Ray

Länge: 116 Min.
FSK ab: 12

Tonformat: DTS-HD 5.1
Verleih: Studiocanal

 

Action:
Humor:
Gefühl:
Spannung:
Anspruch: