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The Sisters Brothers

Die Männer im Film des französischen Regisseurs Jacques Audiard müssen mit ganz normalen Widrigkeiten kämpfen – und sind gerade deswegen in diesem film so sehenswerte Westernhelden. Oregon, 1851: The Sister Brothers, das sind die berüchtigten Revolverhelden-Brüder Eli (John C. Reilly) und Charlie (Joaquin Phoenix) Sisters, Handlanger des mächtigen Commodore (der am 19. Juli 2019 verstorbene Rutger Hauer). Für ihn arbeiten sie als Auftragskiller. Aber auch ohne Auftrag geht hier und da schnell mal jemand drauf, vor allem, wenn Charlie mal wieder besoffen vom Whiskey ist und wild um sich schießt. So war der Wilde Westen.

Nun bekommen die Beiden den Auftrag vom Commodore Hermann den Goldsucher Kermit Warm (Riz Ahmed) zu töten. Ihr Kontaktmann Jim Morris (Jake Gyllenhaal - Brokeback Mountain) ist Hermann ebenfalls auf den Fersen. Während der skrupellose Charlie dem Töten von Menschen sehr zugeneigt ist, kommt der nachdenkliche Eli auf dem Weg von Oregon City zu den Goldminen in der Nähe von Sacramento, wo sie den Aufenthaltsort von Warm vermuten, über diese unmoralische Art seinen Lebensunterhalt zu verdienen ins Grübeln.

Als Jim Morris und Hermann Warm aufeinandertreffen, finden sie schnell einen freundschaftlichen Zugang zu einander. So gesteht Warm Morris eines Tages, dass er Chemiker ist und eine Wunderformel gefunden hat, mit der man das begehrte Gold in den Flüssen sichtbar machen kann. Und so jagen sich diese vier Männer durch den Wilden Westen über 1000 Meilen quer durch Oregons Wüste bis nach San Francisco.

Fazit: Kopfgeldjäger im Wilden Westen, die gab es schon oft. Aber so wie diese Beiden hat man das noch nicht gesehen. Zwei Quasselstrippen, die auf geradezu rührend unbeholfene Weise in einem endlos dahinplätschernden Dialog ihre Existenz Revue passieren lassen. Es steckt also mehr hinter diesen beiden saufenden, schießenden und dreckigen Kerlen. Die harte Schale der Brüder hält auch nicht lange durch. So sieht man Eli am Lagerfeuer stehen und noch etwas unsicher mit seiner neuen Zahnbürste im Mund hantieren, die man mit weißem Puder aus der Dose benutzt, um die Zähne sauber und den Atem frisch zu halten. Sie wird zum Inbegriff zivilisatorischen Fortschritts. Phoenix und Gyllenhaal kokettieren genüsslich mit ihrem Coolness-Image, Reilly (zugleich Produzent) läuft als Revolverheld mit Sinnkrise zur Hochform: Im Western mal was Neues!

Alle vier männlichen Hauptrollen mit John C. Reilly, Joaquin Phoenix, Jake Gyllenhaal und Riz Ahmed sind allesamt ausgewiesene Charakterdarsteller. Die entschädigen dafür, das für einen Western recht wenig Action vorkommt.

 
Gesamtbewertung:

Kinostart in Deutschland:
07. März 2019

Home-Entertainment-Release: 26. Juli 2019

Produktionsländer: Frankreich, Spanien, Rumänien, USA, Belgien 2018

Genre: Western

Darsteller: Joaquin Phoenix, John C. Reilly, Jake Gyllenhaal, Riz Ahmed, Rutger Hauer

 

Regie: Jacques Audiard

Länge: 121 Min.
FSK ab: 12

Tonformat: DTS-HD 5.1

Verleih: Wild Bunch Germany

Vertrieb: Universum Film

Action:
Humor:
Gefühl:
Spannung:
Anspruch: