Berlin fotografieren – Szeneviertel, Kieze und Berliner Leben
von
Andreas Böttger und Nancy Jesse
Inhalt: Berlin, du bist die Stadt, die sich ewig neu erfindet, eine Metropole, die einen nie mehr loslässt. Im Krieg zerstört, im Kalten Krieg Symbol der Ost-West-Teilung und nach der Wende trendig, kultig und kreativ, hinterließ jede Zeitepoche deutliche Spuren. Ein buntes Paradies für Fotografieliebhaber und Motivjäger.
Die Autoren nehmen euch mit zu den schönsten Fotoschätzen Berlins. Das Buch ist nach Fototouren aufgebaut, die sich sowohl thematisch, als auch lokal unterscheiden. Bei diesen „Berliner Fotoexkursionen“ bekommt ihr genaue Ortsangaben, tolle Geschichten zum Ort, wertvolle Fototipps und viele inspirierende Fotografien.
Die Touren dieses Fotoscout führen in verborgene Hinterhöfe und gemütliche Kieze des alten Berlin, zeigen Szeneviertel, urbane Stadtlandschaften mit Streetart und verfallene Brachen, und das liebevolle Lächeln einer lebendigen Stadt. In einem weiteren Band, der in der gleichen Reihe erscheint, fotografiert man weltbekannte und weniger bekannte Architektur-Perlen der Ostmoderne und des Brutalismus, prachtvolle U-Bahnhöfe, imposante Industriebauten aus der Gründerzeit und geheime Lost Places.
Rezension: Berlin, Metropole, Szenestadt, die einen nie mehr loslässt. Für unser Magazin haben wir die Stadt bereits oft aufgesucht.
Während meine Aufgabe ist, Bilder touristischer Sehenswürdigkeiten für die Publikationen unseres Magazins einzufangen, ist unsere Redakteurin eher an Motiven abseits der touristischen Wege interessiert, die bei uns oft zu kurz kommen.
Warum wird das hier erwähnt? Mit “Die schönsten Fototouren durch die Hauptstadt“ wird als Untertitel für das Buch geworben. Wer als normaler „Touri“ die Stadt in 3 Tagen erkunden will, für den gibt es bessere Bücher bekannter Reiseverlage. Wer aber wie unsere Redakteurin an Streetfotografie, Architektur, Lost Places und kleine verborgene Details in Szenevierteln, Kiezen und das Berliner Leben entdecken will, für den ist das Buch genau der richtige Begleiter
Nach „Berlin fotografieren – Architekturschätze und geheime Orte“ ist dies der 2. Band des des Fotografen- und Autorenpaars. Dieser Band orientiert sich an Stadtteilen, Kiezen und deren Besonderheiten. Architektonisches, Informatives und Insider-Wissen kommt aber auch hier wie im ersten Teil nicht zu kurz.
Sieben farblich unterschiedlich gekennzeichnete Touren durch Berlin werden anfänglich im Buch mit einen Einführungstext vorgestellt. Man muss nicht die komplette Tour abarbeiten, sondern man kann, auch anhand der Karten, sehr gut irgendwo Schluss machen, sollten die Füße pflastermüde sein. Und ganz sicher sieht jeder weitere lohnenswerte Motive, die von den Verfassern dieses Buches nicht erfasst wurden. Es werden Angaben zur Dauer der Tour, Länge der Strecke, dem Fotografiegenre (Architektur, Street, Natur, Retro, People…) und der besten Tageszeit gemacht. Übersichtskarten und QR Codes erleichtern die Orientierung. Dazu gibt es Tipps zum empfohlenen Equipment (Brennweiten, Stativ, Filter bis zur Trinkflasche) und nette Anekdoten. Die jeweiligen ÖPNV Verbindungen sind ebenfalls aufgeführt.
Man bekommt ein gutes Gefühl dafür, welche Art von Mensch in einzelnen Vierteln lebt. Die zwischen den einzelnen Touren eingeschobenen Interviews mit anderen Fotografen, Bloggern und Influencern verdichten dieses Stimmungsbild. Das letzte Kapitel beinhaltet Tipps zu den schönsten Hotels am Rande der Tour.
Fazit: Die Autoren Andreas Böttger und Nancy Jesse haben mit dem 2. Band "Berlin fotografieren" wieder ein großartigen „Szeneführer“ für Fotografen abgeliefert. Die Fotos der Autoren mit der gewissen Morbidität entsprechen nicht den üblichen Reisefotos. Da unter vielen Fotos keinerlei genaue Straßen- oder Standortangaben zu finden sind, müsste man auf der Tour oder auf einzelnen riesigen Industriegeländen nach diesen suchen. Genau diesen Umstand will man eigentlich mit einem Location-Scouting vermeiden. Für alle People- / Street- / Szene-Fotografen, Alt- und Neu-Berliner, für Einheimische und Touristen die sich abseits der klassischen Touristenziele bewegen möchten ist das Buch ein echter Gewinn. Trotz hoher Erwartungshaltung wird man inhaltlich nicht enttäuscht. |
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